Referatsleiterin Nika Krausnick vor einer Pinnwand mit Geschichten

Interkulturelle Wochen: Caritas beteiligte sich mit der „Lebendigen Bibliothek“

Menschen und ihre Geschichten zum Ausleihen


Regensburg, 6. Oktober 2026

Menschen begegnen, spannende Geschichten hören und Kulturen kennenlernen – das war vor kurzem bei der „Lebendigen Bibliothek“ der Caritas Migrationsberatung im Beratungszentrum möglich: ein Veranstaltungskonzept, bei dem sich Menschen in Bücher verwandeln und ihre Erlebnisse in persönlichen Gesprächen teilen. Darunter waren „Bücher“, die zum Beispiel von einer äthiopischen Kaffeezeremonie erzählten, ihr Leben als alleinstehende Frau im Iran thematisierten oder vom Kampf gegen Armut in Mali berichteten. Mit der „Lebendigen Bibliothek“ beteiligte sich die Caritas Regensburg an den Interkulturellen Wochen. Heuer standen diese unter dem Motto „dafür!“.

Lebensgeschichten „to go“

„Unsere Gesellschaft spricht sich für Zusammenhalt aus – und dafür muss man wissen, mit wem man zusammenhalten soll“, so Nika Krausnick, Leiterin des Referats Migration und Integration. Aus diesem Grund hätten sie für die Interkulturellen Wochen das aus Dänemark stammende Konzept „Lebendige Bibliothek“ aufgegriffen, bei dem sich Regensburger unterschiedlichster Herkunft auf besondere Weise kennenlernen können. Neun Menschen erklärten sich bereit, Teile ihrer Lebensgeschichten als „sprechende Bücher“ preiszugeben. 

„Ich habe über mein Studium in mehreren Ländern und von meinen Erfahrungen in Afghanistan, in den USA und in Deutschland erzählt“, sagte Jamaluddin Saberi. Er lebt inzwischen seit fünf Jahren in Deutschland, hat in öffentlichem Recht promoviert und arbeitet an einem Forschungsprojekt. Seine Botschaft an dem Abend: „Meiner Meinung nach dürfen Leute nicht ihre Zeit verlieren. Sie müssen ihre Ziele verfolgen und mit viel Arbeit und Energie kann man Ziele erreichen.“ Für jeweils zwanzig Minuten erzählte er zwei „Lesern“ davon. Andere „Bücher“ sprachen nicht über ihre Lebensgeschichte, sondern über Traditionen ihres Herkunftslandes. Mit ihren Geschichten machten sie nachhaltig Eindruck auf ihre Leser: „Es sind Geschichten, die ich so noch nie gehört habe in meinem Leben, die man eher aus Erzählungen, Filmen oder aus irgendwelchen Büchern kennt und dann sitzen da plötzlich Menschen“, sagt beispielsweise Roland Schaubschläger.

Verständnis durch Dialog 

Diese Begegnungen zwischen Regensburgern zu ermöglichen und Verständnis füreinander zu entwickeln, sei auch Ziel des Abends gewesen, so Krausnick. „Wir hoffen, dass wir schöne Momente schaffen konnten. Davon kann man nie genug haben.“ Das scheint der Referatsleiterin und ihrem Team gelungen zu sein: „Ich finde, es ist ein unglaublich wertvolles Format“, so Schaubschläger. „Man muss nicht viel tun, außer zuzuhören, empathisch sein und ein paar Fragen stellen. Man geht viel weiser nach Hause, als man davor war.“

Junger Mann vor einer Pinnwand mit verschiedenen Geschichten

Text und Video: Lea Grosser/Caritas Regensburg

(kw)



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