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Zur Neuigkeit
Deutscher Lungentag: Spezialist aus dem Caritas-Krankenhaus gibt Tipps
„Infekte nicht auf die leichte Schulter nehmen“
Donaustauf, 22. September 2026
Der Herbst steht vor der Tür, und neben buntem Laub und milder Sonne bringt er auch den Start in die Erkältungszeit mit sich. Der Deutsche Lungentag weist jährlich am 26. September auf das Thema Lungengesundheit hin und steht heuer unter dem Motto „Infektionen der Atemwege und der Lunge: vermeiden, erkennen, behandeln“. Zu diesem Thema sprechen wir mit Prof. Dr. Maximilian Malfertheiner, Direktor der Klinik für Pneumologie am Caritas-Krankenhaus St. Maria in Donaustauf.
Herr Prof. Malfertheiner, welche Infektionen begegnen Ihnen als Lungenspezialisten in der kalten Jahreszeit besonders oft?
Prof. Malfertheiner: Im Herbst und Winter treffen wir auf Influenza-, Corona- und RS-Viren, dazu kommen Pneumokokken und Haemophilus. Haemophilusbakterien werden durch Tröpfcheninfektion weitergegeben und können Infektionen der Atemwege und der Ohren auslösen.
Sie nennen Corona bei den Viruserkrankungen. Gefühlt ist Corona doch vorbei.
Die Coronaviren werden uns weiterhin begleiten. Da wird es Jahre mit leichteren Infektionen geben, wie zuletzt, aber es werden sich auch wieder Stämme entwickeln, die schwerere Symptome hervorrufen. Allgemein gilt, dass das Vermeiden von Infekten für jeden an erster Stelle stehen sollte, am einfachsten und sichersten durch die entsprechende Impfung. Infektionen der Lunge sind nämlich eine der häufigsten Todesursachen weltweit.
Haben Sie eine konkrete Zahl für Deutschland?
An Lungenentzündung sterben in Deutschland pro Saison etwa 20.000 Menschen. Die Influenza, Covid und Tuberkulose sind in dieser Zahl noch gar nicht enthalten. Man sollte daher Vorsicht walten lassen und Lungeninfekte nicht auf die leichte Schulter nehmen.
Woran können Patientinnen und Patienten erkennen, dass sie nicht mehr nur eine Erkältung haben, sondern möglicherweise eine Lungenentzündung?
Das ist zunächst gar nicht so leicht, denn die Symptome - Halsschmerz, Husten oder Auswurf – ähneln sich. Nur wird all das bei der Lungenentzündung zunehmend schlimmer. Fieber kommt dazu, ein richtiges Gefühl von Krankheit und Mattigkeit entwickelt sich. Dann sollte man zum Arzt gehen.
Wer hat ein besonders hohes Risiko für schwere Verläufe von Atemwegsinfektionen?
Das Risiko steigt mit zunehmendem Alter. Daneben sind vor allem Säuglinge in Gefahr, sich mit RS-Viren anzustecken. Die Impfung einer werdenden Mutter ist daher ebenso wichtig wie für alle ab 60 Jahre sowie für chronisch Kranke.
Was kann ich persönlich tun, um möglichst gesund durch Herbst und Winter zu kommen?
Als Pneumologe muss ich hier auf vier Impfungen hinweisen: gegen Pneumokokken, Grippe, Corona und RSV. Für Patienten mit einem hohen Infektionsrisiko empfehle ich, im Bus oder Zug einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen, und während hoher Infektionszahlen Menschenmassen zu meiden. Es hilft, die Atemwege warm und feucht zu halten. Auch Vitamin C und Zink haben einen gewissen positiven Einfluss auf die Vermeidung von Atemwegsinfekten.
Wenn ich mich, trotz aller Vorsicht, angesteckt habe: Wie werden schwere Atemwegsinfektionen diagnostiziert und behandelt? Und wann muss ich ins Krankenhaus?
Bei akuten, schweren Verläufen, oder wenn sich der Infekt besonders lange hinzieht, ist unbedingt eine ärztliche Abklärung nötig. Der Weg geht über den Hausarzt, oder bei akuter Gefahr auch über die Notaufnahme des nächsten Krankenhauses. Die Diagnose erfolgt dann zum Beispiel nach einem klassischen Rachenabstrich, kann aber auch über Lungenspiegelung, Röntgen und CT gehen. Das ist von Fall zu Fall verschieden. Stationär muss man im Grunde nur im Krankenhaus bleiben, wenn Sauerstoffgaben nötig sind, Antibiotika über Venen gegeben werden müssen oder unklar ist, welche Erkrankung eigentlich vorliegt.

Welche Möglichkeiten bietet die Klinik für Pneumologie im Caritas-Krankenhaus St. Maria bei schweren oder komplizierten Atemwegs- und Lungeninfektionen?
Bei uns arbeiten Spezialisten für seltenere und komplexe Lungenkrankheiten, darunter Tuberkulose, Sarkoidose und COPD. Wir führen nicht-operative Lungenkrebstherapien durch und bieten intensivmedizinische Behandlungen für Menschen, die in ihrer Atmung stark eingeschränkt sind. Auch die Abklärung besonders schwieriger Fälle erfolgt in unserer Fachklinik. Wir sind eine Spezialklinik und bekommen die Patienten von Hausärzten oder anderen Krankenhäusern zugewiesen.
Zum Schluss bitte ich um eine Art Checkliste: Wann kann ich mich mit einer Atemwegsinfektion daheim auskurieren, wann gehe ich zum Arzt, wann in die Klinik?
Wichtiges Kriterium ist die Luftnot. Wenn sie selbst bei Ruhe oder nur leichter Belastung auftritt, stellen Sie sich bitte beim Hausarzt vor, oder wenn es ganz schlimm ist, in einer Notaufnahme. Zum Arzt geht man besser auch, wenn Fieber über zwei bis drei Tage eher höher wird als niedriger. Bei älteren Menschen tritt seltener Fieber auf, dafür öfter ein Zustand der Verwirrung. Die Betroffenen merken das selbst nicht, weshalb Angehörige hier aufmerksam sein müssen. Auch dann heißt es, bitte rasch zum Arzt gehen.
Herr Prof. Malfertheiner, wir danken Ihnen für dieses Gespräch.
Sehr gerne; und kommen Sie gesund durch die kalte Jahreszeit!
Text: Caritas-Krankenhaus St. Maria
(kw)
Weitere Infos
Dem Deutschen Lungentag am 26. September geht am 25. September der Weltlungentag voraus.




