News Bild "Schöpfungsschutz ist auch und gerade Menschenschutz" - Bischof Rudolf Voderholzer zur Diskussion um Gender

"Schöpfungsschutz ist auch und gerade Menschenschutz" - Bischof Rudolf Voderholzer zur Diskussion um Gender

Home / News

Der Schutz der Schöpfung war das Thema der Predigt Bischof Rudolf Voderholzers anlässlich des 50. Pfingstrittes in Kemnath am Buchberg. Darin betonte er seine Sorge, dass auch der Mensch geschützt bleibe. Bischof Rudolf warnte ausdrücklich vor den Theorien der Gender-Ideologie: „Natürlich, gewisse Rollen sind zeitbedingt und diesbezüglich mag sich das eine oder andere auch ändern. Aber Vatersein-Können und Muttersein-Können: das macht das Wesen aus von Mannsein und Frausein und ist nicht kulturbedingt, das ist schöpfungsbedingt! Das ist vom Schöpfergott in diese seine Schöpfung hineingelegt.“

Lesen Sie im Folgenden den betreffenden Auszug aus der Predigt des Bischofs.


Auszug aus der Predigt von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer anlässlich des 50. Pfingstrittes in Kemnath am Buchberg am Pfingstmontag 2015


Liebe Schwestern und Brüder, Pfingsten als Fest des Schöpfer- und Erlösergeistes, ist das Fest der Schöpfung! Und bedenken wir: Der Mensch ist die Krone der Schöpfung, denn sie ist von Gott ins Dasein gerufen worden, damit in ihr der Mensch werde und im menschlichen Geist die Schöpfung zu sich komme. Unsere größte Berufung als Menschen ist es, den Schöpfer zu erkennen, vor ihm in die Knie zu gehen, ihn anzubeten und in unserem Lobgesang die ganze Schöpfung mitzunehmen (vgl. Psalm 96).

Wenn wir heute im Pfingstfest eben auch das Fest der Schöpfung feiern, dann nehmen wir natürlich den Auftrag mit, die Schöpfung zu bewahren, die Schöpfung zu schonen und pfleglich mit ihr umzugehen. Deswegen ist der Umweltschutz – ich sage lieber Schöpfungsschutz – ein Auftrag gerade auch an unsere Zeit! Ich weiß, dass vieles getan wird, um die Schöpfung zu schonen. Wir können auch nur um Gottes Segen bitten für alle Unternehmungen, die zum Ziel haben unsere wunderbaren Wälder, die Fluren, die Luft und das Wasser rein zu erhalten und an die kommenden Generationen so zu übergeben, dass auch sie davon leben und dass auch sie Freude daran haben können.

Aber wir müssen auch Sorge tragen, dass der Mensch geschützt bleibt, dass der Mensch geschont wird. Dazu gehört der Einsatz für alle Menschen, die – aus welchen Gründen auch immer – aus ihrer Heimat, aus ihrem angestammten Stückchen Land, geflohen sind. Tun wir unser Möglichstes, damit die Kriege ein Ende nehmen, die immer noch am Ursprung der Migrationsbewegungen und der Flüchtlingsbewegungen stehen, die die Menschen auch zu uns bringen. Ich darf an dieser Stelle ein herzliches „Vergelt’s Gott“ sagen für alle Bemühungen in den Pfarreien, die Menschen, die zu uns kommen, mit offenen Armen, mit Respekt und Nächstenliebe, aufzunehmen und ihnen an der Seite zu stehen. Schöpfungsschutz ist auch und gerade Menschenschutz.

Bitte machen Sie sich auch eine besondere Sorge von mir um das Wohl des Menschen zu Eigen. Wir erleben gegenwärtig eine Diskussion, die beinahe einem Kulturkampf gleichkommt. Die Öffentlichkeit debattiert die Frage nach dem Wesen des Menschen als Mann und Frau. Es ist gut vom Schöpfergott so eingerichtet, dass in der liebenden Verbindung von Mann und Frau neues Leben entsteht und auf diese Weise Zukunft eröffnet wird. Unsere Gegenwart ist aber momentan geprägt durch eine Diskussion, ob die Zweigeschlechtlichkeit, der Mensch als Mann und Frau, sozusagen nur ein Kulturprodukt ist. Es gibt laute Stimmen, die behaupten, dass die primären und sekundären Geschlechtsmerkmale nichts mit der Identität des Menschen zu tun haben. Eine Frau oder ein Mann käme angeblich nicht als Mann oder Frau auf die Welt, sondern man werde durch die Gesellschaft und durch die Rahmenbedingungen erst dazu gemacht!

