Arzt untersucht eingegipsten Fuß eines Patienten im Krankenhausbett

Therapieerfolg im Caritas-Krankenhaus St. Josef

Ein kleines Wunder rettet den Fuß


Regensburg, 2. Juli 2026

Die Klinik für Plastische und Ästhetische, Hand- und Wiederherstellungschirurgie des Caritas-Krankenhaus St. Josef berichtet über einen besonderen Therapieerfolg. Einem schwer erkrankten Diabetespatienten retten mehrere Operationen, medizinisches Geschick und Erfahrung seinen linken Fuß.

„Worauf ich mich am meisten freue? Aufs Zuhause und meine Katze.“ Alois Bauer* strahlt Ruhe aus. Zufrieden wirkt er und erleichtert. Vor sieben Wochen ging es Alois Bauer schlecht. Sehr schlecht. Seine Ferse war derart entzündet, dass eine Amputation unausweichlich schien. Heute wird er aus dem Caritas-Krankenhaus St. Josef entlassen – mit ein paar Fäden zwar, Narben, einer Schürfwunde, aber eben auch: mit einem ganzen Fuß. Möglich gemacht haben das Prof. Dr. Dr. Lukas Prantl, Direktor der Klinik der Plastischen und Ästhetischen, Hand- und Wiederherstellungschirurgie, und sein Team. Mit Erfahrung, Empathie, jede Menge Operationsgeschick und einem langen Atem. Das Ergebnis ist fast schon ein Wunder. 

Alois Bauer leidet seit Jahren unter Diabetes, inklusive eines diabetischen Fußsyndroms mit Nerven- und Gefäßschäden. Weil der 66-Jährige dadurch kaum Schmerz verspürt, hat er eine kleine Wunde an seiner Ferse nicht bemerkt. „Ich habe von einer Entzündung kaum was mitgekriegt“, erinnert sich Bauer, „und dann den Zeitpunkt verpasst, wo man hätte einschreiten müssen.“ Über seinen Hausarzt kommt der Sinzinger ins Caritas-Krankenhaus St. Josef, und da sah die Sache gar nicht mehr gut aus. Prof. Prantl: „Alles war sehr stark entzündet, Haut, Muskeln, und auch die Fußwurzelknochen.“ Die Amputation stand im Raum. „Aber wir haben ausgemacht: einen Versuch wagen wir!“, zeigte sich Prof. Prantl kämpferisch. Das Ergebnis gibt ihm recht: Nach vier Operationen ist Alois Bauers Fuß gerettet. 

Mehrere OPs notwendig

In den ersten beiden Operationen trägt das OP-Team zunächst das infizierte Gewebe und den stark zerstörten Knochen ab. Nachdem sich die Stelle beruhigt hat und die Infektion abgeklungen ist, wurde später Muskelgewebe aus Bauers rechtem Oberschenkel entnommen und auf die Ferse verpflanzt. „Mithilfe hochauflösender Mikroskope können wir selbst feinste Blutgefäße präzise miteinander verbinden und so geschädigtes Gewebe durch neues, gut durchblutetes Gewebe ersetzen“, erläutert Prof. Prantl. Alles läuft nach Plan. Daran, vielleicht irgendwann wieder laufen zu können, wagt Alois Bauer noch nicht zu denken – aber Hoffnung schöpft er doch. 

Bis der Patient seinen Fuß wieder benutzen und belasten kann wie früher werden noch ein paar Wochen vergehen. Aber die Amputation ist auf absehbare Zeit vom Tisch, und die Wunde verheilt gut. „Bei Diabetespatienten - mit generell eher schlechter Durchblutung - ist dies ein besonders erfreulicher Behandlungserfolg“, wie Prof. Prantl betont. „Das transplantierte, gut durchblutete Gewebe bleibt auch langfristig stabil.“

Ein paar Tage später, unmittelbar vor Alois Bauers Entlassung aus dem Caritas-Krankenhaus, schaut der Professor noch einmal bei seinem Patienten vorbei, löst den dicken Verband. „Das sieht alles sehr gut aus“, bilanziert der Klinikdirektor zufrieden. „Fühlt sich auch gut an!“, bestätigt Bauer mit einem verschmitzten Lachen. Er ist Professor Prantl und seinem Team zutiefst dankbar. „Die waren alle super hier“, sagt er. Dass er künftig Übungen zur Mobilisierung machen, zweimal pro Woche den Verband wechseln muss? Geschenkt. Auch die wöchentliche Nachversorgung bei der speziellen Wundmanagerin in St. Josef nimmt er gern in Kauf. „Ich bin Rentner, ich kann mich auskurieren“, sagt Bauer. „Hauptsache, mein Fuß ist noch dran.“


Text: Silke Spitzenpfeil/Caritas-Krankenhaus St. Josef

*Name auf Wunsch des Patienten geändert

(kw)



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