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Märtyrer des Monats November: Ukrainischer Bischof Lakota

Er kämpfte gegen den Völkermord


Regensburg, 11. November 2022

Die "Stephanus-Stiftung für verfolgte Christen" stellt allmonatlich Märtyrer unserer Zeit in Porträts vor, die wir gerne hier veröffentlichen. Diesen Monat erinnern wir uns an den ukrainisch griechisch-katholischen Bischof Hryhorij (Gregory) Lakota, der am 12. November 1950 als Opfer der stalinistischen Verfolgung starb.

Der ukrainisch griechisch-katholische Bischof Hryhorij (Gregory) Lakota starb – wie etwa sein Mitbruder Iosafat Kotsilovsky von Przemysl – als Märtyrer. Wegen der stalinistischen Verfolgung verblieb diese Ortskirche ein halbes Jahrhundert de facto ohne Hirten – seit der Verhaftung der Bischöfe 1946 bis zur Umstrukturierung der Bistümer der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche in Polen und der Ernennung von Jan Martyniak zum Erzbischof und Metropoliten von Przemyśl-Warschau am 24. Mai 1996.

Lakota wurde am 31. Januar 1883 im heutigen Sambir Raion in der Umgebung von Lemberg (Lwiw), der Hauptstadt des österreichischen Kronlands Galizien, geboren. In Lemberg studierte er Theologie, bevor er 1908 zum Priester geweiht wurde. Drei Jahre später erfolgte mit einer Arbeit über die Bergpredigt der Erwerb des Doktorgrades in Wien. Im galizischen Przemysl war er von 1913 an Professor und schließlich Rektor des ukrainischen Seminars. In diesen Jahren lag ihm die spirituelle Stärkung der Jugend und des Priesternachwuchses besonders am Herzen. Am 16. Mai 1926 erfolgte seine Ernennung zum Weihbischof im inzwischen südostpolnischen Przemysl, das am 15. September 1939 vom Deutschen Reich militärisch besetzt wurde, aber in der Folge, zeitlich begrenzt, teilweise auch schon unter sowjetische Herrschaft geriet.

Im Jahr 1933, am Fest der heiligen Olga, dem 24. Juli, schloss er sich von Polen aus sechs weiteren Bischöfen der ukrainischen Kirche an, die in einem Hirtenbrief an „alle Menschen guten Willens“ die Wahrheit über den Massenmord durch Aushungern, den Holodomor (auf Ukrainisch), verbreiteten. Nach zwei Missernten 1931 und 1932 waren die Bauern in der Ukrainischen Sozialistischen Sowjetrepublik zu unmenschlich hohen Abgaben gezwungen worden, was die Hungersnot drastisch befeuerte. Das Schreiben ist ein Zeugnis fast beispiellosen bischöflichen Mutes in einer Zeit, in der der freie Westen, bis auf wenige Ausnahmen, diesbezüglich der Sowjetpropaganda auf den Leim ging. So schreiben sie darin: „Ukraine kämpft mit dem Tod. Die Menschen sterben durch Hunger. Das tödliche System des Staatskapitalismus, wurzelnd in Ungerechtigkeit, Betrug und Untreue, hat das einst so reiche Land in den vollständigen Ruin getrieben. Vor drei Jahren hat das Oberhaupt der katholischen Kirche, Papst Pius XI., einen feierlichen Protest gegen all dasjenige veröffentlicht, das sich im Bolschewismus gegen Gott, Christentum und gegen die menschliche Natur richtet. [Im Jahr 1930 rief Papst Pius XI. zum „Kreuzzug des Gebets“ gegen den Bolschewismus auf; Anm. d. Verf.] Zusammen mit der gesamten katholischen Welt schließen wir uns dem Protest des Heiligen Vaters an. Heute sehen wir die Tragweite der sowjetischen Vorherrschaft: diese beängstigende Situation verschlechtert sich Tag für Tag. Angesichts dieser Verbrechen verstummt die menschliche Natur und das Blut gerinnt in den Adern.“



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