News Bild „Vom Kreuz geht Segen aus“ - 373. Wallfahrt in Tirschenreuth mit Bischof Rudolf Voderholzer

„Vom Kreuz geht Segen aus“ - 373. Wallfahrt in Tirschenreuth mit Bischof Rudolf Voderholzer

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Diözesanbischof Rudolf Voderholzer war am vergangenen Sonntag der Festprediger bei der mittlerweile 373. Wallfahrt in der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Tirschenreuth. Gemeinsam mit Dekan und Stadtpfarrer Georg Flierl, Kaplan Paul Gebendorfer, Pater Klaus Kniffki SVD sowie weiteren Geistlichen aus der Region zelebrierte der Regensburger Bischof den Gottesdienst im vollbesetzten Gotteshaus.

 

Das Kreuz: Zeichen der göttlichen Liebe, des Trostes und der Hoffnung

In den Mittelpunkt seiner Predigt stellte Voderholzer das Kreuz als "Zeichen der göttlichen Liebe, des Trostes und der Hoffnung". Das Kreuz sei zu sehen als Zusammenfassung des christlichen Glaubens. In den vergangenen Tagen habe man aber, so der Bischof, eine merkwürdige Debatte über das Kreuz erlebt in Zusammenhang mit dem Erlass des Bayerischen Ministerpräsidenten, in allen staatlichen Gebäuden ein Kreuz anzubringen. Voderholzer brachte sein Bedauern darüber zum Ausdruck, dass ausgerechnet auch aus kirchlichen Kreisen daran Kritik geübt worden war.

Der Bischof verwies auf seine gemeinsame Erklärung mit dem evangelischen Regionalbischof Hans-Martin Weiss, in der er positiv zum Kreuz in öffentlichen Räumen Stellung bezogen habe. "Vor dem Kreuz braucht sich niemand fürchten, vom Kreuz geht Segen aus", sagte Voderholzer in Tirschenreuth. Der christliche Glaube und dessen Wertesystem seien vorstaatliche Fundamente. Als Politiker habe man die Pflicht, diese Fundamente auch zu schützen. Dass ein Politiker auch immer ein Stückweit das Thema Wahlkampf im Hinterkopf habe, dürfe man diesem nicht vorhalten.

 

Bereits vor dem Gottesdienst war der Bischof von den Ministranten der Pfarrei am Marienbrunnen zum Gruppenfoto begrüßt worden. Stellvertretend für den Pfarrgemeinderat überreichten dessen Sprecherin Edith Schön sowie Anneliese Hecht einen Korb mit Produkten aus der Region an den Bischof für die "körperliche" Stärkung. Nach dem feierlichen Einzug in die Kirche betete der Bischof gemeinsam mit den Gläubigen den Rosenkranz. Vor Beginn des Pontifikalgottesdienstes dankte Stadtpfarrer Flierl dem Bischof für dessen Verbundenheit mit Tirschenreuth. Diese werde dadurch deutlich, dass der Bischof bereits zum wiederholten Male an der Wallfahrt teilnehme.

Tirschenreuth ist geistliches Zentrum

Bischof Voderholzer würdigte Tirschenreuth als ein "geistliches Zentrum" in der Diözese. Dies komme nicht nur durch die Wallfahrt, sondern beispielsweise auch durch den Stellenwert der Krippenkunst zum Ausdruck. Mit dem 13. Mai, so Voderholzer, verbinde er nicht nur die Erinnerung an die Erscheinung Mariens in Fatima vor 101 Jahren, sondern auch das Attentat auf Papst Johannes Paul II. 1981 in Rom. Musikalisch begleitet wurde die Heilige Messe von Chor, Instrumentalisten und Orgel mit der "Missa in B" von Christopher Tambling.

 

Die alte Tirschenreuther Wallfahrt wurde am 13. Mai 1987 vom damaligen Stadtpfarrer Georg Maria Witt zu neuem Leben erweckt. Seitdem kommen jeweils am 13. jeden Monats unzählige Menschen zum Tirschenreuther Gnadenbild. An den Festgottesdienst schließt sich jeweils eine Eucharistische Lichterprozession an, die von Mai bis Oktober über den Tirschenreuther Marktplatz führt und in den Wintermonaten in der Pfarrkirche stattfindet.

Die Tirschenreuther Wallfahrt ist geprägt von vier Hauptanliegen: dem Gebet für die Festigung des Glaubens, für die geistlichen Berufe, für die Erneuerung der Kirche und für Frieden in der Welt. Symbolisches Zentrum der Wallfahrt ist das Gnadenbild "Unsere Liebe Frau von Tirschenreuth". Dessen Ursprünge gehen auf das Jahr 1692 zurück. Damals lagen die Mutter und Schwester sowie Schuhmacher Johann Zottmayer wohl mit Typhus nieder. Sie riefen Maria um Hilfe an und überstanden die schwere Krankheit. Ein Bild der schmerzhaften Muttergottes sollte daran erinnern und entwickelte sich bald zum Gnadenbild.