Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Brauchtum in Ostbayern: Osterritte im Bayerischen Wald
Traditionelle Pferdeprozessionen am Ostermontag
Regensburg, 5. April 2026
Im Bayerischen Wald liegt das Städtchen Regen – die Perle am Fluss – wie der Ort von den Einwohnern gerne genannt wird. Alljährlich am Ostermontag strömen tausende von Besuchern in die Kreisstadt, um eine der bekanntesten und beliebtesten religiösen Brauchtumsveranstaltungen im Bayerischen Wald mitzuerleben: Der Regener Osterritt, bei dem die Reiter den Segen Gottes für sich und ihre Tiere erbitten.
Hunderte Pferde und Reiter
Den Auftakt der Veranstaltung bildet um 9 Uhr ein Feldgottesdienst, der vom Schnauben und Trampeln der Pferde erfüllt ist. Dann bietet sich den wartenden Zuschauern ein farbenprächtiges Bild. Hunderte von Reitern machen sich mit ihren festlich herausgeputzten Pferden auf den Weg. Schwere Braurösser, pechschwarze Kaltblüter, Haflinger und schlanke Reitpferde ziehen durch die Stadt, prachtvolle Zaumzeuge schimmern, bunter Frühjahrsschmuck ziert Schweif, Mähne und Ohren der Rosse. Aus nah und fern kommen die Teilnehmer, viele Pferde und Reiter haben bereits einen kilometerlangen Anmarsch hinter sich, bevor sie in Regen ankommen. Vom Stadtplatz führt der Weg durch die Straßen der Stadt. Den Höhepunkt der Veranstaltung bildet die Pferdesegnung. Geführt von der Stadtkapelle ziehen Pferde und Reiter auf dem Stadtplatz ein. Hier spricht der Pfarrer den Segen und macht sich dann mit Ministranten und Weihwasser auf den Rundgang über den Platz.
Kaltblüter und Ponys
Seit über 50 Jahren organisiert die Katholische Landjugend den Ritt, bei dem Rösser und Reiter aus dem gesamten Bayerischen Wald vom Stadtpfarrer gesegnet werden. Im Gegensatz zum Pfingstritt in Kötzting sind beim Regener Osterritt auch Reiterinnen auf ihren Pferden willkommen. Senioren auf schweren Kaltblütern traben genauso durch die Stadt wie Jugendliche auf ihren Haflingern oder kleine Kinder auf Shetlandponys.
Pferden wie Reitern sind die bewundernden Blicke der Zuschauer sicher, wenn sie mit eingeflochtenen Mähnen, Schleifen und Blumengebinden im Schweif beziehungsweise im Trachtenjanker oder mit weißer Turnierhose hinter dem Kreuzträger durch die Innenstadt reiten. Das Fest lassen die Rosserer am Abend beim traditionellen Ostertanz ausklingen.
Leonhardiritt in Furth im Wald
Alljährlich am Morgen des Ostermontags findet in Furth im Wald, der über 900 Jahre alten Grenzstadt im Bayerischen Wald, der traditionelle Further Leonhardiritt statt. Weit über 300 Pferde und Reiter werden zu der Reiterprozession erwartet.
Die Geschichte des Further Leonhardirittes geht zurück in das Jahr 1742. Für die Bewohner der Stadt war es ein schicksalhaftes Jahr. Der österreichische Erbfolgekrieg hatte Not und Elend gebracht. Doch damit nicht genug. Es grassierte eine schreckliche Viehseuche, die nahezu den gesamten Viehbestand der Bauern hinweggerafft hatte. In ihrer Bedrängnis geloben die Bürger der Stadt, eine Leonhardikapelle zu errichten. Sie baten den Regensburger Bischof um die Erlaubnis, an der Hauptstraße eine Kapelle bauen zu dürfen. Das Kircherl zu Ehren des heiligen Leonhard wurde schließlich 1751 auf dem Bayplatz gebaut.
Lange Tradition
Von da an ritten Bauern und Pferdebesitzer am Ostermontag betend um die Kapelle. Doch erst über dreißig Jahre später und nach mehrmaligen Bitten erteilte der Bischof den Furthern die Erlaubnis, dass in der Kirche auch Messen gelesen werden durften.
Bis Anfang des 20. Jahrhunderts gab es in Furth im Wald keinen organisierten Leonhardiritt. Nur Einheimische kamen mit ihrem Pferden, um am Ostermontag vor dem Taganläuten um die Kapelle zu reiten. Erst als 1930 das alte Leonhardi-Kircherl dem Straßenverkehr weichen musste und an anderer Stelle wieder aufgebaut wurde, ist die Reiterprozession zu einem großen öffentlichen Ereignis geworden.
Leonhardibrote am Ostermontag
Heute kommen die Teilnehmer aus dem weiten Umkreis, in Trachten und mit geschmückten Pferden machen sie sich unter festlichem Glockengeläut auf den Weg. Begleitet wird der Zug von Musikkapellen, Kreuz- und Fahnenträgern, Kutschen und Truhenwagen. Höhepunkt ist neben der eigentlichen Reiterprozession die anschließende Feldmesse auf dem Stadtplatz. Nach der Segnung von Pferd und Reiter werden geweihte Leonhardibrote verteilt. Warum der Leonhardiritt in Furth im Wald nicht am Leonhardstag Anfang November, sondern am Ostermontag stattfindet, ist allerdings nicht geklärt. Es wird vermutet, dass er auf die Tradition der Osterritte zurückgeht.
Text: Judith Kumpfmüller
Bild: Melanie Bäumel-Schachtner
(to)




