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Konnersreuth: Ein Denkmal für Fritz Gerlich

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„Beten wir, dass die Resl und Fritz Gerlich vielleicht gemeinsam zur Ehre der Altäre erhoben werden“, sagte Diözesanbischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Schluss seiner beeindruckenden Predigt, am Freitagabend, in der Pfarrkirche St. Laurentius. Dabei machte er deutlich: „Das Lebenszeugnis von Fritz Gerlich beeindruckt und überzeugt mich. Fritz Gerlich suchte Gott und fand ihn, inspiriert durch Therese Neumann“. Unter den Gästen auch Klaus Schumann, Gründer der Fritz Gerlich-Ausstellung, Pastoralreferent Ludwig Schmidinger als Bischöflicher Beauftragter in der KZ-Gedenkstättenarbeit für München und Freising, sowie Postulator Dr. Johannes Modesto, der den Seligsprechungsprozess für Fritz Gerlich einleiten soll.

Journalistische Pflicht, über Therese Neumann zu schreiben

Seine Predigt widmete der Regensburger Bischof Fritz Gerlich, der vor genau 90 Jahren erstmals am 15. September 1927 im Pfarrhaus mit Therese Neumann zusammentraf. Gerlich war damals Chefredakteur der Münchner Neuesten Nachrichten. Vier Jahre später schrieb Gerlich, „ich habe vielerlei wieder gut zu machen, ich habe viele Fehler gemacht. Nur der Herrgott wird mir meine Fehler verzeihen“. Am 2. April 1931 schrieb er den Artikel über Therese Neumann, der europaweit für großes Aufsehen sorgte und in 26 Sprachen übersetzt wurde. Gerlich wollte der Wahrheit auf die Spur kommen und reiste gleich mehrmals nach Konnersreuth. Der Bischof zitierte Gerlich, „es war meine Berufspflicht mich mit Therese Neumann zu befassen. Ich wollte es mit eigenen Augen sehen. 1927 war ich drei Mal in Konnersreuth. Was ich hier erlebt habe, führte mich zu einer tiefen Freundschaft mit Pfarrer Joseph Naber und der Resl“. Der Bischof weiter, „Fritz Gerlich konnte keinen Schwindel entdecken, ganz im Gegenteil, er war vom Erlebten ganz fasziniert, wie die Resl ihren Heiland liebte. Fritz Gerlich lernte in Konnersreuth ganz intensiv den katholischen Glauben kennen“.

Hinwendung zum Glauben und Ermordung durch die Nationalsozialisten

Am 29. September 1931 wurde Fritz Gerlich von Pater Ingbert Naab in Eichstätt getauft und am 9. November 1931 erhielt er in München vom Kardinal Faulhaber das Sakrament der heiligen Firmung gespendet. Zu dieser Zeit hatte er seine Arbeit bei der Zeitung eingestellt. Es war Therese Neumann, die ihn 1930 aufforderte, wieder zur Zeitung zurückzugehen. „Du musst wieder zur Zeitung zurück, auch wenn es nicht helfen wird“. Von da an begann sein Kampf gegen den Nationalsozialismus, der im Kreuzweg endete. Schon im Juli 1932 schrieb Gerlich, „der Nationalsozialismus bringt Lüge, Hass, Brudermord und grenzenlos Not“. Wie recht sollte er mit dieser Meinung haben. Gerlich, so der Bischof, war sich seiner klaren Worte durchaus bewusst und dass er mit seinem Leben spielte. Und doch, er ließ nicht davon ab. Am 9. März 1933 wurde Fritz Gerlich verhaftet, „er war bereit, mit Leib und Leben für die Wahrheit einzustehen“. Am 29. Juni 1933 begegnete er noch einem Münchner Priester, der zeitlebens von diesem Treffen zutiefst beeindruckt war, ehe er einen Tag später im KZ Dachau erschossen wurde.