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Zur Neuigkeit
Renovabis-Chef Schwartz zum Umgang mit KI
„Wir müssen die Herren bleiben“
Freising / Regensburg, 29. Juli 2026
Pfarrer Thomas Schwartz, der Hauptgeschäftsführer des kirchlichen Hilfswerks Renovabis, betont: „Wir müssen die Herren der KI bleiben.“ In einem Interview in der Herder Korrespondenz sagt er, dass er „aus eigener Erfahrung" spreche. „Sonst weiß man am Ende nicht mehr, was von einem selbst stammt“, und da sei „die gefährlichste Versuchung bei der KI-Verwendung“.
Anfang Juli hatte der Renovabis-Chef zugegeben, Künstliche Intelligenz für die Anfertigung von Texten benutzt zu haben, die unter seinem Namen veröffentlicht wurden: „Ich bin der Versuchung des schnellen, vielen und wortreichen Schreibens mit Hilfe von KI erlegen.“ Nun forderte er in der Herder Korrespondenz, man müsse sich „klarmachen, dass die KI eben keine Intelligenz ist, sondern diese nur simuliert. Die KI ist nichts anderes als eine riesige Datensammlung, worüber aufgrund von statistischen Wahrscheinlichkeiten Aussagen getroffen werden. Das hat nichts mit Kreativität zu tun. Das, was uns Menschen als Imago Dei auszeichnet, kann von der KI nicht erreicht werden. Diesem Narrativ, mit dem viele Vertreter von KI-Unternehmen versuchen, Menschen ihre Produkte schmackhaft zu machen, müssen wir widersprechen.“
Angesprochen auf die Unterschiede von echter menschlicher Intelligenz und KI sagte Schwartz, letztere könne „keinen Transzendenzbezug haben, sie kann nicht beten und sie kann nicht vergeben, weil sie keine Möglichkeit hat, Scheitern als notwendigen Lern- und Reifungsprozess zuzulassen. Genau das will sie von vornherein verhindern. Sie kann auch nicht sterben und deshalb so etwas wie Endlichkeit anerkennen, die jedem Augenblick seine Kostbarkeit schenkt.“
„Man kann das Leben eines Menschen nicht einfach wie einen Prompt verbessern, sondern muss an einem gewissen Punkt schauen, dass man es jeweils so nimmt, wie man es geschenkt bekommen hat“, führte er aus. „Da sind wir bei der Frage nach dem christlichen Menschenbild – wenn wir die weitere Entwicklung der KI schon nicht verhindern können. Kassandrarufe helfen hier nicht weiter. Wir stehen vor der Aufgabe, das Proprium des Menschseins in einer sich solchermaßen wandelnden Gesellschaft zu schützen.“
Mit Blick auf die Zukunft der KI in der Gesellschaft forderte der Hauptgeschäftsführer von Renovabis: „Wir brauchen eine Begrenzung der Macht der Techkonzerne. Ohne eine demokratische Kontrolle dieser Entitäten oberhalb von Staaten kommen wir nicht weiter. Die Demokratie muss sich als stärker als ökonomische Interessen erweisen. Immerhin gibt es schon eine europäische KI-Gesetzgebung. Es braucht nicht noch ein weiteres umfangreiches Papier, sondern eine Art Gesellschaftsvertrag, in dem geregelt wird, wo KI eingesetzt werden darf und wo sie nicht eingesetzt werden sollte.“
Text: CNA Deutsch
(sig)
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Unser Bild zeigt einen Ausschnitt des Freskos „Erschaffung des Adam“ von Michelangelo Buonarotti in der Sixtinischen Kapelle im Vatikan.




