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Schöpfungsfreundlich! – Landkreis Kelheim und Kirchen setzen sich für den Klimaschutz ein

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Sechzig Teilnehmer aus dem gesamten Landkreis Kelheim, die der Einladung des Landkreises und der katholischen und evangelischen Kirche folgen, zeugen von starkem Interesse und großem Verantwortungsbewusstsein, wenn es darum geht, dem Klimawandel durch persönlichen Einsatz zu begegnen. Das Thema „Kirchliche Umweltmanagementsysteme“ wird vom aufmerksamen Publikum im Anschluss an den Fachvortrag aktiv in einer Podiumsdiskussion hinterfragt. Das Ergebnis spricht für sich: Acht kirchliche Gemeinden wollen sich mit den konkreten Umsetzung von Umweltmanagementsystemen im eigenen Umfeld befassen. Das Pilotprojekt im Landkreis Kelheim, das von der Katholischen Erwachsenenbildung begleitet wird, könnte in den kommenden Jahren auf andere Landkreise übertragen werden.

Die vielen Vertreter der Kirchen- und Pfarrgemeinden, die am 27. Januar 2010 zur Regionalmanagement-Veranstaltung „Schöpfungsfreundlich handeln – Energiekosten sparen durch aktiven Klimaschutz“ eintrafen, folgten dem abwechslungsreichen Programm von Vorträgen und Praxisbeispielen mit großer Aufmerksamkeit. Dabei ging es um die Möglichkeiten kirchlicher Umweltmanagementsysteme wie „Grüner Gockel“ und EMAS-Zertifizierungen, von Raumbelegungsplänen, die die Heizkosten senken helfen, bis hin zu Umweltteams, die systematisch Stromeinsparmöglichkeiten untersuchen und konkret umsetzen.

Die Wichtigkeit der Rolle der Kirchen betont Bernd Brinkmann, zuständig für Umweltmanagement und Klimacheck bei der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Bayern (ELKB), indem er auf die Vorbildfunktion der kirchlichen Einrichtungen eingeht: „Der Lerneffekt, den die Einführung eines Umweltmanagementsystems mit konkreten Energieeinsparmaßnahmen in kirchlichen Gebäuden, breitet sich über die Gemeindemitglieder auch in die Privathaushalte aus. So leisten die Kirchen einen großen Beitrag für den Klimaschutz.“

Vor dem Hintergrund, dass es bislang in der Diözese Regensburg noch keine zertifizierten Pfarrgemeinden gibt, unterstreicht Hans Gfesser, Geschäftsführer des Bischöflichen Sekretariats der Diözese Regensburg, den Pilotcharakter dieser Veranstaltung: „Das Bistum Regensburg unterstützt Pfarrgemeinden im Landkreis Kelheim, die sich für die Einführung eines Umweltmanagementsystems entscheiden, finanziell und organisatorisch. Zu Beginn nach Möglichkeit durch Vermittlung eines Kirchlichen Umwelt-Auditoren zur beratenden Begleitung und nach erfolgter Zertifizierung durch einen finanziellen Zuschuss. Ziel ist, dass diese Pfarreien als Vorbilder für das ganze Bistum dienen können und weitere Pfarreien und Einrichtungen dadurch ermutigt werden sich auf den Weg zu nachhaltigem schöpfungsfreundlichen Handeln machen.“

Der gastgebende Monsignore Johannes Hofmann und Dr. Wolfgang Schürger, Beauftragter für Klimaverantwortung der ELKB, rückten beide die gemeinsame ökumenische Ebene ins Licht, die der Einsatz für die Schöpfung mit sich bringt: Christen sehen im Einsatz für den Klimaschutz die praktische Umsetzung des Auftrags Gottes, des Schöpfers, die Erde zu bebauen und zu bewahren. Auf diese Weise setzen sie sich ein für ein friedliches und zukunftsfähiges Miteinander.

Landrat Dr. Hubert Faltermeier ist sich sicher, dass bei den Anwesenden die Impulse, die der Landkreis gemeinsam mit den Kirchen für den Klimaschutz gibt, auf fruchtbaren Boden fällt. „Wir müssen das Rad nicht immer wieder neu erfinden. Aber wir müssen Erfolgsrezepte kennen, um sie einsetzen zu können.“ Die Aufbruchstimmung ist spürbar: „Der Weg war nicht umsonst. Mit dem heutigen Abend kommt vieles in Bewegung“, so die Rückmeldung eines Teilnehmers aus Teugn. Für die interessierten Gemeinden der beiden Kirchen bietet die Katholische Erwachsenenbildung (KEB), die bereits für die Informationsveranstaltung Projektpartner war, am 20. Mai 2010 eine Fortbildungsveranstaltung mit Umweltgutachter Thorsten Grantner. Der Geschäftsführende Bildungsreferent der KEB im Landkreis Kelheim, Gregor Tautz, betont „Uns ist eine aktive Begleitung der engagierten Gemeinden ein wichtiges Anliegen“.

Informationen über Vorgehensweise und Fördermöglichkeiten bei der Einführung von kirchlichen Umweltmanagementsystemen können beim Regionalmanagement eingeholt werden:

Katharine Zepf,
Regionalmanagerin Landkreis Kelheim. (Kontaktdaten: Tel. 09441-207-392 / E-Mail: katharine.zepf(at)landkreis-kelheim.de