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Zur Neuigkeit
Katholisch werden an der Universität
Einblick in die Weltkirche
Regensburg, 30. Januar 2026
Eine Eliteuniversität in den USA bereitet Studenten nicht nur durch eine exzellente Ausbildung in den Studienfächern auf das Leben vor. Ein Programm lädt junge Menschen ein, sich vertieft mit dem Glauben zu befassen und bereitet auf den Empfang der Sakramente vor.
In Deutschland wird man an einer Universität vermutlich leichter Atheist als Katholik. Das ist an den meisten Hochschulen in den USA vermutlich genauso. Eine Universität sticht hier als Ausnahme hervor. Die University of Notre Dame du Lac ist eine katholische Privatuniversität im US-Bundesstaat Indiana. Diese Universität macht gerade Schlagzeilen damit, dass sich aus dem Kreis ihrer Studenten eine Rekordzahl jungen Menschen auf die Taufe vorbereitet. Gegründet wurde Notre Dame im Jahr 1842 von Edward Sorin, einem französischen Priester. Im säkularen Europa denkt man bei einer solchen Einrichtung vielleicht an einen Haufen weltfremder Betschwestern. Damit könnte man nicht weiter von der Wirklichkeit entfernt sein. Die Hochschule ist in der Forschung sehr aktiv und bietet jungen Wissenschaftlern exzellente Möglichkeiten. Zudem ist Notre Dame als eine der besten Universitäten in den Vereinigten Staaten anerkannt. In den Rankings spielt Notre Dame in derselben Liga mit anderen Elite-Universitäten wie Stanford, Yale, Northwestern und Duke.
Der Campus der Hochschule liegt im St. Joseph County bei South Bend im Bundesstaat Indiana. Die Leitung der Universität liegt in den Händen einer geistlichen Gemeinschaft. Die Kongregation vom Heiligen Kreuz ist ein Institut, dessen Wurzeln in der französischen Diözese Le Mans liegen und deren Gründung bis in die Wirren der französischen Revolution zurückgeht. Auch äußerlich erkennt man den katholischen Geist, der auf dem Campus weht an den Wahrzeichen der Universität. Der Golden Dome ist ein Kuppelbau mit vergoldetem Dach mit Statue der Maria außerdem gibt es auf dem Campus eine Basilika. Weit über die Grenzen des Landes bekannt ist die University of Notre Dame für ihre School of Architecture. Das ist eine Architekturfakultät, die sich der Lehre der traditionellen bzw. vormodernen Architektur und Stadtplanung verschrieben hat. Sie vergibt alljährlich den renommierten Driehaus-Architektur-Preis.
Einzigartig an der Universität ist das OCIA-Programm. OCIA bedeutet Order of Christian Initiation of Adults, das heißt übersetzt Ordnung der christlichen Initiation von Erwachsenen. Dies ist ein Weg auf dem nicht-katholische Personen das Leben der katholischen Kirche kennenlernen und in einer Gemeinschaft willkommen geheißen werden. OCIA bietet dem Interessenten eine schrittweise Lehre. Die Katechumenen werden darin unterwiesen, was es bedeutet, katholisch zu sein. Das Programm bietet die Möglichkeit, katholische Glaubensvorstellungen zu studieren und das Beten zu erlernen. Hier erkennt man, dass sich das Programm an Studenten richtet, die es gewohnt sind, sich lernend und fragend mit Sachverhalten vertraut zu machen. Das Programm fordert heraus. Die Studenten lernen die Feinheiten der Messe kennen und sie werden mit den Sakramenten der Kirche vertraut gemacht. Sie sollen erforschen, wie es aussieht, ein bewusst katholisches Leben zu führen.
Zusätzlich wird für getaufte Studenten ein "Short Course" angeboten, der sich zweimal jährlich an Christen oder Katholiken getauft sind richtet. Diese Kurse bereiten auf die vollständige Initiation in Gestalt der Sakramente der Firmung und der Eucharistie vor. Viele Studenten sind getauft aber nicht gefirmt und nie zur Erstkommunion gegangen. Hier erhalten sie eine vertiefte Sakramentenkatechese und Hinführung zu einem Leben als Katholik in der modernen Gesellschaft. Mitglieder der OCIA, die das große Programm absolvieren, werden bei der Osternacht, dieses Jahr am 4. April 2026, in die katholische Kirche aufgenommen. Die Teilnehmer des Kurzkurses die Sakramente jeweils am Ende des Semesters empfangen.
