News Bild Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf unsere Gesundheit?
Welche Auswirkungen hat der Klimawandel auf unsere Gesundheit?

Extreme Wetterlagen und abnehmende Luftqualität

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Regensburg, 17.01.2023

Der Klimawandel zeigt sich in Deutschland – je nach Region – sehr unterschiedlich. Einige Regionen haben mit Wassermangel und Hitze, andere mit Starkregen zu kämpfen. Insgesamt wird deutlich, dass die sommerlichen Hitzeperioden mit weniger Regenperioden zunehmen, die Winter im Schnitt milder sind und Starkwetterereignisse deutlich häufiger auftreten. Doch wie wirkt sich der Klimawandel eigentlich auf unsere individuelle Gesundheit aus?

 

Hitze schlägt uns nicht nur aufs Gemüt

Was inzwischen immer klarer wird, durch den Klimawandel wird es immer mehr Tropentage und -nächte bei uns geben. Gerade versiegelte Städte und Ballungsräume werden davon noch stärker betroffen sein. Gebäude und Straßen speichern die Wärme und geben diese über Nacht wieder ab. Frischluftschneisen fehlen immer mehr, da unsere Städte aufgrund des Zuzugs immer weiter versiegelt und verdichtet werden.

Städte und Kommunen werden sich damit auseinandersetzen müssen, wie sie die Straßenräume kühlen und kühlere Rückzugsorte schaffen können. Dazu gehört beispielsweise eine Gebäudebegrünung, grüne Straßenzüge mit Bäumen oder Parks. Außerdem sollten kostenlose Trinkwasserspender in der Stadt verbreitet sein sowie Geschäfte, in denen man unterwegs seine Trinkflasche auffüllen kann.

Dies birgt negative Folgen für unsere Körper. Es gibt insgesamt Menschen, denen solche warmen Tage weniger ausmachen, jedoch sind die meisten in unseren Breitengraden aktuell nicht an solche Temperaturen angepasst. Dies hat zur Folge, dass unser Körper die Energie herunterfährt und somit zum Beispiel mit einem Produktivitätsverlust im Arbeitsumfeld gerechnet werden muss. Außerdem sind Jobs, die überwiegend draußen stattfinden, wie zum Beispiel auf der Baustelle, in der Mittagshitze nicht mehr ausführbar (vielleicht müssen wir uns an die spanische Siesta gewöhnen).

Studien gehen davon aus, dass die Sterberate durch Hitze in den nächsten Jahrzehnten stetig steigen wird (Umweltbundesamt 2021b). Dies trifft die urbane Bevölkerung stärker als andere Bevölkerungsgruppen. Schließlich steigt auch die Gefahr vor Austrocknung. Wir werden müssen uns auch an höhere Trinkmengen gewöhnen.

Besonders gefährdet sind kleine Kinder, Säuglinge, alte und chronisch kranke Menschen, Menschen ab 65 Jahren (in Deutschland wird unsere Bevölkerung in den nächsten Jahren noch mehr in dieser Altersgruppe vertreten sein).

 

Krankheiten breiten sich schneller aus

Viele Infektionskrankheiten hängen mit Erregern und tierischen Krankheitsüberträgern zusammen, welche wärmere Gebiete lieben. Daher ist davon auszugehen, dass diese sich bei längeren Sommern und vor allem milderen Wintern, in denen sie normalerweise abgestorben sind, stärker vermehren. Krankheitsüberträger, wie Zecken oder Stechmücken, breiten sich aus, wodurch zum Beispiel eine Übertragung von Borreliose oder „Frühsommer-Meningzoenzephalitis“ (FSME) bei einem Zeckenbiss immer wahrscheinlicher wird. Auch die Gemeine Stechmücke, welche zum Beispiel den West-Nil-Virus verbreiten kann, kommt bereits bei uns vor. Des Weiteren könnten sich Mückenarten, die Malaria übertragen, wieder in Deutschland ausbreiten.

 

Luftqualität nimmt ab

Insgesamt wird davon ausgegangen, dass sich die Qualität unserer Luft verschlechtern wird. Gerade die Städte werden durch den fehlenden Luftaustausch darunter leiden, da dort der Feinstaub länger in der Luft verbleibt. Dadurch sind gerade Stadtbewohner der steigenden Ozon- und Feinstaubbelastung noch stärker ausgesetzt als die Landbevölkerung.

Außerdem werden die neuen Klimaverhältnisse zu einer verlängerten Vegetationsperiode führen. Das heißt, die Pollenflugzeit wird sich verlängern, wodurch Allergiker und Asthmatiker stärker belastet werden.

Außerdem ist davon auszugehen, dass sich hochallergene Pflanzen, wie zum Beispiel die Ambrosia, in CO2 reicherer Luft noch besser ausbreiten (Dieter et al. 2010:233ff., Stiftung Gesunde Erde Gesunde Menschen o.J., Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (o.J.)) und damit noch mehr Menschen von allergischen Reaktionen betroffen sein werden.

 

Extremwettereignisse bedrohen unser Leben

Aktuell hat man das Gefühl, jede Woche taucht in den Nachrichten ein neues Land auf, welches von extremen Wetterereignissen betroffen ist. Überschwemmungen, Stürme oder Erdrutsche treffen häufig die ärmsten Länder der Welt am stärksten. An solche Meldungen werden wir uns gewöhnen müssen, denn Stürme, Orkane, Stark- und Dauerregen und daraus entstehende Überschwemmungen oder Dürreperioden werden in den nächsten Jahrzehnten zunehmen. Aktuell haben wir häufig das Gefühl, das passiert woanders (was es definitiv nicht besser macht!). Doch nicht erst die Überflutung von verschiedenen Tälern in der Eifel im letzten Jahr hat gezeigt, es wird auch uns in Deutschland treffen!

 

Indirekte Risiken

Es wird in Zukunft zu weiteren Risiken kommen, die als „indirekte Risiken“ bezeichnet werden. So wird sich zum Beispiel die Quantität und Qualität des Trinkwassers oder der Lebensmittel verschlechtern. Dies hängt mit fehlendem Trinkwasser, Düngemitteln und anderen Chemikalien oder der stärkeren Verbreitung von Infektionskrankheiten zusammen.

So werden sich unter anderem lebensmittelbedingte Infektionen, durch zum Beispiel Salmonellen oder Bakterien, in den wärmeren Sommermonaten verstärken. Somit kann es zu einer Zunahme solcher Infektionen kommen. Außerdem wird sich insgesamt die Anbaufläche für Lebensmittel verringern, da immer mehr Gebiete zu trocken sein werden dafür (z.B. Spanien oder Italien) und einfach zu viel Wasser bräuchten.

Achten Sie also möglichst darauf, gar keine Lebensmittel wegzuschmeißen! Außerdem sollten Sie sich daran gewöhnen, regionale, saisonale und hochwertige Biolebensmittel einzukaufen, soweit dies finanziell für Sie möglich ist.

 

Bildnachweis: ©pierluigipalazzi  – stock.adobe.com

Text: Catarina Clément

(jw)