News Bild Pflegekongress des Caritasverbandes tagt zum siebten Mal – 400 interessierte Fachkräfte machen sich stark für „Sprache und Pflege“

Pflegekongress des Caritasverbandes tagt zum siebten Mal – 400 interessierte Fachkräfte machen sich stark für „Sprache und Pflege“

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„Sprache und Pflege - Der Ton machts!“. Unter diesem Motto veranstaltete der Caritasverband für die Diözese Regensburg heute zum siebten Mal einen Pflegekongress. Mehr als 400 Fachkräfte waren der Einladung von Caritasdirektor Domkapitular Bernhard Piendl in die Domstadt gefolgt. Der Pflegekongress ist Fachtagung und Messe zugleich. Neben der Möglichkeit zur Information über die neuesten Entwicklungen auf dem Markt bei verschiedenen Unternehmen im Pflegebereich, gab es eine Vielzahl von Fachvorträgen und Workshops für die im sozialen Bereich Tätigen. Dabei stand heuer die Kommunikation thematisch im Vordergrund:

Zum Thema „Ein Blick sagt mehr als 1.000 Worte“ referierte die freie Trainerin, Schauspielerin und Moderatorin Bettina Theißen über die Wichtigkeit der Körpersprache. „Bis in die 80er Jahre galt Pflege eher als stummes Dienen, fleißiges Handwerk und als ärztlicher Assistenzberuf. Eine eigene Versprachlichung erschien als unnötig. Diese Sprachlosigkeit wirkt sich auch auf die gesellschaftliche Wahrnehmung aus“, weiß Erziehungswissenschaftlerin Dr. Angelika Zegelin, als Referentin zum Schwerpunkt „Pflege und Sprache“. Mit einem Impulsvortrag unter der Überschrift „ Pflegesachlichkeit oder: Die Kompetenz, das Mögliche zu erreichen“ von Dr. Michael Isfort, Professor für Pflegewissenschaft, startete der Tag des Kongress. Dr. Oliver Tissot beleuchtete das Thema Kommunikation aus der Sicht des Kabarettisten, Entertainers und Stand-up-Comedian.

Diözesancaritasdirektor Piendl betonte in seiner Begrüßung, dass das Image der Pflege auch maßgeblich davon abhänge, wie in der Pflege Tätige sich und ihre wertvolle Arbeit zur Sprache brächten: „Sprache schafft Identität. In und durch Sprache erleben wir einander, formen wir menschliche Beziehungen, erleben wir uns selbst. Die Folge: Durch unsere Sprache gestalten wir die Pflege entscheidend“, so Direktor Piendl. Mit einem spirituellen Impuls eröffnete Bischof Gerhard Ludwig den diesjährigen Pflegekongress. Dabei hob er hervor, dass in der Pflege stets das Wesentliche nicht verloren gehen dürfe: Die Begegnung mit den Menschen durch Worte. Alte und kranke Menschen stellten nicht eine Rest- oder Randgruppe dar, die in unserem Wirtschaftssystem übrig blieben. Gerade ihnen wollen wir alle eine besondere Lebensqualität zusprechen. Blicke man auf die Berichterstattung zur Seligsprechung von Papst Johannes Paul II., so stelle man fest, dass sich manche Medien über die Notwendigkeit eines Wunders im Prozess zur Seligsprechung lustig gemacht hätten. Dies sei für einige mit dem modernen Denken nicht vereinbar: „Das ist zu kurz gedacht. Denn dadurch geht das Heil Gottes verloren. Das Wort, das Gott selber ist, kommt ganzheitlich zu den Menschen. Es kann leibliche und seelische Heilung bedeuten. Wir alle können mithelfen, durch Gebet und Beistand, dass unsere Nächsten dieses Heil erfahren“. Dort wo Freunde, Angehörige und ehrenamtliche Helfer in der Pflege an ihre Grenzen gerieten, käme mit den professionell ausgebildeten Kräften eine andere Dimension ins Spiel. Mit der verantwortungsvollen Zuwendung für unsere Nächsten würden wir alle zu Vertretern Gottes. „Ich freue mich besonders, dass Sie heute so zahlreich zu diesem wichtigen Kongress erschienen sind. Widmen Sie sich der Sprache, der Gemeinschaft, tauschen Sie sich aus und haben Sie herzlichen Dank für Ihre tägliche, wertvolle Arbeit“, so der Diözesanbischof abschließend.