St. Peter in Rom, stilisiert, Papst Leo XIV.

Papst Leo XIV. über die Prinzipien der USA

Wertschätzung für die Freiheit


Rom / Regensburg, 31. Juli 2026

Das Gefühl von Freiheit, Chancen und die Einladung an Menschen aus der ganzen Welt über Generationen hinweg, Teil einer Nation zu werden: Dies sind nach den Worten von Papst Leo XIV., selbst US-Amerikaner, die prägenden Aspekte der Vereinigten Staaten von Amerika.

Dies äußerte das Oberhaupt der katholischen Kirche in einem Interview mit den Sendern NBC und Telemundo im Anschluss an das Gebetstreffen „Cantico di Pace“, das am Mittwochabend (29. Juli 2026) am Sitz von „Borgo Laudato si'“ in den päpstlichen Gärten von Castel Gandolfo stattfand. Die Veranstaltung wurde musikalisch von Andrea Bocelli und dem Chor „ABF Voices“ begleitet. 

Beim anschließenden Interview äußerte der Papst den Wunsch, sein Geburtsland zu besuchen, und ging auf die Situation von Migranten und Flüchtlingen ein, die er ermutigte, die Hoffnung nicht zu verlieren und ein rechtschaffenes Leben zu führen: „Habt Hoffnung. Versucht, ein rechtschaffenes Leben zu führen. Es muss anerkannt werden, dass man keine Gesellschaft aufbauen kann, wenn Straftaten oder Verbrechen begangen werden. Wir müssen daher lernen, in Frieden zu leben. Wir müssen auch den Mut und die Hoffnung bewahren, die uns stets helfen.“

Durch den Gesang verbunden

Das Gebetstreffen gestalteten Kinder unterschiedlicher Herkunft und Religionszugehörigkeit, die durch den Gesang im Chor alle miteinander verbunden waren. Der Papst sagte, die Veranstaltung sei eine Aufforderung, über Trennendes hinwegzusehen. Das gemeinsame Handeln offenbare eine Schönheit, an der alle teilhaben könnten, wenn Unterschiede zurückgestellt und die Würde jedes als Ebenbild Gottes geschaffenen Menschen anerkannt werden. Leo XIV. griff zudem Fragen auf, die Kinder während des Gebetsmoments  gestellt hatten und die nach den Gründen für Krieg und Hass im Gegensatz zu Frieden und Liebe fragten.

„Ich glaube, dass Kinder uns viel lehren können und dass wir die Werte wiederentdecken müssen, den Schatz, der im Menschsein liegt, in der Tatsache, dass wir alle Brüder und Schwestern sind, und in der Erkenntnis, dass wir alle an einer Gesellschaft teilhaben können, die den Frieden liebt, den Frieden sucht und einander trotz der Unterschiede annimmt. Wenn wir alle für den Aufbau des Friedens arbeiten, können wir viele Situationen überwinden, die Konflikte und Hass erzeugen.“

Erster Papst aus den USA

Im weiteren Verlauf des Interviews äußerte sich das katholische Kirchenoberhaupt zu seiner Wahrnehmung als erster Papst aus den Vereinigten Staaten. Der Bischof von Rom präzisierte seine Rolle und wies darauf hin, dass er sich in erster Linie als Papst sieht, der nur „zufällig“ Amerikaner ist. Damit verbinde sich keine Minderung der Verbundenheit mit seiner Heimat, für die er große Zuneigung empfinde, sondern die Bekräftigung des Auftrags als Hirte der Weltkirche mit einem Dialogangebot an die gesamte Menschheit.

„Deshalb ordne ich die Dinge in dieser Reihenfolge ein und erkenne gleichzeitig an, dass es sowohl für mich als auch für das Volk der Vereinigten Staaten, nach den Reaktionen seit dem 8. Mai des vergangenen Jahres zu urteilen, von großer Bedeutung ist, der erste amerikanische Papst zu sein.“ Auf die Frage nach den Merkmalen, die er an den Vereinigten Staaten am meisten schätze, verwies Leo XIV. auf die grundlegenden Prinzipien des Landes. „Was Amerika repräsentiert: Das Gefühl der Freiheit, das Gefühl Chancen zu haben, die Tatsache, über Generationen hinweg Menschen aus der ganzen Welt eingeladen zu haben, Teil Amerikas zu sein.“

Eigene Familiengeschichte

Leo XIV. verwies in diesem Zusammenhang auf seine eigene Familiengeschichte. Mütterlicherseits stammten seine Großeltern aus einer Einwandererfamilie, während sich in der weiteren Ahnenreihe sowohl versklavte Personen als auch Sklavenhalter befanden. Er sagte dazu: „Die (amerikanische) Geschichte des Wachstums und diese Art von Erfahrung helfen mir, sie als einen der größten Reichtümer der Vereinigten Staaten anzuerkennen. Und ich setze mich weiterhin für die Prinzipien ein, die seit so vielen Jahren zum amerikanischen Selbstverständnis gehören, und das wird auch so bleiben.“

Befragt zu einer möglichen Reise in die USA, drückte der Papst die Absicht aus, persönlich dorthin zu reisen, um den Einsatz für Frieden, Nächstenliebe und ein harmonisches Miteinander zu bekräftigen: „Man wird mich dort sehen. Zufälligerweise haben wir uns im Vatikan gerade heute den Kalender für die nächsten zwei Jahre angesehen. Es ist noch nichts definitiv, aber ich hoffe sehr, bald dorthin zu reisen.“

Text: Vatican News / nbc / telemundo

(SG / sig)



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