News Bild Regionaltreffen der Ordensleute der Region Schwandorf: „Geborgen am Ende des Lebens“

Regionaltreffen der Ordensleute der Region Schwandorf: „Geborgen am Ende des Lebens“

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(pdr) „Das letzte Drittel des Lebens bietet die Chance mit Gottes Hilfe, der Mensch zu werden, der man immer sein wollte – ein Liebender“- bewegende und aufbauende Worte von Pfarrer i.R. Klaus Stock in seiner Predigt zur Heiligen Messe, anlässlich des Regionaltreffens der Ordensleute der Region Schwandorf, das nun schon zum dritten Mal in der Klosterkirche stattfand. Zahlreiche Ordensleute hatten sich auf Einladung von Pfarrer Dr. Xavier Parambi eingefunden, nicht nur um zusammen den Gottesdienst zu feiern, sondern sich kennenzulernen, wiederzutreffen und auszutauschen. Großen Anklang fand auch der mutmachende Vortrag von Pfarrer i. R. Klaus Stock, zum Thema: „Geborgen am Ende des Lebens: Mit 70 fängt das Leben wieder an.“

Am Anfang des Treffens stand die gemeinsame Feier der Liturgie, die musikalisch begleitet wurde von Schwester Heike Maria Schneider auf der Gitarre und dem wunderschönen Gesang der afrikanischen Schwestern aus Sambia und Simbabwe, die das Kyrie, das Sanctus und das Agnus Dei in ihrer Landessprache vortrugen und rythmisch mit ihren Handtrommeln untermalten. Die Lesung stand im Zeichen des Propheten Jesaja: „Bis ihr grau werdet, werde ich euch tragen.“ In seiner Predigt wies Pfarrer Klaus Stock auf den Unterschied zwischen Mensch und Gott hin, dass der Mensch Schlaf brauche, Gott „als der ewig Wachsame“ aber nicht.

So sollten wir gerade im letzten Drittel unseres Lebens hellwach sein, um zu erkennen, wohin der Geist Gottes uns führt, betonte der Geistliche. Drei Säulen wären dazu notwendig: „annehmen, gestalten und loslassen.“ Was nicht angenommen wird, könne auch nicht heilen, und gestalten bedeute Einfluss nehmen am Geschehen und nicht untätig zu sein. Am schwersten, so Klaus Stock, falle uns aber das Loslassen, weil wir darin viel zu wenig Übung hätten.

In dieser Hinsicht diene Jesus als der beste Lehr- und Lebensmeister, der am Ende seines Lebens ohne Angst losgelassen und sich in die Hände seines Vaters befohlen hat. „Das schönste Ziel eines Lebens wäre, zu dem Menschen zu werden, der man immer sein wollte – ein Liebender“, schloss der Pfarrer seine Predigt.

Beim anschließenden Begrüßungskaffee sprach Ordinatsrätin Maria Luisa Öfele von einer lebenslangen Pilgerschaft des Menschen, ob er jung oder alt sei, und dankte den Ordensleuten für den langen Weg, den sie schon im Namen Jesu gegangen sind. Sie wünschte allen Anwesenden, in Dankbarkeit zurück- und mit Hoffnung nach vorne blicken zu können.

Ein Höhepunkt des Treffens war zweifellos der erbauende Vortrag von Pfarrer Klaus Stock, der auch schon als Telefonseelsorger gewirkt hat und aus seinem reichen Erfahrungsschatz bei der Hospizarbeit schöpfen kann.
„Gott sei Dank“, sagte er eingangs, seien nicht nur Menschen hier, die im letzten Drittel ihres Lebens stehen, sondern auch viele Jüngere. Der Referent begann mit einer anschaulichen Darstellung des Menschen als Ganzes, bestehend aus Geist, Psyche, Seele und Körper, und ging auf das Ineinander-Übergreifen dieser vier Bestandteile ein. So könne beispielsweise ein gutes Gespräch die Psyche durchdringen und so dazu beitragen, den Körper zu heilen. Ein guter Seelsorger sollte den Ratsuchenden dazu anregen, von innen heil zu werden, verdeutlichte er. Freude am Leben zu haben und es als Geschenk Gottes zu betrachten sei dabei sehr wichtig, und wenn jemand gemäß der Liedzeile lebt „Mit 66 Jahren, da fängt das Leben an...“, sollte man darüber nicht die Nase rümpfen, sondern sich dies als Beipiel nehmen, um dem Leben wieder Raum zu geben. Spiritualität sei dabei ein christliches Hoffnungswort, und der Heilige Geist ist die „Gut-geh-Kraft“ Gottes. Die Lebensdimensionen beschrieb der Pfarrer mit der Gesunderhaltung des Körpers, der Pflege von Beziehungen, wobei man die Balance finden sollte zwischen der Sorge um sich selbst und der Sorge um die Anderen. Den Anderen solle man allerdings nie seine Hilfe aufdrängen. Lebensfreundlich leben hieße auch sich so zu akzeptieren, wie man ist, auch wenn man weiß, dass man nicht perfekt ist.

Stock zeigte auch Möglichkeiten auf, mit Belastungen umzugehen und eine Stärkung von innen heraus anzustreben. So sollte man stets im Jetzt leben und die Vergangenheit hinter sich lassen. Bei der Pflege einer gesunden Frömmigkeit seien die Säulen: Schlaf, Bewegung, Beten, soziale Beziehungen, und erst zuletzt das Arbeiten. Letztendlich stehe Gottes Handeln und menschliches Tun untrennbar zusammen, und so sei das „Machbare mit dem Wunderbaren“ verschränkt. Der Pfarrer schloss mit dem schönen Satz: „Es kommt auf dich an und hängt letztlich nicht von dir ab.“

Der Vortrag fand ganz erheblichen Anklang nicht nur bei den älteren Ordensleuten. Nach einer kurzen Pause fand ein reger Austausch über das kurz zuvor Gehörte statt, wobei jeder ein anderes gerade anstehendes Lebensthema favorisierte. Viele der Anwesenden freuten sich, alte Freunde aus den zahlreichen verschiedenen Orden wieder einmal zu treffen und bei den Begegnungen „innerlich aufzutanken“ wie eine Schwester der Dominikanerinnen es beschrieb.

Nach dem Plenum und dem Angelus beteten alle zusammen das Gebet des älter werdenden Menschen von Teresa von Avila, und der lehrreiche und geistig auferbauende Vormittag klang aus bei einem gemeinsamen Mittagsmahl.