Frau genießt in Ruhe eine Tasse Tee am Fenster, in dem sich die Stadt spiegelt

KAB Regensburg gegen Ausweitung der Sonntagsöffnungen im Handel

Funktion als Ruhetag erhalten


Regensburg, 8. Juli 2026

Seitens mehrerer Politiker, auch aus der CDU, wird aktuell erneut die Aufweichung des Ladenöffnungsverbotes am Sonntag gefordert. Die KAB Regensburg lehnt dieses erneute Ansinnen ab.

Sowohl das Grundgesetz der BRD wie auch die Bayerische Verfassung schützen den Sonntag in besonderer Weise. Und dies aus gutem Grund: Der Sonntag hat eine klare gesellschaftliche Funktion als Ruhe- und Erholungstag für Familien, für das Ehrenamt, aber auch für den Gottesdienst.

Darüber hinaus bleibt festzuhalten: Die wiederholte Behauptung, Sonntagsöffnungen im Handel würden zu mehr Umsatz führen, läuft ins Leere. Jeder Euro der Konsumenten kann auch bei geöffneten Läden am Sonntag nur einmal ausgegeben werden. Auch der Vergleich des Tourismus-Koordinators der Bundesregierung, Ploß, flexiblere Öffnungszeiten würden den stationären Handel wettbewerbsfähiger gegenüber dem Onlinehandel machen, ist falsch. Die tatsächlichen Öffnungszeiten variieren bereits heute von Geschäft zu Geschäft erheblich. Verbraucherinnen und Verbraucher müssen sich oft gezielt vorab informieren oder den Einkauf entsprechend planen, um nicht vor verschlossenen Türen zu stehen. Dies zeigt, dass nicht die gesetzlichen Öffnungszeiten, sondern fehlendes Personal und wirtschaftliche Rahmenbedingungen die tatsächlichen Ladenöffnungszeiten begrenzen. Zuletzt können bei 24/7-Öffnungszeiten kleinere Einzelhändler mit den Angeboten großer Konzerne kaum Schritt halten.

Wenn die Politik notwendiges Wirtschaftswachstum begünstigen will, muss sie durch eine vernünftige Politik dafür Sorge tragen, dass Arbeitsplätze dauerhaft gesichert und Menschen gerecht entlohnt werden, wo dies noch nicht oder nicht mehr der Fall ist.

Denn jeder verdiente Euro, der mit einem auf Dauer sicheren Arbeitsverhältnis verdient ist, wird leichter ausgegeben als Einkommen, das in im nächsten Jahr nicht mehr sicher scheint.


Text: Stephan Rödl/KAB Regensburg Diözesanvorstand

(kw)



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