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Zur Neuigkeit
Assisi: Franziskus-Reliquien werden erstmals gezeigt
Ausstellung als Zeichen des Friedens
Regensburg, 3. März 2026.
Derzeit können in Assisi erstmals in der Geschichte die Reliquien des heiligen Franziskus besucht und dabei besichtigt werden. Diese öffentliche Ausstellung der sterblichen Überreste des Heiligen läuft seit dem 22. Februar, am 22. März 2026 endet sie. Das vielbeachtete Ereignis findet aus Anlass seines 800. Todestages statt, der in diesem Jahr begangen wird.
Zahlreiche Menschen haben sich in Assisi angemeldet, um die Reliquie zu sehen. Die Schlangen vor dem Eingang zur Ausstellung, in der der Glassarg gezeigt wird, bilden sich schon in den frühen Morgenstunden. Dabei stellten die Gebeine nicht bloß historische Überreste dar, sondern eine lebendige christliche Erfahrung, wie der designierte Bischof von Assisi-Nocera Umbra-Gualdo Tadino und Foligno, Felice Accrocca, feststellt. Für den neuen Bischof von Assisi, der als einer der bedeutendsten Forscher mittelalterlicher franziskanischer Quellen gilt, steht die bleibende Aktualität von Franziskus außer Frage.
Accrocca äußerte gegenüber der Nachrichtenagentur der italienischen Bischofskonferenz SIR, es gehe den heutigen Gläubigen in Assisi wie beim Besuch des Grabes eines geliebten Menschen. Hier wie dort gehe es vielmehr darum, sich an dessen Leben und Vermächtnis zu erinnern. Auch achthundert Jahre nach seinem Tod übe Franziskus eine außergewöhnliche Anziehungskraft aus – in einer Zeit, in der vieles schnell konsumiert und vergessen werde.
Franziskanische Friedensvision
Accrocca zufolge liegt die bleibende Faszination des Heiligen nicht in Wundern oder Stigmata, sondern darin, dass Franziskus das Evangelium radikal und originell gelebt habe. Assisi ziehe Menschen an, weil Franziskus dort wie ein geistlicher „Magnet“ wirke. Zugleich sei der Schritt von bloßer Frömmigkeit zur konkreten Nachfolge schwierig: Es reiche nicht, religiöse Formen zu pflegen – entscheidend sei, das Evangelium wirklich zu leben. Die Versuchung bestehe darin, sich einen Gott „nach menschlichem Maß“ zu schaffen, während das Evangelium umgekehrt den Menschen „nach Gottes Maß“ vorschlage.
Mit Blick auf aktuelle Konflikte – Assisi liegt geografisch etwa gleich weit von Kiew wie von Gaza entfernt – unterstreicht Accrocca die Friedensbotschaft des Heiligen. Franziskus habe sich selbst als Friedensboten verstanden und Mauern eingerissen, um Brücken zu bauen. Die Lehre des heiligen Franziskus möge heute zur Grundlage neuer Friedensabkommen werden, so Accrocca. Der neue Bischof wird am 25. März in der Kathedrale San Rufino in sein Amt eingeführt. Seine Ernennung im Jubiläumsjahr habe er „mit einem tiefen Gefühl der Verantwortung“ aufgenommen. Als renommierter Kenner franziskanischer Quellen vertraue er jedoch darauf, dass Franziskus ihn in seiner neuen Aufgabe begleiten werde.
Text: Vatican News
(sig)




