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Zur Neuigkeit
Misereor unterstützt Kampagne zum Schuldenerlass
Entlastung für den Globalen Süden
Berlin / Regensburg, 5. März 2026
Über 72.000 Menschen fordern konkrete Reformen des internationalen Finanzsystems und Schuldenstreichungen für Staaten des Globalen Südens. Zum Abschluss der Kampagne „Erlassjahr 2025 – Turn Debt into Hope!“ hat ein zivilgesellschaftliches Bündnis von 71 Organisationen den Appell und die Unterschriften an das Bundesfinanzministerium übergeben.
Viele Staaten des Globalen Südens sind durch ihre Schuldensituation stark belastet: Enorme Zins- und Tilgungszahlungen, ungünstige Refinanzierungsbedingungen und strukturelle Ungleichheiten im internationalen Finanzsystem verschärfen die soziale Ungleichheit und wirtschaftliche Instabilität. Mit der internationalen Kampagne „Turn Debt into Hope“ wird deshalb unter anderem die Einrichtung einer UN-Schuldenrahmenkonvention gefordert. Eine solche Konvention wird auch von Staatengruppen aus dem Globalen Süden gefordert, etwa von der Afrikanischen Union.
Benjamin Rosenthal, Experte für Entwicklungsfinanzierung bei Misereor: „Wenn Staaten einen Großteil ihrer Einnahmen für den Schuldendienst aufwenden müssen, bleibt kaum noch Geld für Investitionen in Bildung, Gesundheit oder Soziales. Wenn der Staat nicht investieren kann, verschärft das Armut und prekäre Lebensverhältnisse vor Ort – ein Teufelskreis. Deswegen müssen untragbare Schulden gestrichen werden.“
Malina Stutz, Politische Referentin beim Entschuldungsbündnis erlassjahr.de: „Unter den aktuellen Bedingungen fallen Schuldenerlasse viel zu klein aus. Zudem werden sie häufig an harte, wirtschaftspolitische Bedingungen geknüpft, die den Sozialstaat in den betroffenen Ländern weiter aushebeln. Über Schuldenstreichungen muss deshalb unter dem Dach der Vereinten Nationen entschieden werden – und nicht wie bisher in exklusiven Gläubigerclubs.“
Christian Gröber, Referent für die Reform der internationalen Finanzarchitektur bei Germanwatch: „Die Klima- und Schuldenkrise verschärfen sich gegenseitig, denn viele hochverschuldete Staaten sind besonders stark von der Klimakrise betroffen, aber haben kaum fiskalischen Spielraum für Anpassung und Resilienz. Solange Klimarisiken nicht systematisch berücksichtigt werden und bei Umschuldungen kein Raum für Zukunftsinvestitionen geschaffen wird, bleiben Klima- und Entwicklungsziele unerreichbar.“
Ute Straub, Referentin für Entwicklungsfinanzierung und internationale Finanzpolitik bei Brot für die Welt: „Gemeinsam mit 72.000 Menschen fordern wir, die Länder des Globalen Südens dauerhaft von ihrer erdrückenden Schuldenlast zu befreien. Dafür braucht es grundlegende Reformen des internationalen Finanzsystems. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass sie diese Reformen unter dem Dach der Vereinten Nationen aktiv vorantreibt.“
Die internationale Kampagne „Turn Debt into Hope“ wurde 2025 anlässlich des Heiligen Jahres der Katholischen Kirche gestartet. In Deutschland wird die Kampagne von 71 zivilgesellschaftlichen Organisationen und Institutionen getragen.
Text: Charleen Kovac
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