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Zur Neuigkeit
Person der Woche: Winfried Brandmaier, Referent der Fachstelle Ministrantenpastoral
Ministranten machen Kirche und Glaube lebendig
Regensburg, 26. Juni 2026
Im Rahmen unserer Reihe „Person der Woche” stellen wir jede Woche interessante Persönlichkeiten aus dem Bistum Regensburg und darüber hinaus vor. Heute möchten wir einen Blick in die Fachstelle Ministrantenpastoral im Bistum Regensburg. Am Donnerstagabend, den 25. Juni 2026, wurden um 17 Uhr in der Pfarrkirche Heiliger Johannes in Riekofen, im Landkreis Regensburg, neue Apostelleuchter angebracht, damit wird ein altes Zeichen der Kirchweihe neu sichtbar. Die zwölf Leuchter erinnern an die Apostel, an die Weihe der Kirche und daran, dass der Glaube nicht bei einer Generation stehenbleibt, sondern weitergegeben wird. Bischof Rudolf Voderholzer begleite die Feier persönlich. Eine besondere Rolle kommt dabei den Ministrantinnen und Ministranten zu. Denn gerade für sie kann dieses Zeichen mehr sein als ein schöner Brauch: eine Einladung, den eigenen Dienst am Altar tiefer zu verstehen.
Wir sprachen mit Winfried Brandmaier, Referent der Fachstelle Ministrantenpastoral im Bistum Regensburg, über die Bedeutung der neuen Apostelleuchter, die Idee in Riekofen, die Vorbildfunktion der Pfarrei und die Frage, wie Ministranten heute im Glauben wachsen können.
Herr Brandmaier, in Riekofen wurden neue Apostelleuchter angebracht. Für viele ist das zunächst ein unbekannter Begriff. Was sieht man da eigentlich – und wofür stehen diese Leuchter?
„Bei der Weihe der Kirche salbt der Bischof an zwölf Stellen diese. An den sogenannten Weihekreuzen werden die zwölf Apostelleuchter angebracht. An Festtagen und auch beim Besuch des Bischofs werden sie angezündet. Damit wird sichtbar, was sonst nur im Bild steckt: ‚Die Kirche aus Stein‘ steht für die Gemeinschaft der Kirche. Wir alle sind lebendige Steine und bilden gemeinsam auf dem Fundament Christi die Kirche.“
Zwölf Leuchter, zwölf Apostel: Warum gehört dieses Zeichen in eine Kirche? Was soll es den Menschen sagen, die dort Gottesdienst feiern?
„Ministrantinnen und Ministranten leisten in den Kirchen einen wichtigen Dienst. An ihnen wird sichtbar: Die Kirche lebt. Jugendliche beleben sie – und das ist auch ganz konkret ein Auftrag. Papst Franziskus schreibt in Christus Vivit: ‚Auf der Höhe seiner Jugend begann [Jesus] sein öffentliches Wirken, und so »ist ein Licht erschienen« (Mt 4,16)‘ (CV 23). Jesus hat die Apostel beauftragt, den Glauben weiterzutragen. Genau daran erinnern die Apostelleuchter – und zwar im Blick auf die, die heute den Dienst übernehmen. Sie sollen das Licht, das sie bei jedem Gottesdienst erfahren, in ihren Alltag hineintragen. So werden sie zu Glaubenszeugen: in den Schulen, in den Familien und auch in den Vereinen, in denen sie leben.“
Apostelleuchter erinnern auch an die Kirchweihe. Macht dieses Zeichen bewusst, dass eine Kirche mehr ist als ein schöner Raum – nämlich ein Ort für Gebet, Gottesdienst und die Gegenwart Gottes?
