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Zur Neuigkeit
Kolping International zur Papst-Enzyklika „Magnifica humanitas“
Nicht nur KI
Köln / Regensburg, 30. Mai 2026
Der Generalsekretär des katholischen Sozialverbands Kolping International, Markus Demele, hat betont, Magnifica humanitas von Papst Leo XIV. sei nicht nur eine Enzyklika über Künstliche Intelligenz. Im Kern handle es sich um „eine umfassende Sozialenzyklika über die Frage, wie menschliches Zusammenleben unter den Bedingungen globaler Umbrüche gelingen kann“. In einem Beitrag für das Kölner Domradio schrieb er, die Enzyklika entdecke „jene Räume neu, die zwischen Individuum, Staat und Wirtschaft liegen: Gemeinschaften, Bewegungen, Verbände, lokale Netzwerke, Glaubensgemeinschaften und zivilgesellschaftliche Initiativen. Das freut besonders jene, die sich teils seit Jahrzehnten in solchen Gemeinschaften engagieren und in den letzten Jahren heftigen Gegenwind erlebt haben.“
Papst Leo spreche „ausdrücklich von der ‚Zivilgesellschaft, den Volksbewegungen und den Glaubensgemeinschaften‘ als Mitträgern einer menschenwürdigen Zukunft“, so Demele. „Er würdigt intermediäre Körperschaften, Freiwilligenorganisationen und den ‚dritten Sektor‘. Subsidiarität erscheint nicht mehr allein als sozialethisches Prinzip, sondern als Schutzraum menschlicher Teilhabe gegen technokratische Zentralisierung und digitale Monopole.“
„Unter den Bedingungen digitaler Machtkonzentration und begrenzter staatlicher Steuerungsfähigkeit gewinnen intermediäre Räume besondere Bedeutung“, führte Demele unter Berufung auf Magnifica humanitas aus. Verbände, Gemeinschaften, Volksbewegungen und Glaubensgemeinschaften erscheinen nicht mehr nur als Ergänzung staatlichen Handelns, sondern als unverzichtbare Orte, an denen Solidarität konkret gelernt, organisiert und gesellschaftlich wirksam werden kann.“
„Natürlich bleibt Magnifica humanitas eine Enzyklika über künstliche Intelligenz“, erklärte Demele, aber ihr eigentliches Thema gehe tiefer. Es handele sich um die Frage, wie der Mensch Mensch bleiben könne in einer Zeit wachsender technischer, wirtschaftlicher und politischer Entfremdung: „Eine Antwort des Papstes lautet letztlich: durch Beziehungen, Gemeinschaften und Verantwortung füreinander“, so der Generalsekretär von Kolping International. „Damit steht sie gänzlich in der Tradition der Soziallehre seit Rerum Novarum und kann wahrlich als zeitgemäße Fortschreibung gelten.“
Mit mehr als 40.000 Wörtern in der deutschen Fassung gehört Magnifica humanitas zu den längsten päpstlichen Lehrschreiben. Es ist die erste Enzyklika, die sich mit der Künstlichen Intelligenz befasst. Allerdings befassten sich bereits andere vatikanische Texte mit dem Thema, insbesondere die Note Antiqua et nova aus dem Jahr 2025, die vom Dikasterium für die Glaubenslehre und vom Dikasterium für die Kultur und die Bildung stammte, sowie Quo vadis, humanitas?, einen Anfang dieses Jahres von der Internationalen Theologischen Kommission veröffentlichten Text. Beide Dokumente werden häufig in den Fußnoten von Magnifica humanitas zitiert.
Text: CNA Deutsch
(sig)




