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Zur Neuigkeit
Person der Woche: Alfred Wölfl, Regionaldekan
Den Glauben in der Region lebendig halten
Landshut, 10. April 2026
Im Rahmen unserer Reihe „Person der Woche” stellen wir jede Woche interessante Persönlichkeiten aus dem Bistum Regensburg und darüber hinaus vor. Mit der Ernennung zum Regionaldekan übernimmt Pfarrer Alfred Wölfl zusätzlich Verantwortung für die Dekanate Landshut und Dingolfing-Eggenfelden. Im Gespräch spricht er über Auftrag und Reichweite dieses Amtes, über die Hoffnungen, die er mit ihm verbindet, und über die Herausforderungen größer werdender pastoraler Räume. Zugleich lenkt er den Blick auf ein ökumenisches Zeichen, das in einer Zeit wachsender Krisen an Gewicht gewonnen hat: das gemeinsame Friedensgebet.
Herr Regionaldekan, herzlichen Glückwunsch zu Ihrer Ernennung. Was unterscheidet einen Regionaldekan von einem Dekan?
Der Dekan ist für sein eigenes Dekanat zuständig. Der Regionaldekan trägt Verantwortung für eine ganze Region. In meinem Fall umfasst sie die Dekanate Landshut im Bistum Regensburg und Dingolfing-Eggenfelden. Zu seinen Aufgaben gehört es, die Verbindung zwischen diesen beiden Dekanaten zu halten und das kirchliche Leben in der Region zu begleiten – also Priester, Diakone, kirchliche Mitarbeiter und Pfarrgemeinden im Blick zu haben. Hinzu kommen die Visitationen, die er im Auftrag des Bischofs übernimmt.
Gerade in größer werdenden pastoralen Räumen kann niemand alles zugleich wahrnehmen. Deshalb braucht es immer wieder den Blick auf das Ganze: Wo läuft es gut? Wo braucht es Unterstützung? Wo muss nachgesteuert werden? Und welche guten Erfahrungen lassen sich weitergeben?
Zugleich ist der Regionaldekan das Bindeglied zum Bischof. Er vertritt die Anliegen der Region gegenüber dem Bischof und trägt dessen Impulse in die Dekanate hinein.
Was verbinden Sie persönlich mit diesem neuen Amt? Welche Hoffnungen und Wünsche haben Sie?
Ich stamme aus dieser Region. Der Landkreis Landshut ist meine Heimat. Hier bin ich groß geworden, und hier darf ich seit vielen Jahren meinen Dienst tun. Ich war 13 Jahre Pfarrer in Mamming und Bubach und dort auch Dekan. Das frühere Dekanat Frontenhausen-Pilsting ist inzwischen im Dekanat Dingolfing-Eggenfelden aufgegangen.
Ich wünsche mir, dass wir es unter den veränderten Bedingungen unserer Zeit schaffen, den Glauben in die nächste Generation weiterzugeben und ihn so zur Sprache zu bringen, dass Menschen ihn als Bereicherung ihres Lebens erfahren.
Es sollte spürbar werden: Wer aus dem Glauben lebt und in eine Glaubensgemeinschaft eingebunden ist, gewinnt für sein Leben. Der Glaube ist keine Nebensache, sondern etwas Tragendes – im Verhältnis zu Gott und in der Gemeinschaft mit anderen Menschen.
Ich bin selbst Pfarrer und Teil einer Pfarreiengemeinschaft wie viele andere in dieser Region auch. Insofern bin ich einer unter vielen – mit der zusätzlichen Aufgabe, Entwicklungen im Blick zu behalten und für andere mitzusorgen.
Sie sind den Weg der pastoralen Entwicklung mit der Zusammenführung von Pfarreien bereits mitgegangen. Was erleben Sie dabei als gelungen, wo liegen die Schwierigkeiten?
In Landshut entsteht tatsächlich die erste Pfarreiengemeinschaft in der Stadt, die aus zwei Pfarreien gebildet wird. Das ist ein neuer Schritt. Die Umsetzung läuft im Grunde seit drei Jahren, seit dieser Prozess in der Diözese angestoßen wurde.