„Ja, genau. Wenn wir Gottesdienst feiern, spricht uns Gott an. Wir begegnen ihm im Wort der Heiligen Schrift und in der Eucharistie. Wir werden dabei immer neu von ihm beschenkt. Dass es in der Kirche um mehr geht als um einen schönen Raum, spürt man auch ganz praktisch: Hier entsteht Gemeinschaft. Gerade die Ministrantinnen und Ministranten erleben die Gegenwart Gottes und diese Gemeinschaft besonders intensiv. Ich bin mit vielen von ihnen im Gespräch und höre immer wieder, wie wichtig ihnen ihr Dienst ist und dass sie daraus Kraft und Zuversicht für den Rest der Woche mitnehmen. Der Glaube endet aber nicht an der Kirchentür. Gerade bei Jugendlichen sehe ich das deutlich: Sie setzen sich für ihre Werte ein, sie treten auf, wenn in ihren Gemeinschaften Unrecht passiert. In den Gruppen setzen sie sich mit den Themen auseinander, werden in der Gottesdienstgemeinschaft gestärkt und leben den Glauben dann auch im Alltag.“
Wie ist der Gedanke in Riekofen entstanden? Gab es einen bestimmten Anlass oder den Wunsch, ein altes kirchliches Zeichen wieder neu sichtbar zu machen?
„Unser Bischof hat die Pfarreiengemeinschaft besucht und ist dabei ins Gespräch mit den Ministrantenverantwortlichen gekommen. In diesem Gespräch wurde das Thema Apostelleuchter aufgegriffen und so ist der Gedanke Schritt für Schritt entstanden. In einer Gruppenstunde haben die Ministrantinnen und Ministranten das Thema aufgearbeitet und die Kerzen gestaltet. Nun feiern wir eine Andacht, in der die Leuchter zum Einsatz kommen – so wird das Zeichen in Riekofen ganz konkret wieder sichtbar.“
Wer hat dieses Vorhaben mitgetragen? Welche Rolle spielen die Pfarrei, die Verantwortlichen vor Ort, das Bistum und Bischof Rudolf Voderholzer?
„Es waren viele Menschen beteiligt. Die Initiative ging von unserem Bischof, Herrn Pfarrer Abasili und den Gruppenleiterinnen vor Ort aus. Ich selbst unterstütze das Projekt inhaltlich. Vor Ort haben Mesner, Organist, Pfarrgemeinderat und viele Ehrenamtliche mit angepackt – insbesondere beim Tag der Einsetzung. In diesem Zusammenhang entstand auch eine Broschüre von unserem Bischof. Große Unterstützung gab es im Bischofshaus sowie an der Fachstelle Liturgie und im Jugendamt.“
Riekofen bekommt damit ein sichtbares Glaubenszeichen. Kann diese Feier auch eine Vorbildfunktion für andere Pfarreien haben, weil sie zeigt, wie man alte kirchliche Zeichen nicht nur bewahrt, sondern neu erklärt und für die Gemeinde lebendig macht?
„Das ist der Plan. Wir werden in den nächsten Wochen die Gruppenstunde und die Andacht gemeinsam mit der Riekofener Gruppe weiter verfeinern und die Erfahrungen daraus einarbeiten. Danach soll dieses Konzept den Pfarreien zur Verfügung gestellt werden. Sie können sich mit dem Zeichen der Apostelleuchter auseinandersetzen und es in ihrer eigenen Gemeinde lebendig machen können.“
Eine besondere Rolle spielen die Ministrantinnen und Ministranten. Was können sie durch die Apostelleuchter über ihren eigenen Dienst lernen – und wie kann ihnen das helfen, den Glauben nicht nur auszuführen, sondern tiefer zu verstehen und mutiger zu leben?
„Ein bisschen habe ich das ja schon angedeutet. Ich glaube, es ist wichtig, dass wir uns immer wieder mit unseren Wurzeln beschäftigen: Worauf gründet unser Glaube? Als katholische Kirche können wir Worte auch sichtbar und erfahrbar machen. Genau daran können die Apostelleuchter immer wieder erinnern: dass wir im Licht des Evangeliums leben dürfen. Dieses Licht wurde uns durch Jesus geschenkt, durch die Apostel weitergetragen und durch die Gemeinschaft der Glaubenden bewahrt. Die Ministrantinnen und Ministranten erfahren dieses Licht immer wieder – und die Apostelleuchter können sie ermutigen, hoffnungsvoll und bestärkt durch die Gewissheit des Glaubens mutig den Glauben weiterzutragen.“
Lesen Sie hier auch: Apostelleuchter in Riekofen: Ministranten bringen das Licht der Apostel zum Leuchten
Fragen: Stefan Groß
Foto: Irmgard Hilmer
(chb)
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