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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf Voderholzer feiert am Ostersonntag im Regensburger Dom die Auferstehung Christi
Christus ist das Wasser des Lebens
Regensburg, 5. April 2026
Am Ostersonntag feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer das höchste Fest der Christenheit zusammen mit zahlreichen Gläubigen im Dom zu Regensburg und verkündete die frohe Botschaft der Auferstehung Jesu Christi.
Unter den Konzelebranten befanden sich u. a. Weihbischof Dr. Josef Graf sowie das Regensburger Domkapitel. Als Diakon wirkte Lothar Landendinger. Für die musikalische Gestaltung sorgten der Chor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß, eine Männerschola unter der Leitung von Max Rädlinger sowie ein Blechbläsergruppe. An der Orgel spielte Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber.
Wasser ist Grundlage allen Lebens
In seiner Predigt (in Anlehnung an Joh 20,1–18) hob Bischof Voderholzer mit einem Verweis auf einen sich neu ausbreitenden Osterbrauch an: In der Osterzeit würden vielerorts die Brunnen auf den Plätzen zahlreicher Ortschaften geschmückt und verziert. Diese Orte, Treffpunkte und Kommunikationszenren, erhielten so eine besondere Aufmerksamkeit. Ausgehend von Oberfranken breitet sich diese junge Tradition auch zunehmend in Altbayern aus: Ostereier, Buchszweige und Blumen erfreuen das Auge der Betrachter und künden vom Neuanfang in der Natur und machen besonders auf das Wasser aufmerksam. Es ist die Grundlage allen Lebens. Der Ursprung des Brauches sei ungewiss, heißt es in vielen Publikationen. Das hochproblematische „Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens“ (1927–1942) blendet weitgehend Bezüge zur christlichen Liturgie und Bibel aus. Auch die Taufe bleibt im Zusammenhang mit dem Wasser oder dem Thema Brunnen unerwähnt. Bischof Voderholzer konstatiert hierzu: „Hätte man sich einmal mit dem Regensburger Dom befasst, wäre man eines Besseren belehrt worden.“
Der Brunnen im Regensburger Dom
Er verwies hierzu auf eine Besonderheit des Regensburger Domes: Der Ziehbrunnen (im vorderen, südlichen Seitenschiff gelegen) stellt eine außergewöhnliche Seltenheit innerhalb eines Kirchenraumes dar. Als weitere vergleichbare Beispiele nannte der Diözesanbischof den Ostchor des Bamberger Domes sowie das Freiburger Münster. „Bei Führungen durch den Dom“, so der Bischof weiter, „taucht meist die Frage auf: Warum hat man denn im Dom einen Brunnen gegraben?“ Diese Frage sei indessen schlicht falsch gestellt. Der Brunnen sei nämlich sogar noch älter als der gotische Regensburger Dom, der in diesem Jahr auf 750 Jahre seines Bestehens zurückblicken kann. Im Vergleich zum Vorgängerbau wurde der Bauplatz nach Südwesten verschoben und so der Brunnen in diesen integriert. Bischof Rudolf verwies zudem auf einen ganz praktischen Aspekt: „Wo Wasser ist, kann man leben, eine Zeit lang überleben – der Dom als Zufluchtsort in schweren Zeiten.“
Christus im Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen
Zur Taufe oder anderen liturgischen Zwecken schien man den bis heute funktionierenden Brunnen indes nicht genutzt zu haben. Die Taufkirche, der Taufort des Regensburger Domes, sei seit jeher die Kirche St. Johann (u. a. auch Johannes dem Täufer als Patron geweiht) in unmittelbarer Nachbarschaft gewesen. Wegweisende Taufen, wie jene der 14 böhmischen Adeligen am 13. Januar 845, seien dort vollzogen worden. Sie hatten maßgeblich zur Christianisierung Böhmens beigetragen. Diesem Taufort wollte man keine Konkurrenz machen. Und doch ist der