News Bild „Sich durch die Theologie des Papstes in die Schönheit des Glaubens führen lassen“

„Sich durch die Theologie des Papstes in die Schönheit des Glaubens führen lassen“

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(pdr) Anlässlich des 80. Geburtstags von Papst Benedikt XVI. hatte Bischof Dr. Gerhard Ludwig Müller am Samstag ins Kolpinghaus Regensburg zu einem Theologischen Symposium unter dem Motto „Der Glaube ist einfach – Aspekte der Theologie Papst Benedikts XVI.“ eingeladen. Der Bischof leitete das sehr gut besuchte Symposium mit den Worten ein, die Theologie des Heiligen Vaters sei nicht vom Kulturpessimismus geprägt, sondern nehme die Aufgabe an, sich der Gegenwart zu stellen. Gott nehme uns hinein in die Gemeinschaft des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Das soziale Wesen des Menschen habe im dreifaltigen Gott seinen Ursprung. Bischof Gerhard Ludwig forderte auf, sich in der Auseinandersetzung mit der Theologie Benedikts XVI. in die „Schönheit und zukunftsgestaltende Kraft unseres Glaubens führen zu lassen“.

Professor Dr. Michael Schulz aus Bonn sprach über das Thema „Wenn das Salz des Evangeliums ,dumm´ wird – Papst Benedikt XVI. Plädoyer für einen vernünftigen Glauben“. Er beleuchtete die Betonung der Vernunft in ihrer Bedeutung für den Glauben bei Joseph Ratzinger vor dem Hintergrund des Vernunftoptimismus bei Hegel. Zwischen den Extremen einer übersteigerten sowie einer zu geringen Vernunft vertrete Benedikt XVI. in seiner Theologie das Konzept einer „weisheitlichen Vernunft, die Maß hält“, so Schulz.

Professor Dr. Rudolf Voderholzer aus Trier befasste sich mit „Schriftauslegung im Widerstreit. Joseph Ratzinger und die Exegese“. Der Dogmatikprofessor kritisierte, dass das kürzlich erschienene Jesusbuch wiederholt als „persönliches Credo“ des Papstes vermarktet wird. Im Gegenzug stellte Voderholzer den völligen Einklang mit der kirchlichen Tradition dar, was den Umgang Joseph Ratzingers mit der Heiligen Schrift betrifft. Er habe die kanonische Exegese, die durch die kirchliche Rückgebundenheit erst die wahre theologische Tragweite der Heiligen Schrift ermessen kann, lange vor der Wiederentdeckung dieses Prinzips vertreten, erinnerte Voderholzer.

Anschließend hielt Professor Dr. Josef Kreiml, Rektor der Philosophisch-Theologischen Hochschule St. Pölten, einen Vortrag über „Gott ist unendliche Nähe. Der Glaube an Jesus Christus in der Theologie Joseph Ratzingers“. Er erklärte, gemäß Benedikt XVI. sei dem Glauben der Kirche, der den Weg zu Jesus Christus in der Gegenwart eröffnet, „mehr zu trauen als all den Rekonstruktionen“. Bereits das Johannesevangelium habe durch seinen Zugang, den es zu Jesus Christus bietet, kaum mehr überbietbare Maßstäbe gesetzt.

Prof. Dr. Hans Christian Schmidbaur aus Lugano thematisierte den „Dreifaltigen Gott als ,Communio´ in der Trinitätslehre Joseph Ratzingers“. Er erinnerte daran, dass Joseph Ratzinger schon früh eine weit verbreitete „Trinitätsvergessenheit“ bedauert habe. Dies gelte in vielen Bereichen der Verkündigung und der Katechese. „Die Trinität hat bis heute ihren Praxisbezug verloren“, so Schmidbaur. Dabei sei gerade die Dreifaltigkeit das besondere Differenzkriterium gegenüber dem Judentum und dem Islam. „Die Dreifaltigkeit ist eine peinliche Last, die man leicht übergeht.“ Sie sei jedoch keine „Deutungsparabel“ wie jede andere, sondern eine Notwendigkeit, mit der das Christentum steht und fällt. Denn durch das „trinitarische Wir“ Gottes werde der „Raum des Menschlichen zubereitet“. Die Sicherung der europäischen Kultur müsse vom Primat der Person aus geschehen. Deshalb gelte es, Gott „als communio personarum“, Gemeinschaft der drei göttlichen Personen, zu begreifen. (ven)