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Zur Neuigkeit
Bischof Rudolf würdigt Engagement der Betriebsräte
„Würde es sofort wieder machen!“
Regensburg, 16. Februar 2026
Binnen Kürze endet die Amtszeit der aktuellen Arbeitnehmervertretungen in deutschen Betrieben und vom 1. März bis 31. Mai 2026 werden Betriebsratswahlen stattfinden. Dies nahm der Regensburger Bischof Dr. Rudolf Voderholzer zum Anlass, sich Einblick geben zu lassen in die Herausforderungen, die die Arbeitswelt mit sich bringt. Am Donnerstag, 13. Februar, lud er aktuelle Betriebsräte verschiedener Firmen aus dem Gebiet der Diözese Regensburg zu einem Austausch ins Ordinariat mit anschließendem Mittagessen im Bischofshof. Gleichzeitig sollte das Treffen unterstreichen, dass gerade in der Arbeitswelt ethische Fragen enorm wichtig sind und somit auch eine breite Beteiligung an den Wahlen.
Erst im Januar hatten die katholische und die evangelische Kirche einen Aufruf zu den Betriebsratswahlen veröffentlicht. In einer wirtschaftlich unruhigen und politisch angespannten Zeit sei es ein deutliches Zeichen, „Themen wie Arbeit, gerechte Entlohnung und angemessene Rente nicht polarisierenden Kräften zu überlassen.“
Gehälter, Arbeitspensum, Standortschließungen und zu großes Wachstum
Bei dem Treffen im Ordinariat kamen Sorgen und Nöte zu Sprache, aber auch Erfolge: Gehälter neu verhandeln, Arbeitsbelastungen auf Grund von Personalengpässen meistern, Mitsprache bei Einstellungen und Kündigungen, Überwachung des Arbeitsschutzes, all diese Themen tragen stark dazu bei, dass es am Arbeitsplatz gerecht zugeht und Mitarbeiter nicht zum Objekt der Arbeit werden. Sich dafür stark zu machen und die Wertschätzung der Kollegen zu spüren motiviert sehr, darin stimmten alle anwesenden Betriebsräte überein. Auch dann, wenn man manchmal heiße Eisen anpacken muss. In einem Fall belasteten mehrere Entlassungswellen Betrieb, Mitarbeiter und Betriebsräte. Auch das Gegenteil könne der Fall sein, wenn ein Betrieb nämlich Wachstumsproblemen hat: Die Firma sei in den letzten Jahren so stark gewachsen, „wir platzen aus allen Nähten!“. Folge: Eine dritte Schicht wurde eingeführt, neue Räume mussten gefunden werden, eine Produktionsanlage wird gebaut werden müssen. In einem anderen Fall arbeiteten Geschäftsführung und Betriebsrat über viele Jahre harmonisch miteinander, bis der Verkauf an einen ausländischen Investor die Kommunikation beeinträchtigte.
Betriebsrat: Nicht Bremse, sondern Chance!
In den meisten Betreiben hat der Betriebsrat ein hohes Ansehen, in machen wird er eher toleriert, hier und da sieht die Geschäftsführungen ihn als Hemmnis. Leider, denn Studien haben ergeben: Betriebe, die ihre Arbeitnehmervertretung in Entscheidungen einbinden sind mittel- und langfristig erfolgreicher!
Bischof solidarisiert sich mit Mitarbeitern von Kelheim Fibres
Josef Rummel berichtete über die Herausforderungen, die auf ein Unternehmen zukommen, wenn es schließen muss. Das insolvente Chemieunternehmen Kelheim Fibres muss seinen Betrieb Ende März einstellen. Hohe Rohstoff- und Energiekosten aufgrund des Krieges zwischen Russland und der Ukraine hatten wesentlich zur Schieflage beigetragen, mehrere Verkaufsversuche waren gescheitert. Rund 400 Mitarbeiter haben kürzlich die Kündigung erhalten. Mit dem Betriebsrat hat sich das Chemieunternehmen auf einen Sozialplan und eine Transfergesellschaft verständigt. Der Fokus liege nun auf einer geordneten Abwicklung und einer bestmöglichen Unterstützung der Mitarbeitenden.
