Flüchtlingszelte, Elend

missio München leistet Nothilfe im Libanon

„Zerrieben zwischen den Fronten“


München / Regensburg, 9. März 2026

Die Lage für die Menschen im Libanon spitzt sich dramatisch zu. Nach dem Eintreten der Hisbollah-Miliz in den Krieg zwischen Israel und Iran werden weite Teile des Landes von israelischen Luftangriffe getroffen. In zahlreichen Mails berichten langjährige Projektpartner des katholischen Hilfswerks missio München von den Folgen der massiven Vertreibung und Gewalt und bitten um Unterstützung. Tief betroffen zeigt sich missio-Präsident Monsignore Wolfgang Huber: „Die leidgeprüften Menschen im Libanon werden zwischen den Fronten dieses furchtbaren Stellvertreter-Krieges zerrieben.“ missio München stellt jetzt eine kurzfristige Nothilfe von 50.000 Euro bereit.

Mit der Nothilfe von missio werden Pakete mit Lebensmitteln zusammengestellt sowie Medikamente, Windeln und Milch für Babys über die kirchlichen Strukturen verteilt. Dazu wichtige Hygiene-Artikel, Matratzen, Decken und Brennstoff. Tausende binnengeflüchtete Familien, Christen und Muslime, will die Päpstliche Mission im Libanon auf diese Weise erreichen und unterstützen.

„Besonders denke ich in diesen Tagen an die Christinnen und Christen im Süden des Landes, die als bedrohte Minderheit in der Region immer wieder unter enormem Druck stehen. Auch diesen tapferen Gemeinden werden wir über die Nothilfe unserer Partner beistehen und sie unsere Solidarität durch konkrete Hilfe und unser Gebet spüren lassen. Ebenso wie die vielen Familien in der Bekaa-Ebene, die wieder einmal ihre Häuser öffnen und das Wenige, das sie haben, mit den Bedürftigen teilen“, betont missio-Präsident Monsignore Huber.

Gemeindemitglieder öffnen ihre Türen

Allein in den Gemeinden auf dem Gebiet des maronitischen Erzbistums Deir el-Ahmar in der Bekaa-Ebene sind innerhalb kürzester Zeit gut 8.000 Geflüchtete aus dem Süden angekommen. Erst 2024 – im Zuge des Krieges mit Israel – waren in der Gegend Zehntausende Schutzsuchende aus dem Süden gestrandet. Während die Pass-Straßen aufgrund von Schnee nicht befahrbar sind, kommt es zu chaotischen Szenen entlang der Hauptverkehrsroute aus dem Süden, die immer wieder aufgrund von Bombardierung oder Stau blockiert ist. „Wieder einmal sind unsere Schulen überfüllt“, berichtet Pfarrer Youhanna Naddaf, der die Hilfe vor Ort koordiniert. „Viele Gemeindemitglieder öffnen ihre Türen für die vertriebenen Familien.“ Bischof Hanna Rahme schreibt, er sei „zutiefst besorgt“: „Wir müssen die Menschen dringend mit dem Nötigsten versorgen, aber unsere Ressourcen sind sehr begrenzt.“ Da die Temperatur in den Nächten unter den Gefrierpunkt fällt, werden Decken und Brennstoff dringend benötigt.

In den Grenzgebieten im Süden stehen besonders die vielen christlichen Dörfer immer wieder unter Beschuss. „Wir befürchten, dass die Gemeinden bald belagert werden könnten und den Menschen die Lebensmittel ausgehen. Wir brauchen dringend Mehl und Brot, Medikamente, Windeln und Brennstoff“, schreibt Bischof Charbel Abdallah aus Tyros. Viele Betroffene, darunter auch ältere Menschen, sind nach den letzten Vertreibungen der Flucht müde und weigern sich, ihre Dörfer ein weiteres Mal zu verlassen. Zahlreiche Priester haben entschieden, an der Seite dieser Menschen zu bleiben. So berichtet Michel Constantin, Regionaldirektor der Päpstlichen Mission für den Nahen Osten (CNEWA) in Beirut, wie sich die Bewohner des Grenzortes Alma al-Shaab in dieser Woche auf ihrem Kirchplatz versammelt haben und zur Mahnung die Kirchenglocken läuteten. Die Kirche tue alles, um auch diese Menschen weiter erreichen zu können.

Text: missio München

(sig)



Nachrichten