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Zur Neuigkeit
Bischof Voderholzer spendet 45 Erwachsenen das heilige Sakrament der Firmung
„Heiliger Geist schenkt Orientierung“
Regensburg, 24. Mai 2026
Am Pfingstsonntag spendete Bischof Dr. Rudolf Voderholzer 45 Erwachsenen das heilige Sakrament der Firmung. Der Mädchenchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Elena Szuczies, ein Männerchor der Regensburger Domspatzen unter der Leitung von Kathrin Giehl sowie ein Projektorchester gestalteten die beeindruckende Feier musikalisch. An der Orgel spielte Domorganist Prof. Franz Josef Stoiber. Mit dem Diözesanbischof feierten neben dem Domkapitel die Paten der Firmbewerber, ihre Freunde und Familienangehörigen sowie zahlreiche Gläubige.
Das Pfingstfest ist der 50. Tag nach Ostern. Im Mittelpunkt steht die Sendung des Heiligen Geistes durch Jesus an die Apostel. Erfüllt vom Heiligen Geist gingen sie hinaus und verkündeten die Botschaft Gottes in der Welt. Deshalb gilt Pfingsten bis heute auch als Geburtsfest der Kirche. Das kam auch beim Tagesevangelium nach Johannes (Joh 20, 19-23) zum Tragen, als Jesus zu den Jüngern tritt, die sich aus Furcht hinter verschlossenen Türen versammelt hatten. Jesus spricht „Friede sei mit euch“, gießt den Heiligen Geist über sie aus und entsendet sie zu den Menschen.
„Über den Heiligen Geist zu sprechen, ist nicht einfach“, betonte Bischof Rudolf in seiner Predigt. Der Heilige Geist wird vor allem an seinen Wirkungen erkannt. Da ist einmal eine Veränderung der Apostel. Nach der Kreuzigung Jesu waren sie verängstigt. 40 Tage, so berichtet die Apostelgeschichte, musste er die Apostel davon überzeugen, dass wirklich nicht das Kreuz und das Grab das letzte Wort bekommen hatten, sondern dass die Verheißung der Auferstehung in Erfüllung gegangen war, erklärte der Diözesanbischof. „Erst die Sendung des Heiligen Geistes macht aus den eingeschüchterten Jüngern mutige Verkünder und Zeugen des Evangeliums. Der Heilige Geist macht sie zu Missionaren, die nichts und niemand mehr aufhalten konnte …“, so Bischof Rudolf weiter.
Kirche ist völkerumspannend und universal
Die zweite offenkundige Wirkung der Ausgießung des Heiligen Geistes ist die Konstituierung der Kirche als Volk aus allen Völkern und Nationen. Der Evangelist Lukas verarbeitet im Pfingstbericht vermutlich eine schon bestehende antike Völkertafel. Wenn er darin unterstreicht, dass alle am ersten Pfingstfest gemeinsam in ihren unterschiedlichen Sprachen die Predigt der Apostel vernehmen konnten, dann solle damit ausgedrückt werden: Die Kirche ist vom ersten Tag ihres Bestehens an völkerumspannend, universal, oder eben „katholisch“, denn genau das besagt das griechische Wort „kat´holon“, das Ganze umspannend, erklärte Bischof Rudolf: „Ja, es gibt eine Kraft, es gibt eine Botschaft, die die einzelnen Völker in ihrer Identität und kulturellen Prägung nicht aufhebt und doch in eine größere Einheit integriert, so dass es keine Fremden gibt“, präzisierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer und sagte, dass auch die große Schar der Firmbewerber in ihrer kulturellen Vielfalt eine Ahnung von der weltumspannenden und doch ‚einen‘ katholischen Kirche zeige.

Heiliger Geist beflügelt die natürliche Intelligenz
Weiter verwies Bischof Rudolf auf die für den Pfingstmontag angekündigte Enzyklika von Papst Leo XVI. Das Thema: Die Herausforderungen der sogenannten Künstlichen Intelligenz. Eine geistliche, theologische Einordnung und wohl auch Hilfestellung zur Beurteilung sei zu erwarten. Ohne der Enzyklika vorgreifen zu können, stellte der Bischof grundsätzlich fest: „Der Heilige Geist ist die Kraft der Unterscheidung, der Heilige Geist gibt Orientierung bei der Beurteilung“, so der Bischof. In Bezug auf die KI ist zu sagen, so der Bischof weiter, dass sie ein Werkzeug ist. Ein in vieler Hinsicht nützliches und hilfreiches Werkzeug in verschiedenen Arbeits- und Lebensbereichen. Aber die KI ist keine Person, sie denkt nicht. Sie rechnet als eine hochperfektionierte Maschine. „Der Heilige Geist, er trägt und beflügelt die natürliche Intelligenz, stärkt und unterfängt den menschlichen Geist, der die künstliche Intelligenz überhaupt hervorgebracht hat und die sie auch im Griff behalten und zusehen muss, dass sie letztlich dem Menschen dient“, erklärte Bischof Voderholzer.
Heilige Geist ist einigendes Band der Liebe zwischen Vater und Sohn
Eine große Gefahr der KI im Blick vor allem auf die Kinder und Jugendlichen, so der Bischof weiter, ist, dass sie die Menschen isoliert, entfremdet von der realen Welt, Begegnung vorgaukelt, aber in Wahrheit nur Selbstspiegelung bietet. Der Heilige Geist hingegen isoliert die Menschen nicht, sondern er stiftet Gemeinschaft. Dies erlebe man in diesen Tagen beispielsweise bei der Altöttinger Fußwallfahrt mit 6.000 Gläubigen, am Pfingstmontag beim Kötztinger Pfingstritt oder beim mehrtägigen Prayer-Festival, bei dem rund 1.000 junge Menschen zusammenkommen, um ihren Glauben zu bezeugen und auf die Regensburger Straßen tragen. „Und der Heilige Geist lehrt beten, hilft beten. Die KI, liebe Schwestern und Brüder, kann uns wunderbare Gebete zusammensuchen aus dem Gebetsschatz der ganzen Welt, und in allen Sprachen. Aber dann im Gebet das Herz zu Gott zu erheben, sich und die ganze Existenz Gott zu übereignen, vor ihm auf die Knie zu gehen und ihn anbeten, das ist es, was allein dem Menschen und seinem Geist zukommt, und wo ihm der Heilige Geist als das einigende Band der Liebe zwischen Vater und Sohn zuhilfe kommt“, so der Regensburger Bischof abschließend.
Zum Ende des Wortgottesdienstes traten die Firmlinge, zusammen mit ihren Paten, vor den Bischof, der sie nach Taufbekenntnis und Firmgebet mit dem heiligen Chrisamöl salbte und damit firmte. Zu jedem einzelnen sprach er: „Sei besiegelt mit der Gabe Gottes, dem Heiligen Geist“. Die geistliche Feier schloss mit dem päpstlichen Segen durch Bischof Voderholzer. Bei einem anschließenden Stehempfang im nahegelegenen Kolpinghaus überreichte der Bischof den frisch Gefirmten die offizielle Firmurkunde.
Text und Fotos: Jakob Schötz
(jas)