Behindertenhilfe in Reichenbach: Erfolgsgeschichte einer kirchlichen Interessenvertretung
Einblick in die Arbeit einer kirchlichen Interessenvertretung gab Ludwig Strahl. Der stellvertretende MAV-Vorsitzender der Barmherzige Brüder Behindertenhilfe in Reichenbach konnte berichten, dass die Mitarbeitervertretung der Barmherzige Brüder Behindertenhilfe gGmbH in Reichenbach im Dezember 2024 den Mitbestimmungspreis des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) Bayern erhalten hatte. Ministerpräsident Dr. Markus Söder zeigte sich damals sehr erfreut, dass die Auszeichnung an das Mitbestimmungsgremium einer kirchlichen Einrichtung ging.
“Ihr Dienst ist außerordentlich wichtig!”
Bischof Rudolf war sichtlich beeindruckt von dieser Fülle an Erfahrungen. Umso mehr dankte er seinen Gästen, dass sie Verantwortung in Ihren Betrieben übernehmen: „Die Menschen scheinen dem Privaten mehr Raum zu geben. Die Bereitschaft, sich längerfristig zu binden und Verantwortung für Andere zu übernehmen nimmt ab, das sehen wir leider auch in den Pfarreien. Gerade deshalb ist Ihr Dienst außerordentlich wichtig, auch aus der Sicht der katholischen Soziallehre.“ Und es sei wichtig, dass Betriebsräte für ihre Tätigkeit freigestellt sind von der Arbeit: „Sie brauchen betriebswirtschaftliche und rechtliche Kompetenzen, müssen Zahlen lesen können. Und Sie sind wie ein Seelsorger für die Menschen in ihrem Betrieb da.“
Der Regensburger Oberhirte hat seit jeher großes Interesse an der Arbeitswelt. Regelmäßig besichtigt er Betriebe und lädt ihre Arbeitnehmervertretungen zum Austausch. Auch als 2023 die die Filiale von Galeria Kaufhof in Regensburg geschlossen werden sollte unterstützte die Betriebsseelsorge beim Kampf um die Arbeitsplätze und stand als Ansprechpartner in dieser schwierigen Zeit bereit. Der Bischof nahm damals zusammen mit Vertretern der evangelischen und jüdischen Gemeinde an einem Gespräch mit dem Betriebsrat teil. Neben der Solidarität mit den Beschäftigten ging es dabei auch um die Frage, welche Möglichkeiten es gäbe, die Religionsgemeinschaften konzeptionell in eine Neustrukturierung der Flächen einzubeziehen, um den Galeria-Standort aufzuwerten und ihn damit von der Streichliste des Konzerns zu bekommen. Konnte 2023 die Schließung nochmals abgewendet werden, folgte ein Jahr später leider dann doch das endgültige Aus für das Kaufhaus.
Betriebsseelsorge: Ansprechpartner für Betriebsräte und Personalräte
Richard Wittmann hat viel persönlichen Kontakt zu Betriebsräten. Als Leiter der Betriebsseelsorge im Bistum Regensburg weiß er, dass es die Arbeitnehmervertretungen nicht immer leicht haben. Oft sitzen sie zwischen den Stühlen. Für sie gibt es Gesprächs- und Schulungsangebote, Oasentage sowie Informationen zu sozialethischen Fragestellungen. Trotz dieser „Sandwich-Position“ mache es den allermeisten Betriebsratsmitgliedern Freude, sich für Gerechtigkeit und für die Belange der Kollegen einzusetzen. Tatsächlich waren sich darin alle einig: „Ich würde es sofort wieder machen!“
Text & Fotos: Silke Schötz
(SSC)
Weitere Infos
Bischof Rudolf appelliert: Gehen Sie wählen und bringen Sie dort, wo es noch keinen Betriebsrat gibt, einen solchen auf den Weg!
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Ähnlich wie Betriebsräte regeln Mitarbeitervertretungen (MAV) die Arbeitnehmerinteressen in kirchlichen Einrichtungen, aber basierend auf kirchenrechtlichen Regelungen. In einigen wenigen kirchlichen Wirtschaftsbetrieben werden aber auch Betriebsräte auf der Grundlage des Betriebsverfassungsgesetzes gewählt, wie z.B. in Druckereien oder in Brauereien.











