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Zur Neuigkeit
Ein Mann des Gebetes und der Arbeit
Heiliger Josef, der Arbeiter
Regensburg, 30. April 2026
Im Jahr 1955 hat Papst Pius XII. für den 1. Mai das Fest des hl. Josef, des Arbeiters, eingeführt und den Zimmermann aus Nazaret zum „Patron der Arbeiter“ bestimmt. Es handelt sich dabei um ein Gedenken, das den Nährvater Jesu mit dem „Tag der Arbeit“, der schon vorher im außerkirchlichen Bereich begangen wurde, in Verbindung bringt.
Aussagen der Päpste über den hl. Josef
In den Äußerungen der Päpste nimmt außer der Gottesmutter kein Heiliger so viel Raum ein wie ihr Bräutigam. Papst Pius IX. hat ihn am 8. Dezember 1870 zum Schutzpatron der ganzen Kirche erhoben. Anlässlich des 150. Jahrestages dieses Ereignisses verfasste Papst Franziskus am 8. Dezember 2020 das Apostolische Schreiben „Patris corde“ („Mit väterlichem Herzen“). Papst Franziskus nannte den hl. Josef eine „außergewöhnliche Gestalt“, die jedem von uns „menschlich nahe“ ist. Mit seinem Apostolischen Schreiben „Patris corde“ verfolgte der Papst das Ziel, „die Liebe zu diesem großen Heiligen zu fördern und einen Anstoß zu geben, ihn um seine Fürsprache anzurufen und seine Tugenden und seine Tatkraft nachzuahmen“.
Nicht im Rampenlicht
Oft erleben wir, dass unser Leben von gewöhnlichen Menschen „gestaltet und erhalten wird, die weder in den Schlagzeilen der Zeitungen noch sonst im Rampenlicht der neuesten Show stehen, die aber heute zweifellos eine bedeutende Seite unserer Geschichte schreiben“ (Papst Franziskus). Alle können im hl. Josef, diesem „unauffälligen Mann, diesem Menschen der täglichen, diskreten und verborgenen Gegenwart, einen Fürsprecher, Helfer und Führer in schwierigen Zeiten finden“. Der Bräutigam der Gottesmutter erinnert uns daran, dass jene, die scheinbar im Verborgenen stehen, in der Heilsgeschichte „eine unvergleichliche Hauptrolle spielen“.
Die Hingabe seines Lebens und seiner Arbeit
Die Vaterschaft des hl. Josef drückt sich – so Papst Paul VI. – darin aus, dass er sein Leben „zu einem Dienst, zu einem Opfer an das Geheimnis der Menschwerdung und an den damit verbundenen Erlösungsauftrag gemacht hat“. Sein Leben und seine Arbeit gab er ganz für die heilige Familie hin. Weltweit sind ihm zahlreiche Kirchen geweiht; viele Ordensgemeinschaften und kirchliche Gruppen sind von seinem Geist inspiriert. Im Blick auf den Bräutigam der Gottesmutter gewinnen wir die Gewissheit, dass wir „uns inmitten der Stürme des Lebens nicht davor fürchten müssen, das Ruder unseres Bootes Gott zu überlassen“. Manchmal wollen wir alles kontrollieren, aber Gott hat einen umfassenderen Blick.
Ein Mann mit kreativem Mut
Bei der Lektüre der „Kindheitsevangelien“ kann man den Eindruck gewinnen, dass die Welt den Mächtigen ausgeliefert ist. Durch Josef trägt Gott für die Anfänge der Erlösungsgeschichte Sorge. Der „Beschützer des Erlösers“ ist das wahre „Wunder“, durch das Gott das Kind und seine Mutter rettet. Der Himmel greift ein, indem er auf den kreativen Mut dieses Mannes vertraut. Die „gute Nachricht“ des Evangeliums besteht darin zu zeigen, wie Gott trotz der Arroganz der irdischen Herrscher immer einen Weg findet, seinen Heilsplan zu verwirklichen. Auch unser Leben scheint manchmal starken Mächten ausgeliefert zu sein. Doch das Evangelium sagt uns, dass es Gott immer gelingt, zu retten, „vorausgesetzt, dass wir den gleichen kreativen Mut aufbringen wie der Zimmermann von Nazaret“ (Papst Franziskus). Dieser hat auf die Vorsehung Gottes vertraut.
Schutzpatron der Kirche
Der Sohn Gottes kommt als schwaches Kind in die Welt. „Er macht sich von Josef abhängig, um verteidigt, geschützt, gepflegt und erzogen zu werden. Gott vertraut diesem Mann, ebenso wie Maria, die in Josef denjenigen findet, der immer für sie und das Kind sorgen wird“ („Patris corde“). Insofern wurde der hl. Josef mit Recht zum Schutzpatron der ganzen Kirche erhoben. Jeder Bedürftige, Leidende, Sterbende, Fremde, Gefangene und Kranke ist „das Kind“. Deshalb wird der hl. Josef als Beschützer der Bedrängten, Armen und Sterbenden angerufen. Von ihm können auch wir lernen, Fürsorge und Verantwortung zu übernehmen.
Vater und Arbeiter
Seit dem Erscheinen der ersten Sozialenzyklika „Rerum novarum“ Papst Leos XIII. im Jahr 1891 wird der Bezug des hl. Josef zur Arbeit besonders hervorgehoben. Von ihm lernte Jesus, welchen Wert, welche Würde und welche Freude es bedeutet, das Brot als Frucht eigener Arbeit zu essen. In unserer Zeit ist die Arbeit wieder zu einem drängenden sozialen Thema geworden. Insofern ist es notwendig, im Blick auf den hl. Josef die Bedeutung der Arbeit neu verstehen zu lernen. Das Glück des hl. Josef gründet auf der Logik der Selbsthingabe. Jede wahre christliche Berufung kommt aus einer reifen Form der Selbsthingabe.
Text: Domkapitular Prof. Dr. Josef Kreiml, Leiter der Hauptabteilung Orden und Geistliche Gemeinschaften im Bistum Regensburg
(kw)