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Zur Neuigkeit
Das Bistum Regensburg trauert um den Abt em. der Prämonstratenser
Pater Thomas Handgrätinger OPraem verstorben
Regensburg, 27. Juli 2026
Gott, der Herr über Leben und Tod, hat Pater Thomas Handgrätinger OPraem Abt em. am 24.7.2026 zu sich in sein himmlisches Reich gerufen.
Pater Thomas Handgrätinger wurde am 04.03.1943 geboren und am 29.06.1969 in Regensburg zum Priester geweiht. Am 12.04.1976 wurde Pater Thomas zum Prior de regimine des Klosters Windberg gewählt. Am 04.03.1994 wählte ihn das Kapitel der Kanonie Windberg zum Abt. Am 30.09.2003 wurde Abt Thomas auf einem außerordentlichen Generalkapitel in Rom zum Generalabt der Prämonstratenser gewählt.
Die Aussegnung findet am Donnerstag, 30.07.2026 um 19 Uhr in der Marienkapelle am Friedhof in Windberg statt.
Das Requiem und Beerdigung wird am Montag, 03.08.2026 um 11:00 Uhr im Kloster Windberg gefeiert mit anschl. Beerdigung im Konventgrab am Friedhof.
Ich bitte Sie alle um Ihr Gebet für unseren Mitbruder. Möge Jesus Christus, der Hohepriester und Gute Hirt, ihn aufnehmen in sein himmlisches Reich.
Domdekan Msgr. Dr. Roland Batz
Generalvikar
(kw)
„In manus tuas – in deine Hände“
(Abtsmotto)
In österlichem Glauben übergeben wir P. Thomas Sieger Anton Handgrätinger OPraem 46. Abt von Windberg 64. Generalabt des Prämonstratenser-Ordens * 04.03.1943 in Ulm + 24.07.2026 in Windberg den liebenden Händen Gottes.
Sieger Anton Handgrätinger, geboren am 4. März 1943 in Ulm, trat nach seiner Gymnasialzeit bei den Benediktinern in Rohr und den Jesuiten in Nürnberg am 8. September 1963 in die Prämonstratenser-Abtei Windberg ein und erhielt den Klosternamen Thomas (von Aquin). Seine Profess auf Zeit legte er am 8. September 1965 ab. Das theologische Studium absolvierte er von 1965 bis 1969 in Innsbruck; am 29. Juni 1969 empfing er im Regensburger Dom durch Bischof Rudolf Graber die Priesterweihe. Bereits früh entwickelte er eine besondere Freude an der Schulseelsorge und der Jugendbildungsarbeit.
So war P. Thomas Religionslehrer und zugleich an der Fortbildung der Religionslehrer im Bistum Regensburg beteiligt. 1971 bis 1993 war er Bildungsreferent und Leiter der Jugendbildungsstätte Windberg – eine Aufgabe, die ihm sehr am Herzen lag. Dabei prägte er das Haus maßgeblich durch lebensnahe Kurse zu verschiedensten religiösen und gesellschaftlichen Themen. Zusätzlich setzte er sein Charisma in der Jugendarbeit des Landkreises und des Bistums ein. Seine lebendige Art bleibt vielen Zeitgenossen in Erinnerung. Seine enge Verbundenheit zu früheren Weggefährten zeigte sich besonders in der engen Kontaktpflege, selbst im fortgeschrittenen Alter.
1976 wurde P. Thomas vom Windberger Konvent zum „Prior de regimine“ gewählt und 1994 zum 46. Abt von Windberg. Die Abtsbenediktion durch Bischof Manfred Müller fand am 31. Mai in der Pfarr- und Klosterkirche Windberg statt. Als Abt setzte er sich für die Belange des Klosters und seiner Gemeinschaft mit Umsicht und Weitblick ein. Ein markantes Kapitel seiner Amtszeit war die Wiederbesiedlung der ehemaligen Reichsabtei Roggenburg im Jahr 1982, das 1992 zum abhängigen Priorat Windbergs erhoben wurde.
Seit 1988 bekleidete P. Thomas das Amt des 1. Definitors, fungierte als Stellvertreter des Generalabtes, und ab 1993 war er Novizen- und Juniorenmeister in Windberg. Zudem übernahm er ab dem 1. Dezember 2000 die Administration der Oberpfälzer Prämonstratenser-Abtei Speinshart. 2003 wurde er zum 64. Generalabt des Prämonstratenserordens gewählt. Damit verließ er nach vier Jahrzehnten Klosterleben im Bayerischen Wald die gewohnte Umgebung und verlegte seinen Lebensmittelpunkt in die Ewige Stadt.
