Gruppenfoto einiger Menschen von Caritas und OTH Regensburg

OTH Regensburg und Caritas starten Forschungsprojekt zu Wohnungslosigkeit bei Frauen

Ursachen, Verläufe und Prävention


Regensburg, 30. Oktober 2026

Wie geraten Frauen in die Wohnungslosigkeit und was hilft ihnen auf dem Weg zurück in ein eigenständiges Leben? Diesen Fragen geht ein neues Forschungsprojekt der Ostbayerischen Technischen Hochschule Regensburg nach. Das Projekt „Weibliche Wohnungslosigkeit verstehen und verhindern“, das an der Fakultät Sozial- und Gesundheitswissenschaften angegliedert ist, startete am 1. Oktober 2026 und läuft bis Ende 2027. Finanziell getragen wird das Projekt vom Caritasverband für die Diözese Regensburg e. V.

„Wohnungslosigkeit von Frauen bleibt oft lange verdeckt. Umso wichtiger ist es, ihre Lebenssituationen und die Ursachen besser zu verstehen. Mit diesem Forschungsprojekt wollen wir bestehende Hilfsangebote gezielt weiterentwickeln, frühzeitig Unterstützung bieten und betroffenen Frauen neue Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben eröffnen“, sagt Brigitte Weißmann, Referatsleitung Besondere Lebenslagen der Caritas Regensburg.

Wohnungslosigkeit von Frauen bleibt häufig unsichtbar. Viele Betroffene versuchen zunächst, ihre Situation zu verdecken. Sie kommen vorübergehend bei Bekannten unter, bleiben in belastenden Beziehungen oder hangeln sich von einer Übergangslösung zur nächsten. Mit dem Hilfesystem kommen sie dadurch oft erst spät in Kontakt. Zugleich wirken häufig mehrere Belastungen zusammen, etwa Gewalterfahrungen, psychische Erkrankungen, Armut oder fehlende soziale Netzwerke. Je länger die Wohnungslosigkeit andauert, desto schwieriger wird der Weg zurück.

Den Weg in die Wohnungslosigkeit verstehen

„Über die unmittelbare Perspektive der Betroffenen möchten wir ein tieferes Verständnis darüber generieren, wie die Soziale Arbeit Frauen in Not bestmöglich ermächtigen kann, der Wohnungslosigkeit langfristig den Rücken zu kehren“, sagt Tobias Kraus M.A., wissenschaftlicher Mitarbeiter der OTH Regensburg.

Im Mittelpunkt der qualitativen Studie stehen Interviews mit betroffenen Frauen im Caritas Marienheim – einer Einrichtung für in Wohnungslosigkeit geratene Frauen – und mit Fachkräften aus dem Regensburger Hilfesystem. Ergänzend bezieht das Projektteam Erfahrungen des FrauenWohnZentrums der Caritas Wien als Good-Practice-Beispiel ein.

„Wir wollen verstehen, wie Frauen in die Wohnungslosigkeit geraten, welche Hürden den Weg zurück in eine eigene Wohnung erschweren und welche Unterstützung wirklich hilft. Unser Ziel ist es, aus den Erfahrungen der betroffenen Frauen konkrete Empfehlungen abzuleiten, um Wohnungslosigkeit frühzeitiger zu verhindern und Wege in ein selbstbestimmtes Leben zu stärken", sagt Prof. Dr. Ina Schildbach, Projektleiterin, OTH Regensburg.

Am Ende steht ein Forschungsbericht mit einem Maßnahmenkatalog, welcher konkrete Empfehlungen für Prävention, Stabilisierung und den Übergang in eigenes Wohnen enthalten soll.

Gruppenfoto einiger Menschen von Caritas und OTH Regensburg

Text und Video: Lea Grosser/Caritas Regensburg

(kw)



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