Brunnen im Dom, so der Bischof, ein ganz besonderer Ort, und alle Gläubigen seien herzlich eingeladen, einmal dort zu verweilen und die besondere Aura zu genießen. Bis zum Jahr 1470/80 war der Brunnen zunächst in Holz gefasst, bevor er ein polygonales Brunnenbecken erhielt. Im Jahr 1500 setzte der damalige Baumeister Wolfgang Roritzer – aus der berühmten Dombaumeisterdynastie stammend – einen reichen Maßwerkbaldachin darauf. Zwei profilierte Pfeiler tragen diesen und erwecken den Eindruck eines blühenden Baumes als Zeichen des Lebens. Zwei Steinfiguren zieren den vorderen Pfeiler und illustrieren die Brunnenszene im Johannesevangelium „Christus im Gespräch mit der Samariterin am Jakobsbrunnen“ (Joh 4). Dieser steinerne Schmuck mit unvergänglichen Blumen interpretiere eines der tiefsten Taufvorbereitungs-Evangelien: Jesus verwickelt die Samariterin am Brunnen in ein Gespräch über die wahre Lebenssehnsucht der Frau. Er gibt sich als Messias und als das Wasser des Lebens zu erkennen, und die Samariterin findet dadurch zum Glauben. Der schwer belasteten Frau wird vom Wasser des Lebens zu trinken gegeben, und so verwandelt sie sich durch Christus selbst in eine Quelle für ihre Mitmenschen. Auf diese Weise wird der Brunnen im Regensburger Dom, so Bischof Voderholzer weiter in seiner Predigt, zu einem Ort der Hoffnung, der Sehnsucht nach Christus und der Lebendigkeit im Bildnis des Wassers. Der Regensburger Künstler Manfred Sillner habe das Motiv des Ziehbrunnens im Dom in einer Graphik 1999 so wiedergegeben, dass sich im Wasserkrug der Samariterin die Türme des Regensburger Domes spiegelten, abgebildet in der Regensburger Sonntagsbibel, S. 96.
Dies aber sei der wahre und eigentliche Ursprung des Brunnenschmückens: das Wissen um die Bedeutung der Taufe im Wasser und im Heiligen Geist. Darin, so merkte Bischof Rudolf an, vergleichbar mit der Segnung von Flüssen und Seen anlässlich der Taufe Jesu, „die wir jährlich vornehmen, wenn wir im Januar am Fest der Taufe des Herrn die Donau segnen, unseren Jordan.“
Brunnen erinnern an das Geschenk der Taufe
Bischof Rudolf dankte sodann Dommesner Feigl und seinem neuen Kollegen, Herrn Wolf, dass sie neben dem Altarschmuck auch den Schmuck des Brunnens aufs Beste besorgt hatten. Gerade im Jubiläumsjahr würde dem Brunnen damit die notwendige Aufmerksamkeit gebührend zuteilwerden, und auch für den Bischof selbst ist und bleibt er ein besonderer Punkt im Kirchenschiff: „Dieser Brunnen – er ist einer meiner Lieblingsorte im Regensburger Dom.“ Dieser und unzählige weitere Brunnen erinnern besonders zur Osterzeit an das Geschenk der Taufe – sie ist das Ostergeschenk schlechthin: „Maria aus Magdala, welche die Sehnsucht und tiefe Verbundenheit in aller Früh zum Grab hat gehen lassen, wird vom Auferstandenen beim Namen gerufen. Und in diesem Gerufenwerden erkennt sie ihn.“ Wir alle, so schloss der Bischof seine Predigt, werden bei Taufe und späterer Firmung mit unserem Namen angesprochen. Im sakramentalen Zeichen von Wasserbad und Salbung treten wir in eine Schicksalsgemeinschaft mit dem Herrn. Die Taufe ist die Wiedergeburt und Auferstehung zum unzerstörbaren Leben in der Gemeinschaft mit Christus. Durch sie erhalten die Getauften „die Berufung und Befähigung, Salz der Erde und Licht der Welt zu sein – nicht zuletzt Boten des Friedens zu sein in einer ach so friedlosen Welt.“
Der Bischof dankte zuletzt dem Herrn für die Gnade der Taufe und bat darum, dieses Geschenk des Lebens wachsen und blühen zu lassen, gleich einem Baum am Wasserlauf.
Text: Simon Färber, Fotos: Jakob Schötz
(jas)


