Auch nach seinem Umzug nach Rom gewann P. Thomas rasch die Herzen der Menschen durch seine offene Art. Als Generalabt zeigte P. Thomas trotz seiner verantwortungsvollen Aufgabe eine Offenheit und Einfachheit in der Begegnung mit den Schwestern, Brüdern und Gästen aus aller Welt. Als Generalabt unternahm er zahlreiche Reisen zu allen Häusern des Ordens weltweit. Es war ihm besonders wichtig, das Band der Einheit zwischen den Prämonstratenserklöstern zu knüpfen. P. Thomas war immer bemüht um eine authentische Lebensführung und blieb doch bisweilen hinter diesem Anspruch zurück und hat auch Entscheidungen in seinem Leben getroffen, die heute sicher anders getroffen werden müssten. Seit 2018 verbrachte er seinen “Ruhestand“ in seinem Windberger Heimatkloster. Sehr bescheiden brachte er sich in die Gemeinschaft von Windberg ein. Thomas war ein sehr belesener, vielseitig interessierter Mitbruder, der mit seiner Spiritualität viele Menschen begeistern konnte.
P. Thomas wurde regelmäßig zu Festpredigten und Exerzitien eingeladen und war Verfasser zahlreicher Artikel und Bücher zur Spiritualität und Geschichte des Ordens sowie seiner Heiligen. Darüber hinaus koordinierte und begleitete er über Jahre die AG Praemonstratensia, eine deutschsprachige Forschergruppe, die sich mit der Geschichte des Ordens beschäftigt.
Seine Spiritualität war stark von der Regel des Hl. Augustinus und dem Charisma des Hl. Norbert geprägt: Das gemeinschaftliche Leben, das Gebet, die Feier der Eucharistie und der Dienst am Menschen standen für ihn im Mittelpunkt. Seine Predigten waren kraftvoll. Doch betonte er wiederholt, dass der christliche Glaube sich nicht nur in Worten, sondern vor allem in einer glaubwürdigen Lebensweise zeigen müsse. Seine Treue zum Chorgebet war ein Vorbild für die Ordensgemeinschaften in Windberg und Roggenburg, ja auf der ganzen Welt.
Besonders geschätzt wurde an P. Thomas seine menschliche Nähe: Er war ein offener und geduldiger Zuhörer, was vielen Menschen Mut machte. Seine Bescheidenheit und Herzlichkeit prägten seinen Umgang mit den vielen Gästen, die unsere Gemeinschaft besuchten. Die Zuneigung zum Menschen war ihm wichtig bis zum Ende seines Lebens.
Die späte Lebensphase von P. Thomas war von einer Krebserkrankung geprägt. Als das Leben immer schwerer wurde, erfuhr er die Unterstützung durch die mobile Krankenstation, den Palliativdienst, Subprior Marcus und Frater Korbinian. P. Thomas war immer interessiert an einem guten Gespräch, verlor nie das Interesse an seinem Orden und wollte gut darüber informiert sein, was in der Welt geschieht.
Zu seinen Auszeichnungen gehören die Medaille „Pro meritis scientiae et litterarum“ (1993) und das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse (2004), außerdem wurde er 2003 Ehrenbürger der Gemeinde Windberg. P. Thomas war sicher ein Brückenbauer zwischen Kirche und Welt, zwischen Tradition und Gegenwart sowie zwischen unterschiedlichen Kulturen. Sein äbtliches Motto „In manus tuas“ – „in deine Hände“ – war sein Programm als Ordensmann. Er wusste sich immer in Gottes Händen geborgen, und dieses Wissen gab ihm die Kraft für seine Sorge um viele Menschen. Wer sein Leben in Gottes Hände legt, kann selbst mit offenen Händen für die Menschen da sein. Wir vertrauen nun darauf, dass P. Thomas in Gottes Händen gut aufgehoben ist.
Hl. Norbert und Hl. Augustinus, bittet für ihn!
Abt Petrus-Adrian Lerchenmüller OPraem
und Konvent der Kanonie Windberg
Weitere Infos
Konzelebranten für das Requiem sind gebeten sich in der Abtei Windberg unter der Telefon-Nr.: 09422/824-200 oder E-Mail: pforte(at)jugendbildungsstaette-windberg.de zu melden.
Die liturgische Farbe ist weiß.
Alle Sterbemitteilungen finden Sie weiterhin unter Bistum/Verstorbene Priester




