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Zur Neuigkeit
Papst Leo XIV. möchte nach Deutschland reisen
Einladung ist bereits ausgesprochen
Rom / Regensburg, 30. September 2026
Papst Leo XIV. wünscht sich in absehbarer Zeit einen Besuch in der Bundesrepublik Deutschland. Das sagte er am Montagabend beim Rückflug von seiner Frankreich-Reise nach Rom. Auf die Frage eines KNA-Korrespondenten teilte er mit, dass er schon eine Einladung vorliegen habe. „Ich hoffe sehr, wieder dorthin zu reisen – ich war zwar schon dort, aber nicht als Papst –, doch ich hoffe, Deutschland zu besuchen, so wie ich hoffe, viele andere Orte zu besuchen. Aber ich habe noch keinen Zeitplan.“
Leo äußerte sich auch zu einer Frage nach dem zahlenmäßigen Niedergang der katholischen Kirche in Deutschland. „Das hat man in der Vergangenheit auch über Frankreich gesagt, und doch haben wir gesehen, was in den letzten vier Tagen passiert ist. Ich glaube, wenn wir den wahren missionarischen Geist und den richtigen Weg dafür finden, gibt es in Deutschland immer noch sehr, sehr viele Menschen, die ihren christlichen und katholischen Glauben leben und feiern wollen.“
Er sei in dieser Hinsicht „optimistisch“, obwohl er auch die Probleme kenne, so Papst Leo. „Ich erkenne die verschiedenen Ursachen, die die Kirche sehr hart getroffen haben, aber es hat – wenn man so will – auch die evangelische oder protestantische Kirche sehr hart getroffen, und es hat die Gesellschaft auf sehr ähnliche Weise getroffen. Aber ich hoffe sehr, den Dialog zu suchen. Ich hoffe sehr, weiterhin mit den Verantwortlichen in der Kirche in Deutschland zusammenzuarbeiten und Wege zu finden, darauf zu reagieren.“
Der Fragesteller hatte auch wissen wollen, wie der Papst über die steigenden Werte der AfD in Deutschland denkt. Ob das nicht die Einheit Europas gefährde, die Leo in Metz beschworen habe? Der Papst versetzte darauf, nach seinem Eindruck „wäre es interessant, einmal zu untersuchen“, ob es hier einen Zusammenhang gebe mit der Lage der Kirche in Deutschland: „Gleichzeitig gibt es Anzeichen für eine Vermischung dieser rechtsextremen Standpunkte mit einer bestimmten Art von Religion, die – nicht nur meiner Ansicht nach, sondern auch nach Ansicht der Verantwortlichen der katholischen und der evangelischen Kirche in Deutschland – kein authentischer Ausdruck des Christentums ist. Und wieder kehren wir zu den Werten des Evangeliums zurück, bei denen es nicht um Hass und Spaltung geht, sondern um Verständnis, Mitgefühl und Begleitung.“
Er hoffe darauf, dass Wege gefunden würden, „um die Mehrheit der Menschen guten Willens anzusprechen“, so Papst Leo. Die Menschen müssten „verstehen, wie wichtig ihr Engagement ist: Auch durch die Teilnahme an politischen Prozessen können sie klare Entscheidungen für das Gemeinwohl treffen und sich gegen extremistische Ideen stellen, die vielleicht viel mehr Schaden anrichten, als uns derzeit überhaupt bewusst ist.“ Es sei die Aufgabe der Kirche, im Sinn ihrer Soziallehre „zu lehren, was wir als lebensspendende Werte ansehen – und nicht Zerstörung, Spaltung und Hass“.
Aber natürlich ging es bei der „fliegenden Pressekonferenz“ zwischen Metz und Rom nicht nur – noch nicht einmal in erster Linie – um Deutschland. In erster Linie blickte Papst Leo auf seine vier Tage in Frankreich zurück und ließ dabei erkennen, dass ihn vor allem zwei Momente beeindruckt haben: die Begegnung mit Kranken im Marienwallfahrtsort Lourdes und die Begegnung mit Zehntausenden von jungen Leuten im „Stade de France“ von Saint-Denis vor den Toren von Paris. Das seien Tage „voller Segen“ gewesen, „beinah wundersam“.
In die Politik habe er sich in Frankreich nicht einmischen wollen, auch nicht mit seinen Plädoyers für Menschenwürde und Lebensschutz. Wer die katholische Soziallehre vertrete, mache nicht Politik, sondern wende das Evangelium auf das Leben der Menschen an. „Ich bin in erster Linie nach Frankreich gereist, um das Evangelium zu verkünden“, so Leo.
Text: Vatican News
(sig)