Was ich als sehr positiv erlebe, ist die Offenheit. Niemand sagt: Wir bleiben für uns. Vielmehr ist die Bereitschaft da, gemeinsam unterwegs zu sein. Beide Pfarreien behalten ihr eigenes Profil und suchen zugleich nach Formen, in denen das Gemeinsame wachsen kann. Ich sage gern: mehr miteinander auf dem Glaubensweg – mit zwei Pfarreien.
Sehr dankbar sind wir für die Unterstützung durch Verwaltungskoordinatoren, die zentrale Buchführung und die entstehenden Dienstleistungzentren in den Dekanaten. Natürlich braucht es dort weiterhin Entwicklung, aber insgesamt sind wir seit Jahren auf einem guten Weg. Gerade in größeren Strukturen ist es unverzichtbar, dass Pfarrern und Seelsorgern Verwaltungsaufgaben abgenommen werden, damit Freiraum für den eigentlichen Dienst an Gott und den Menschen entsteht.
Was schwierig bleibt, lässt sich oft nicht auf einen einzigen Punkt bringen. Wenn man ein Problem angeht, zeigt sich häufig schon die nächste Baustelle. Es ist ein ständiges Ringen um tragfähige Lösungen: Wo muss ich ansetzen? Wo ist neues Denken nötig? Das ist oft mühsam und langwierig.
Vor Ort wünscht man sich deshalb häufig schnellere Antworten, gerade wenn es um Entlastungssysteme geht. Zugleich muss immer die ganze Diözese mitgedacht werden. Das macht viele Prozesse komplex. Aber gerade die größer werdenden Seelsorgeräume zeigen, wie sehr es künftig verlässliche Unterstützungssysteme brauchen wird.
Seit einigen Jahren gestalten Sie das ökumenische Friedensgebet mit. Wie ist dieses gemeinsame Zeichen entstanden?
Die evangelische Christuskirche liegt ganz in unserer Nähe, im selben Viertel, und wir hatten immer schon einen guten ökumenischen Kontakt. Auch der Herr Bischof war bei verschiedenen Anlässen bereits dort zu Gast.
Als der Krieg in der Ukraine ausgebrochen ist, war für uns klar: Wir müssen ein Zeichen setzen. Die Dekanin und ich haben deshalb gemeinsam überlegt, wie ein solches Zeichen aussehen könnte. Bald stand fest, dass es nicht nur bei katholisch und evangelisch bleiben sollte.
Deshalb haben wir auch die Baptisten und die Adventisten mit einbezogen, weil beide ebenfalls mit ihren Kirchen- beziehungsweise Gebetshäusern in unserem Viertel bzw. in der Stadt präsent sind. Inzwischen sind wir vier christliche Kirchen und Gemeinschaften, die hier gemeinsam unterwegs sind.
Jeden Freitag um 17 Uhr feiern wir miteinander das Friedensgebet. Die Gestaltung übernimmt jeweils eine andere Gemeinschaft. Zugleich ist aus jeder Kirche oder Gemeinschaft immer auch ein Vertreter dabei, damit sich alle in diesem Gebet wiederfinden. Dass wir Woche für Woche gemeinsam um Frieden beten, ist für mich ein wichtiger und wertvoller Beitrag in einer Zeit, in der sich die Krisenherde eher ausweiten als kleiner werden.
Anfangs haben wir für die Menschen in Russland und in der Ukraine gebetet. Später kamen Israel und Palästina hinzu. Inzwischen denken wir im Gebet auch an den Irak, an den Libanon und an viele andere Krisenorte. Gerade das zeigt, wie notwendig dieses gemeinsame Gebet geblieben ist.
Das Interview führte Stefan Groß
Text: Dr. Stefan Groß
Foto: Alfred Wölfl, Regionaldekan
(chb)
Weitere Infos
Sehen Sie sich gerne weitere Menschen unserer Diözese an, die wir Ihnen als Person der Woche vorgestellt haben.