Brett Perkins ist der stellvertretende Direktor für Evangelisierung und religiöse Erziehung. Er ist ebenfalls Direktor des OCIA-Programms von Notre Dame. Auch Pater Brian Ching, C.S.C., Rektor der Basilika des Heiligsten Herzens, arbeitet eng mit den OCIA-Schülern zusammen. Für Studenten ohne christlichen Hintergrund, so erklärt Perkins, beginnt das Programm mit der Frage, wie der katholische Glaube die Antwort auf ihre tiefsten Sehnsüchte sein kann. „Bei OCIA beginnen wir unsere erste Sitzung nicht unbedingt sofort mit der Schrift oder der kirchlichen Lehre, sondern wir beginnen mit menschlicher Erfahrung", sagte Perkins dem National Catholic Register, einer der großen katholischen Webseiten in den USA. „Es gibt drei Schritte, die Menschen auf dem Weg zum Katholischen Werden oder zur Firmung durchlaufen", erklärt der Direktor des OCIA-Programms. Als ersten Schritt nennt der Geistliche den Ritus der Annahme. Das ist eine erste öffentliche und namentliche Vorstellung vor der örtlichen Gemeinde. Der zweite Schritt ist ein zweiteiliger Ritus, der zu Beginn der Fastenzeit gefeiert wird. Da ist zum einen Sendungsritus und der Auswahlritus. Der Ritus der Sendung findet in der Pfarrkirche statt, wo die Paten und Förderer der Studenten Zeugnis für sein geistliches Wachstum ablegen. Der Schüler wird von hier aus zum Bischof geschickt, wo der Ritus der Auswahl stattfindet. Hier kommen alle Mitglieder des OCIA-Programms aus der ganzen Diözese zusammen. Der letzte Schritt des Prozesses ist der Empfang der Initiationssakramente, je nach Art des Kurses in der Osternacht oder am Ende des Semesters.
Einer der Studenten, die in diesem Jahr getauft wird, ist Alex Huang. ACI Digital, ein Dienst von EWTN in den USA stellt den jungen Studenten in einem Bericht vor. Bevor Alex die Notre Dame University besuchte, hatte er nur einmal eine Kirche betreten, als er ein Klavierkonzert hatte. Jetzt ist der in Minnesota geborene junge Student nur noch wenige Monate davon entfernt, katholisch zu werden. Aufgewachsen ist er bei Eltern, die wegen ihrer Erziehung im atheistischen China nie an Religion gedacht hatten. Trotzdem interessierte sich Huang bereits in der High School für den Katholizismus und ist heute Teil OCIA-Programms an der Notre Dame University. Er möchte in der nächsten Osternacht durch die Taufe in die Kirche aufgenommen werden. Er sagt dazu, dass das katholische Umfeld von Notre Dame einer der Hauptgründe dafür ist, warum diesen Weg gehen will. „Ich ging auf eine öffentliche Schule, wo kaum jemand über Religion sprach“, sagte er zu ACI, „Aber als ich nach Notre Dame kam, sprachen die Leute ständig über ihren Glauben, und das war sehr schockierend – nicht negativ, aber wirklich interessant und neu für mich.“ Für Alex Huang ist klar, dass Gott durch das OCIA. Programm der Universität Notre Dames wirkt. Die Campusseelsorge lässt die jungen Katholiken danach nicht allein. Ein umfassendes Programm von regelmäßigen Messen auf dem Campus und in den Wohnheimen gibt es ebenso wie eucharistische Anbetung. Vertiefende Unterweisung im Gebet und zahlreiche Möglichkeiten zur religiösen Bildung gehören ebenfalls zum Angebot. Eine Elite-Universität, die ein so umfassendes Programm der Glaubensweitergabe, der Mission im besten Sinne und der Vertiefung des Glaubens anbietet, kann junge Menschen sowohl intellektuell als auch geistlich auf ein Leben in der Welt vorbereiten. Mit dem Philosophen Vittorio Hösele und dem Theologen Ulrich L. Lehner lehren zwei bekannte deutsche Wissenschaftler an der Universität, die die im internationalen Ranking für Religionswissenschaften Platz 1 einnimmt.
Text: Peter Winnemöller
Foto: Shutterstock




