George Jacob Kardinal Koovakad und bischof rudolf voderholzer

Präfekt des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog besucht Bischof Voderholzer

Dialog mit anderen Religionen


Regensburg, 21. September 2026

George Jacob Kardinal Koovakad ist ein indischer syro-malabarischer Geistlicher und Kurienkardinal der römisch-katholischen Kirche. Im Dezember 2024 nahm Papst Franziskus ihn in das Kardinalskollegium auf. Am 11. Januar 2025 berief ihn der Papst zum Mitglied des Dikasteriums für die orientalischen Kirchen und am 24. Januar desselben Jahres zum Präfekten des Dikasteriums für den Interreligiösen Dialog. Am gestrigen Montag besuchte Kardinal Koovakad Bischof Rudolf Voderholzer in Regensburg.

Beide tauschten sich intensiv zu Möglichkeiten eines interreligiösen Dialogs über die Grenzen des Christentums hinaus aus. Dabei kam auch eine mögliche Zusammenarbeit mit dem Ostkirchlichen Institut Regensburg (OKI) zur Sprache, das u. a. die Förderung von Theologiestudenten aus den orthodoxen und orientalischen Kirchen in Deutschland unterstützt. Das Treffen wurde neben Dompropst Dr. Franz Frühmorgen von Pfarrer Pfarrer Antony Koottummel begleitet. Er kümmert sich um die indischen Gläubigen im Bistum Regensburg. Monatlich feiert er die Heilige Messe in der Regensburger Kirche St.Cäcilia. Darunter Familien, Ordensschwestern und zahlreiche Studenten. Im syro-malabarischen Ritus haben die Gläubigen aus Indien ihre spirituelle Heimat, aber auch der römische Ritus ist ihnen nicht fremd. Europaweit gibt es 149 syro-malabarische Gemeinden in 22 Ländern, Großbritannien ausgeschlossen. Die Syro-malabarische Katholische Kirche ist eine mit Rom unierte Ostkirche in Indien. 

Kurienkardinal Koovakad dankte dem Regensburger Oberhirten ausdrücklich für die Zusammenarbeit und neue Heimat indischer Kurskollegen im Bistum Regensburg. Vor dem Treffen in Regensburg besuchte George Jacob Kardinal Koovakad bereits Nürnberg und Bamberg – nun geht seine Reise u. a. weiter nach München, bevor er wieder nach Rom zurückkehren wird. 

 

Dikasterium für den interreligiösen Dialog

Das Dikasterium für den interreligiösen Dialog ist für die Beziehungen der katholischen Kirche zu Angehörigen und Gemeinschaften nichtchristlicher Religionen zuständig. Ausgenommen ist das Judentum, für das das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen verantwortlich ist.

Im Mittelpunkt seiner Arbeit steht der Dialog mit anderen Religionen, der von Zuhören, Wertschätzung und gegenseitigem Respekt geprägt sein soll. Ziel ist es, gemeinsam Frieden, Freiheit und soziale Gerechtigkeit zu fördern, die Schöpfung zu bewahren sowie geistige und moralische Werte zu stärken.

Dazu unterstützt das Dikasterium unterschiedliche Formen des interreligiösen Austauschs – vom gemeinsamen Handeln über den theologischen Dialog bis hin zur spirituellen Begegnung. Studien, Konferenzen und weitere Initiativen sollen das gegenseitige Verständnis vertiefen und die Achtung der menschlichen Würde fördern.

Zugleich unterstützt das Dikasterium die Diözesan-/Eparchialbischöfe bei der Ausbildung von Personen, die sich im interreligiösen Dialog engagieren. Für die Beziehungen zu den verschiedenen Religionen verfügt es über entsprechendes Fachpersonal und richtet eigene Kommissionen ein. Dazu gehört unter anderem die Kommission zur Förderung der Beziehungen zu den Muslimen unter religiösen Gesichtspunkten.

Seine Arbeit stimmt das Dikasterium mit den Teilkirchen, den Bischofskonferenzen und den orientalischen hierarchischen Strukturen ab. Wo erforderlich, arbeitet es zudem mit anderen Dikasterien der Römischen Kurie zusammen. Gleichzeitig ermutigt es die Teilkirchen, eigene Initiativen für den interreligiösen Dialog zu entwickeln.

Text und Foto: Jakob Schötz
(jas)



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