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Zur Neuigkeit
Pontifikalvesper der Familiaren des Deutschen Ordens mit Segnung der Insignien
„Selig, die das Wort Gottes hören“
Regensburg, 17. Juli 2026
„Ich wünsche uns allen geistlich erfüllte Tage, die uns im Glauben stärken und die Ordensfamilie zusammenwachsen lassen“, so grüßte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer am Freitagnachmittag die Familiaren des Deutschen Ordens, die sich zu einer Pontifikalvesper in der Stiftsbasilika U.L.F. zur Alten Kapelle versammelt hatten. Diese Vesper, bei der der Hochmeister des Deutschen Ordens, Pater Frank Bayard OT, auch die Ordensinsignien segnete, bildete den geistlichen Auftakt des Investitur-Wochenendes in Regensburg, bei dem am Samstagvormittag 21 neue Familiaren aufgenommen werden sollten.
Der barock ausgestattete Innenraum, den Bischof Rudolf als „Vorzimmer des Himmels“ bezeichnete, wurde kirchenmusikalisch vom Gesang der Schola der Komturei „An der Donau“ unter Leitung von Valentin Koch sowie instrumental von den Familiaren Daniel Reisinger (Trompete) und Ludwig Schmitt (Orgel) erfüllt.
„Selig bist du, die du geglaubt hast“
In seiner Predigt stellte Bischof Rudolf das Wort der Kurzlesung aus dem Lukas-Evangelium, „Selig, die das Wort Gottes hören“ (Lk 11,27–28), dem Gruß Elisabeths an ihre Verwandte Maria gegenüber: „Selig bist du, die du geglaubt hast“ (Lk 1,45). So werde deutlich, dass es bei dem Lesungswort nicht um die Zurückweisung der Marienverehrung gehe, sondern um ihre Vertiefung. Maria glaubte dem Wort Gottes und war bereit, es anzunehmen. Durch sie wurde das Wort Mensch; so konnte sie zur Stätte der Fleischwerdung werden. In einer seiner Predigten hatte Joseph Ratzinger darauf hingewiesen, dass Maria auf diese Weise auch die Auslegung des Gleichnisses Jesu vom Sämann und der Saat (vom voraufgehenden Sonntag) sei. Bei ihr sei das Wort Gottes auf fruchtbaren Boden gefallen; ihr Herz sei fruchtbare Erde von großer Tiefe. Gerade in unseren Tagen der Oberflächlichkeit sei diese Tiefe vonnöten; darin liege ein Auftrag für alle Christinnen und Christen sowie für die Mitglieder des Deutschen Ordens. Wichtig sei nicht bloß das, was man zählen, messen und kurzfristig vermarkten könne. „In diesem Sinne“, so Bischof Rudolf an die Anwesenden, „wünsche ich uns allen Tage, die neben der Begegnung und dem Feiern auch der Besinnung und dem Hören Raum geben.“
„Söhne und Töchter Mariens“
Nach der Predigt des Bischofs segnete der Hochmeister die schwarzen Ordensmäntel mit dem Wappenschild des Deutschen Ordens (schwarzes Kreuz auf weißem Grund), die Ordensinsignien und die Rosenkränze für die Neumitglieder. Danach übergab er jedem Investiturkandidaten einzeln den Rosenkranz mit den Worten: „Nimm den Rosenkranz der seligen Jungfrau Maria. Er sei dir ein Zeichen, dass du ein Sohn Mariens bist. Bete ihn zu deinem Heil und zum Segen für die heilige Kirche und unseren Deutschen Orden.“ Die Übergabe mündete in den Lobpreis Mariens, das Magnificat.
An historischer Stätte
Der Pontifikalvesper schloss sich ein gemeinsamer Festakt im Historischen Reichssaal an, zu dem die Bayerische Staatsregierung und die Stadt Regensburg eingeladen hatten. „Die Welthauptstadt der Kirchenmusik“, wie der Komponist Franz Liszt Regensburg einmal bezeichnet hat, war auch bei dem Festakt musikalisch zu spüren: Der Mädchenchor der Regensburger Domspatzen unter Leitung von Elena Szuczies umrahmte stimmgewaltig die drei Ansprachen des Abends. Den Auftakt machte Regensburgs Oberbürgermeister Dr. Thomas Burger, der nicht nur die Berührungspunkte von Stadt und Orden in Geschichte und Gegenwart beleuchtete, sondern auch voll des Lobes für das Engagement des Ordens in der Regensburger Stadtgesellschaft war. Joachim Herrmann, Bayerischer Staatsminister des Innern, für Sport und Integration, selbst Malteser und Grabesritter, sprach in „ordensbrüderlicher Freundschaft“ zur Festversammlung, dankte für das vielfache karitative Engagement des Ordens und schrieb den 21 Kandidatinnen und Kandidaten folgenden Satz sozusagen ins Stammbuch: „Künstliche Intelligenz ist gut, wahrer Glaube ist noch stärker.“ Hochmeister Pater Frank Bayard OT freute sich sichtlich, an einem Ort, der auch in der Geschichte des Deutschen Ordens immer wieder von großer Bedeutsamkeit war, seine Worte an die rund 320 Gäste richten zu dürfen. Er sei wohl der Hochmeister in der über 800-jährigen Ordensgeschichte, der bisher am häufigsten in Regensburg gewesen sei. Dabei freue ihn besonders, dass die Verbundenheit des Ordens und der Einsatz für die Menschen in Regensburg auch in der Gegenwart nicht nachgelassen hätten. Bei einem Stehempfang in den Fürstlichen Nebenzimmern konnte sich die Festgesellschaft über die vielen Impulse der Ansprachen austauschen.
Der Deutsche Orden in Regensburg
Bereits 20 Jahre nach der Gründung des Deutschen Ordens im Heiligen Land als Hospitalbruderschaft durch deutsche Kaufleute wurde in Regensburg eine eigene Niederlassung, in der Ordenssprache Komturei genannt, gegründet. Herzog Ludwig I. von Bayern schenkte dem Orden 1210 die alte Burggrafenpfalz mitsamt der Pfalzkapelle und Spitalkirche St. Ägid. 1809 erfolgte die Enteignung des Ordens; die Kommende gehörte nun zum neu entstandenen Kurerzkanzlerstaat unter Fürstprimas Carl Theodor von Dalberg. Im Jahre 1929 wurde der Ritterorden in einen klerikalen Orden päpstlichen Rechts umgewandelt. Den Brüdern wurden die Schwestern angegliedert; beide Gemeinschaften wurden von den Familiaren unterstützt. Im Jahre 1978 übernahm das Deutschordenshaus Regensburg e. V. die Trägerschaft des Alten- und Pflegeheimes St. Josef am Ägidienplatz und unterhält heute insgesamt drei Einrichtungen der Altenfürsorge in Regensburg. Hochmeister Dr. Bruno Platter OT gründete am 27. Oktober 2001 die Komturei „An der Donau“, ein Zusammenschluss von Familiaren aus den Bistümern Regensburg und Passau. Erster Komtur wurde der damalige Abteilungsdirektor Jürgen Schörnig. Ihm folgte 2016 Hans Pschorn; seit 2025 steht Dr. Thomas Koch der Komturei mit 55 Mitgliedern vor, die damit die zweitgrößte Komturei der Ballei Deutschlands ist. Vor einigen Wochen konnte das 25-jährige Jubiläum der Komturei feierlich begangen werden.
Text und Bilder: Carl Prämaßing
(jas und SG)