Liebe Schwestern und Brüder! Natürlich, gewisse Rollen sind zeitbedingt und diesbezüglich mag sich das eine oder andere auch ändern. Aber Vatersein-Können und Muttersein-Können: das macht das Wesen aus von Mannsein und Frausein und ist nicht kulturbedingt, das ist schöpfungsbedingt! Das ist vom Schöpfergott in diese seine Schöpfung hineingelegt. Wer das bestreitet und wer vielleicht sogar schon Kindern im Kindergarten und in der Schule einreden möchte, man könne sich das irgendwann einmal aussuchen, ob man Mann oder Frau sein will, um dann in irgendeine der verschiedenen Spielarten der Existenz hineinzuwachsen, der leugnet die Gutheit der Schöpfung; und ich fürchte auch, dass er sich an den jungen Menschen versündigt! Weil es nicht gut gehen kann, zu meinen, man könne sich seine geschlechtliche Bestimmung irgendwann einmal aussuchen. Über niemanden ist der Stab gebrochen, der Schwierigkeiten hat, sein biologisches Geschlecht anzunehmen. Aber in solchen Situationen muss man jemandem helfen, sein Mannsein und sein Frausein annehmen zu können. Das geht nicht chirurgisch, das geht nur menschlich und pastoral. Bitte, lassen Sie sich nicht von diesen Ideologien und von diesen Theorien irre machen. Gott hat den Menschen geschaffen als Mann und Frau und er hat die Verbindung von Mann und Frau durch Jesus Christus zum Sakrament, zu einem Zeichen der Liebe und auch der fruchtbaren Liebe Gottes zu den Menschen erhoben. Etwas Größeres kann man gar nicht sagen über das Miteinander von Mann und Frau. Und die Sichtweise der Kirche ist – da bin ich felsenfest davon überzeugt – die allein zukunftsfähige Sicht auf den Menschen. Nur vor diesem Hintergrund wird unser Land und unser Volk und unsere Gesellschaft und auch die Kirche darin wirklich Zukunft haben!

Lassen wir uns das an einem Tag wie diesem, der der Größe und der Schönheit von Gottes Schöpfung gewidmet ist, auch mit auf den Weg geben! Lassen wir uns nicht irre machen durch alle möglichen seltsamen Theorien, die ganz offenkundig der Wirklichkeit widersprechen. Vor ein paar Tagen hat ein Biologieprofessor in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung nur sein Kopfschütteln und auch seine Sorge im Zusammenhang mit diesem von mir angesprochenen Thema zum Ausdruck gebracht (vgl. Hans Peter Klein, Heldenhafte Spermien und wachgeküsste Eizellen, in FAZ vom 21. Mai 2015, 8). Er wehrt sich dagegen, dass man die Biologie in die Soziologie auflöst. Genau das ist das Thema! Die Theorien der Gender-Ideologie stehen im krassen Widerspruch zu den gesicherten Erkenntnissen der Biologie, dass sich Mannsein und Frausein eben schon von ihrer biologischen Grundlage unterscheiden. Jeder Mensch mit gesundem Menschenverstand hat das auch schon vorher gewusst. Aber es gibt welche, die wollen uns das ausreden. Sogar zeitgenössische Songwettbewerbe werden missbraucht, um gezielt Verwirrung zu stiften. Das lassen wir nicht zu – gerade auch an einem Tag wie diesem, da uns der Schöpfergeist und der Erlösergeist in einer besonderen Weise in der Liturgie zugesprochen wird, vergewissern wir uns der Gutheit der Schöpfung, der Schöpfung des Menschen als Mann und Frau.