Iran: Menschenrechtslage völlig außer Kontrolle

Zehntausende getötet und verhaftet


Frankfurt / Regensburg, 23. Januar 2026

Die Menschenrechtslage im Iran ist dramatisch. Sogenannte „Sicherheitskräfte“ gehen unvermindert und mit tödlicher Gewalt gegen Demonstrierende, Helfer und unbeteiligte Zivilisten vor. Mit perfidem Kalkül wird gezielt in Menschenmengen geschossen. Die Zahl der Opfer geht in die Zehntausende, nach den Berichten von 12.000 Getöteten von vor einer Woche gehen einige Menschenrechtler aktuell sogar von bis zu 60.000 Toten aus.

Parallel zu den Terrormaßnahmen des islamisch-schiitischen Regimes finden Massenverhaftungen im ganzen Land statt. Laut der in Washington ansässigen Menschenrechtsnachrichtenagentur HRANA wurden über 24.000 Menschen willkürlich festgenommen. Die Familien erhalten keine Informationen über den Aufenthaltsort ihrer Angehörigen. In Haft kommt es zu physischer und psychischer Folter und Geständnisse werden erzwungen. Doch dies sind nur die von HRANA bestätigten Fälle, die Dunkelziffer ist nicht bekannt und das wahre Ausmaß werden wir erst in Zukunft genau beziffern können.

Seit 14 Tagen hält das Regime zudem einen massiven Internet- und Kommunikations-Blackout aufrecht, obwohl das Gegenteil behauptet wird. Ziel ist es, Proteste zu unterdrücken und die Dokumentation der staatlichen Gewalt zu verhindern. Eine Reihe von Experten und  Organisationen, darunter die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte, IGFM, appellieren an die deutsche und die europäischen Regierungen, ernsthafte Schritte umzusetzen. Der Fall Erfan Soltani zeige, so die IGFM, sehr gut, welche Mittel das iranische Regime nutzt, um die Protestbewegung einzuschüchtern. Soltani nahm an den Protesten teil und wurde nur deswegen unter dem Vorwurf der „Feindschaft gegen Allah“ zum Tode verurteilt. 

Längst sprechen Iraner und Iranerinnen von einem „Krieg der Mullahs gegen das iranische Volk“. Dazu sagt Valerio Krüger, Sprecher des Vorstands der IFGM: „Seit Jahren sind zwar Worte der Solidarität zu hören aber die Umsetzung wichtiger Schritte zur Isolierung des Regimes und seiner Netzwerke hier in Europa sind mehr zaghaft als entschieden. Nun hat sich erfreulicherweise der deutsche Außenminister Wadephul deutlich positioniert hinsichtlich der Terrorlistung der Islamischen Revolutionsgarden in Europa und fordert die Europäische Union auf, diesen wichtigen Schritt umzusetzen. Dass Frankreich, Italien und Spanien diesen Schritt blockieren, ist jedoch gleichermaßen wieder eine Ernüchterung.“ 

Die IGFM weist darauf hin, dass ein freier Iran ohne die Terrorherrschaft der Mullahs die Menschenrechtslage weit über den Iran hinaus verbessern würde. Weite Teile des Nahen Ostens und auch Europa würde eine bedeutende Verbesserung der Sicherheitslage erleben. Doch bis dahin zahlen Tausende, wahrscheinlich bislang über 60.000 Menschen, im Iran mit ihrem Leben für ihre Freiheit und die des iranischen Volkes. Die IGFM apelliert: „Bitte helfen Sie uns, diesen wichtigen Schrei nach Freiheit nicht verstummen zu lassen. Jetzt ist die Zeit, um zu handeln.“

Text: IGFM

(sig)



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