Papst Leo XIV. würdigt bayerische Braukunst

Kösterliche Tradition


Rom / Regensburg, 11. Mai 2026

Papst Leo XIV. hat im Vatikan eine Pilgergruppe der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung sowie Vertreter einer Traditionsbrauerei aus München begrüßt. Dass diese im Jahre 1328 gegründete Brauerei fast 500 Jahre lang von den Mönchen im Münchner Augustinerkloster am Frauenplatz betrieben wurde, spielte hierfür offenbar ebenso eine Rolle wie die Tatsache, dass die Gewinne aus dem Verkauf der Brauereiprodukte in gemeinnützige Werke fließen. Die Begegnung fand im Rahmen des ersten Jahrestages der Wahl Leos auf den Stuhl des Apostels Petrus statt.

In seiner Rede nahm der Papst Bezug auf die historischen Wurzeln der Brauerei und deren Verbindung zum Augustinerorden. Er betonte, dass dieser Orden auch seinen eigenen Lebensweg geprägt habe. Unter Rückgriff auf eine frühere Botschaft zitierte er den heiligen Augustinus mit den Worten, „dass wir alle von Gott gegebene Gaben und Talente haben, und dass unser Sinn, unsere Erfüllung und unsere Freude darin bestehen, sie im liebevollen Dienen an Gott und an unserem Nächsten zurückzuschenken“. Er verknüpfte diesen Gedanken mit der Hoffnung, dass die Reise der Pilger den Einsatz für bedürftige Menschen verstärken möge.

Ein weiterer Schwerpunkt der Ansprache bildete die Enzyklika Laudato Si’, die von Papst Franziskus verfasst worden war. Papst Leo XIV. erinnerte dabei an den ersten Todestag seines Vorgängers. Er verwies auf die im Dokument beschriebene Erhabenheit der Schöpfung, welche auch Speisen und Getränke umfasse. Jedes Geschöpf sei demnach ein Spiegelbild der Liebe Gottes. Aus dieser Erkenntnis leitete er die Verantwortung ab, Ressourcen weise und im Sinne der Gerechtigkeit zu verwenden. Der Papst forderte die Gäste auf, nach ihrer Rückkehr beruflich wie privat zur Bewahrung der Schöpfung und zum Gemeinwohl beizutragen. Zum Abschluss der Audienz vertraute er die Delegationsmitglieder und deren Familien dem Schutz Mariens an und erteilte den Segen.

Bei der Edith-Haberland-Wagner-Stiftung handelt es sich um die Mehrheitseigentümerin der Augustiner-Brauerei in München. Die Stiftung wurde von Edith Haberland-Wagner, einer Nachfahrin der Brauerfamilie Wagner, ins Leben gerufen, um den Fortbestand der Brauerei als Privatunternehmen zu sichern und gleichzeitig soziale sowie kulturelle Projekte zu unterstützen. Die Augustiner-Brauerei ist die älteste Brauerei Münchens und hat ihren Ursprung in einem Kloster des Augustiner-Eremiten-Ordens. Durch die Verbindung zur Stiftung fließen die Gewinne des Unternehmens in gemeinnützige Zwecke, was der vom Papst thematisierten Tradition des Dienens am Nächsten entspricht.

Der Wortlaut der päpstlichen Ansprache

Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Der Friede sei mit euch! Eure Eminenz, liebe Brüder und Schwestern, es freut mich, euch alle auf eurer Pilgerreise nach Rom begrüßen zu dürfen. Insbesondere danke ich euch dafür, dass ihr euch entschlossen habt, den Jahrestag meiner Wahl auf den Stuhl des Apostels Petrus auf diese Weise zu würdigen, und für eure Unterstützung meines Dienstes durch das Gebet.

Ihr habt mir freundlicherweise einige Produkte aus eurer Brauerei in München überreicht. Diese aufmerksame Geste der Verbundenheit, für die ich dankbar bin, gibt mir Gelegenheit, über zwei Aspekte nachzudenken. Der erste betrifft eure Verbindung zum Augustinerorden, der natürlich auch mein eigenes Leben sehr geprägt hat. Ich hatte bereits Gelegenheit zu sagen, dass der heilige Augustinus »dass wir alle von Gott gegebene Gaben und Talente haben, und dass unser Sinn, unsere Erfüllung und unsere Freude darin bestehen, sie im liebevollen Dienen an Gott und an unserem Nächsten zurückzuschenken« (Videobotschaft an die Augustinerprovinz des heiligen Thomas von Villanova, 29. August 2025). Ich hoffe daher, dass eure Pilgerreise euch nicht nur im Glauben bestärkt, sondern euch auch dazu anregt, weiterhin euren Brüdern und Schwestern zu dienen, insbesondere denen, die am bedürftigsten sind.

Der zweite Aspekt stammt aus der Enzyklika Laudato Si’ – über die Sorge für unser gemeinsames Haus –, die von Papst Franziskus geschrieben wurde, dessen ersten Todestag wir kürzlich begangen haben. In diesem wichtigen Dokument hat er sich schön über die gottgegebene Erhabenheit der ganzen Schöpfung geäußert, zu der sowohl die Tiere als auch die Speisen und Getränke gehören, die uns nähren. Er betonte, dass jeder Bestandteil und jedes Geschöpf ein Spiegelbild der grenzenlosen Liebe Gottes ist, ja „alles ist eine Liebkosung Gottes“. (Nr. 84) Diese Erkenntnis ruft uns zu der großen Verantwortung, dass wir nicht nur für die Schöpfung sorgen, sondern auch sicherstellen, dass ihre Ressourcen stets weise und mit Blick auf die Gerechtigkeit verwendet werden, die eine Voraussetzung für den Frieden ist. 

Ich ermutige euch daher, wenn ihr nach Hause zurückkehrt, weiterhin sowohl beruflich als auch persönlich euren Beitrag zur Förderung eines gerechten und wirksamen Ansatzes für die Bewahrung der Schöpfung im Sinne des Gemeinwohls zu leisten. Mit diesen kurzen, aber von Herzen kommenden Gedanken vertraue ich euch und eure Familien der Fürsprache Mariens, der Mutter der Kirche, an und erteile euch gern meinen Segen.

Vatican News

(sig) 



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