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Sankt Markus Schwimmbach renoviert

Weiter der Mittelpunkt des Ortes

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Am vergangenen Sonntag war es endlich soweit: nach gut fünf Jahren umfangreicher Sanierungs- und Renovierungsarbeiten an der Expositurkirche Sankt Markus in Schwimmbach in der Gemeinde Leiblfing im Landkreis Straubing-Bogen konnte mit Bischof Dr. Rudolf Voderholzer die Wiedereröffnung gefeiert werden. Die ursprünglich für 2. August 2020 geplante Feier fiel der Corona-Pandemie zum Opfer, in diesem Jahr musste alles „kleiner“ organisiert werden aufgrund der Pandemieeinschränkungen und das Wetter spielte bedauerlicherweise für den geplanten Feldgottesdienst nicht mit.

Nichtsdestotrotz war es ein herrlicher Festgottesdienst in der mit vielen Sonnenblumen schön geschmückten Expositurkirche, bei dem anfangs Pfarrer Leo Heinrich ein herzliches Vergeltsgott an den Bischof und die Kirchenbesucher für die zahlreiche Teilnahme aussprach. Bischof Rudolf wiederum freute sich, dass er seinen Weg „Hinein ins Bistum“ nach dem Besuch fast aller Pfarrkirchen nun auch mit den Expositurkirchen fortfahren kann. Den Schwimmbachern zollte er großes Lob, da sie als fleißige Kirchgänger bekannt sind. In seiner Predigt erklärte er, dass das heutige Evangelium die Fortsetzung vom vergangenen Sonntag von der wunderbaren Brotvermehrung sei. Jesus habe die knurrenden Mägen gesättigt und so konnten die Menschen wieder seinen Worten lauschen. Bischof Rudolf bezeichnete die Brotvermehrung als Prüfung und verwies auf den Dialog der Jünger mit Jesus, den er als hochaktuell sehe: „Wovon leben wir wirklich?“

Brotvermehrung im Gäuboden

Anschaulich erläuterte der Bischof, wie die letzten 100 Jahren hier am Rande des Gäubodens die Brotvermehrung erlebt werden konnte. Wie viele Erntehelfer mussten antreten noch vor Jahrzehnten, um die Ernte nach Hause zu bringen! Heutzutage gebe es durch Technik, Wissenschaft und menschliche Arbeit eine unermessliche „Brotvermehrung“ mit einem „mehr an Ernte“ oder auch schier unendlich vielen unterschiedlichen Brot- und Semmelsorten im Bäckerladen. „Die Zeiten ändern sich“, resümierte der Bischof und schlug die Brücke zu jenen Menschen, die bereits im 16. Jahrhundert die Schwimmbacher Kirche gebaut und 1932 erweitert hatten. Damals musste noch schwer körperlich gearbeitet werden. Heute erlebe man einen Überfluss, durch technische Möglichkeiten gewinne man Freizeit. Wie werde das aber umgesetzt? „Jesus will Herz und Sinn weiten, das sagen uns die Evangelien in diesen Sommermonaten“, betonte Bischof Rudolf. Diese Worte sollen hungrig machen nach Gerechtigkeit, Liebe und Frieden. Voller Dankbarkeit sehe man heute auf das Geschaffene hier in Schwimmbach, wo viele materielle Gaben die nötige Renovierung ermöglicht haben und nun wieder eine Begegnung mit dem lebendigen Gott möglich ist. Es sei ein großartiges Zeichen des wahren christlichen Glaubens, wenn auch die Kirche vor Ort nicht vergessen wird. Großes Lob sprach er an Kirchenpfleger Franz Eiglsperger aus für seine immense Sorge um die Kirche.

Kreativer Pfarrer mit Video-Clips

Ein Vergeltsgott bekam Pfarrer Leo Heinrich für sein seelsorgerisches Wirken, das er mit „viel Kreativität und Humor“ ausführt. „Ich habe mir seine Video-Clips angesehen. Das macht er gut, gell?“, sagte der Bischof mit lachendem Blick in die Runde, und spontaner Applaus der Kirchenbesucher bestätigte dies. Auch Diakon Nuno Rigaud, Pastoralreferentin Nina Fuchs und der Praktikant, die zahlreichen Ministranten, der Kirchenchor und alle, die sich um Blumenschmuck und Pflege der Kirche sorgen, erhielten Lob und Dank. „Bitte nutzt Eure Kirche gut. Kommt auch untertags zum Beten her“, bat der Bischof abschließend.

Schäden im Innenraum

Gemeinsam mit Pfarrer Leo Heinrich feierte Bischof Rudolf am Altar die Eucharistie. Den musikalischen Bestandteil der Liturgiefeier gestaltete der Kirchenchor Schwimmbach unter der Leitung von Alexandra Kerscher. Nach dem Pontifikalsegen sprach Kirchenpfleger Franz Eiglsperger und gab einen Rückblick auf die Baugeschichte. Er erzählte, dass Bischof Manfred Müller vor 24 Jahren den Volksaltar geweiht hatte. 2015 hat die Kirchenverwaltung Schwimmbach beschlossen, die in die Jahre gekommen Kirche zu renovieren und wieder zu ertüchtigen. Beauftragt wurde das Architekturbüro Katharina und Richard Wagner. Massive Risse an den Außenwänden, undichte Fenster und ein zu renovierender Dachstuhl machten das Vorhaben unumgänglich. Die besondere Herausforderung war es, dass die Außenmauer mit zehn Pfählen fixiert werden musste, die teilweise elf Meter unter das Grundfest gepresst wurden. Zwangsläufig traten dabei auch Schäden im Innenraum auf, die dann in den Folgejahren im Zuge der Innenrenovierung saniert wurden. Zahlreiche Bauarbeiten wurden erledigt. Ausdrücklich lobte der Kirchenpfleger die Bemühungen des Bischöflichen Baureferates. Dank erhielten Silke und Georg Wurm für die „Ausweichmöglichkeit in den Wirtshaussaal“ für die Gottesdienste – bis Corona alles lahmlegte. Auch die Zusammenarbeit mit Pfarrer Leo Heinrich sei bestens und unkompliziert gewesen. Nun erstrahlt das Gotteshaus im neuen Glanz und soll gut genutzt werden.

Über 1,2 Millionen Bausumme

Die Gesamtkosten der Außen- und Innenrenovierung belaufen sich auf gut 1.2 Millionen Euro. „Das Bistum Regensburg beteiligte sich mit 573.600 Euro, meine Damen und Herren, das ist Ihre Kirchensteuer, die Sie gezahlt haben“, betonte Kirchenpfleger Eiglsperger. Weitere Zuschüsse kamen von der Gemeinde Leiblfing mit gut 60 Tausend Euro, der Bayerischen Landesstiftung mit gut 100 Tausend Euro, vom Bezirk Niederbayern mit gut 25 Tausend Euro, dem Landesamt für Denkmalpflege mit 10 Tausend Euro und dem Landkreis Straubing-Bogen mit 16.500 Euro. Spenden gingen in Höhe von 15.650 Euro ein. Die Kirchenstiftung wird 411 Tausend Euro aufbringen.

Gratulation kam von Bürgermeister Josef Moll für die durchgeführte Baumaßnahme, die nun das gesamte Areal aufwertet. Schwimmbach setze ein positives Zeichen mit der Renovierung der Kirche, die Mittelpunkt des Ortes ist und bleibt. Ein Stehempfang im und rund um das Feuerwehrhaus rundete den festlichen Tag ab.