St. Peter in Rom, stilisiert, Papst Leo XIV.

Leo XIV. fordert Frieden nicht nur im Iran

Der Blick geht in die Ukraine


Rom / Regensburg, 18. Juni 2026

Papst Leo XIV. hat in der dieswöchigen Generalaudienz im Vatikan aktuelle internationale Entwicklungen kommentiert. Der Ponifex äußerte sich erleichtert zu den diplomatischen Fortschritten im Verhältnis zwischen der Islamischen Republik Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika, lenkte dann aber den Blick auf die anhaltende Gewalt in der Ukraine.

Der Papst zeigte sich erfreut über die Einigung zwischen Teheran und Washington. Er bedankte sich bei den Vermittlern Katar und Pakistan für ihre Bemühungen. Wörtlich sagte der Papst: „Ich begrüße die Einigung zwischen der Islamischen Republik Iran und den Vereinigten Staaten von Amerika, die am Freitag unterzeichnet werden soll, als ermutigendes Ergebnis geduldiger Dialog- und Verhandlungsbemühungen. Ich spreche den Ländern meinen Dank aus, die sich dafür eingesetzt haben, das Zusammentreffen der Parteien zu fördern und diese Einigung zu ermöglichen. Ich hoffe, dass dieses Abkommen dazu beitragen wird, das gegenseitige Vertrauen, die Sicherheit und die Stabilität im Nahen Osten zu stärken und den Dialog sowie die Zusammenarbeit zwischen den Völkern zu fördern.“

Die jüngsten diplomatischen Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA stehen vor dem Hintergrund langjähriger Spannungen, die insbesondere durch das iranische Atomprogramm, gegenseitige Sanktionen und geopolitische Konflikte im Nahen Osten geprägt sind. Nach dem einseitigen Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen (JCPOA) im Jahr 2018 und der anschließenden Wiedereinführung wirtschaftlicher Beschränkungen durch Washington hatte Teheran seine Urananreicherung schrittweise ausgeweitet. Das nun bevorstehende Abkommen wird in diplomatischen Kreisen als Versuch gewertet, durch völkerrechtliche Vereinbarungen über Handelsbeziehungen und Sicherheitsgarantien eine weitere Eskalation in der Region zu verhindern und die Schifffahrtswege in der strategisch bedeutsamen Straße von Hormuz zu sichern.

„Es erreichen uns schmerzhafte Nachrichten über den Krieg in der Ukraine, der sich weiter ausbreitet. Zahlreiche unschuldige Opfer, getötete Rettungskräfte, Kirchen und Kulturerbestätten, die von den Flammen verwüstet wurden. Ich bin in Gedanken bei all jenen, die um ihre Angehörigen trauern, bei den Verletzten und bei denen, die inmitten der Gewalt weiterhin mutig im Dienst des Lebens stehen. Ich lade alle ein, dafür zu beten, dass dieser Krieg ein Ende findet. Bitten wir den Herrn, Wege des Dialogs zu eröffnen, den Hass zu besänftigen und einen gerechten und dauerhaften Frieden zu ermöglichen.“

Der vom Papst beklagte Konflikt in der Ukraine führte unterdessen zu neuen Schäden an historisch bedeutsamen Stätten des Landes, darunter auch beim jüngsten Angriff auf das Höhlenkloster in Kiew. Die im 11. Jahrhundert gegründete Kyiver Pechersk Lawra gehört zum UNESCO-Weltkulturerbe und gilt als eines der wichtigsten Heiligtümer der orthodoxen Christenheit im osteuropäischen Raum. Durch die Ausweitung der kriegerischen Handlungen geraten vermehrt religiöse Zentren und zivile Infrastrukturen in die Schusslinie, was zu Bränden und Zerstörungen an den historischen Klosteranlagen und Kirchengebäuden führte und die internationale Besorgnis über den Schutz des kulturellen Erbes in der Ukraine wachsen lässt.

Text: Vatican News

(sig)



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