Gruppenbild Deutscher Orden Neuaufnahmen

Hochmeister des Deutschen Ordens nimmt 21 neue Familiaren im Regensburger Dom auf

„Helfen und Heilen“


Regensburg, 20. Juli 2026 

Ein ganzes Wochenende stand Regensburg im Zeichen des Deutschordens-Kreuzes und des Leitspruches „Helfen und Heilen“. Höhepunkt dieser Tage war das Pontifikalamt im Regensburger Dom St. Peter, dem der 66. Hochmeister des Deutschen Ordens, Pater Frank Bayard OT, vorstand, mit vielen Konzelebranten aus dem Deutschen Orden. Der Hochmeister, gebürtiger Saarländer, war eigens aus Wien nach Regensburg gekommen, um 21 neue Familiarinnen und Familiare feierlich aufzunehmen, zu investieren, wie es in der Ordenssprache heißt. 

Die drei Frauen und 18 Männer, darunter vier Geistliche, kommen aus dem gesamten Bundesgebiet, im Alter von 27 bis 71 Jahren. In der Stiftspfarrkirche St. Kassian hatte der Geistliche Assistent der Ballei Deutschland, Pater Jörg Weinbach OT, in einer Statio die Familiaren geistlich auf das große Ereignis vorbereitet und eingestimmt. In Prozession zogen dann alle durch die Innenstadt zum Dom. Beim Einzug des Hochmeisters durch das eigens geöffnete Westportal, erklang traditionsgemäß die Hochmeister-Fanfare. Die Domspatzen unter Leitung von Max Rädlinger, Domorganist Professor Franz-Josef Stoiber sowie das Bläserquintett „brassmania“ unter Leitung des Familiaren Daniel Reisinger, unterstrichen und den festlichen Charakter der Messfeier.

Was ist das Wesen des Familiaren-Institutes?

In seiner Predigt sprach Hochmeister Bayard über das Wesen des Familiaren-Institutes, dass es dabei nicht um Ämter, Titel und Insignien gehe, sondern darum, dem Glauben in der Welt ein Gesicht zu geben. Familiare werde man nicht, weil man sich für Geschichte interessiere, ein Liebhaber der Traditionen sei oder Ordens-Dekorationen liebe, sondern um Christus heute nachzufolgen. Wesentlich im Deutschen Orden sei auch, egal ob bei den Brüdern und Schwestern oder den diese unterstützenden Familiaren, das Miteinander von Glauben und Werk. Am Anfang der Geschichte des Deutschen Ordens im 12. Jahrhundert im Heiligen Land habe nicht ein Arbeitskreis gestanden, sondern die tatkräftige Hilfe der Hospitalbruderschaft für Kranke und Bedürftige. Papst Benedikt XVI., so der Hochmeister, habe in seiner Enzyklika „Deus Caritas“ darauf hingewiesen, wenn ein Christ die Zuwendung zu den Menschen weglasse und nur einfach fromm sein wolle, dann verdorre der Glaube und der Gottesbezug. Das Charisma des Ordens, „Helfen und Heilen“, ziehe sich durch die über 800-jährige Ordensgeschichte. Aufgabe sei es: „Gottes Güte durch uns den Menschen erfahrbar zu machen“. Familiare seien kein bloßer Freundeskreis, kein Traditionsverein oder Netzwerk, sondern sei die gelebte Gemeinschaft der Nachfolge Jesu Christi. Familiare gehen ein Versprechen ein, das durch drei Zeichen verdeutlicht wird: Der Rosenkranz, „Ankerkette im Glauben“, das Kreuz, „Zeichen der Liebe Gottes und des Ordens“ sowie der Mantel, Schutz und Mahnmal zugleich.

„Nimm dieses Kreuz, Zeichen der Liebe Gottes und des Ordens“

Bereits vor der Predigt waren die 21 Kandidatinnen und Kandidaten namentlich vom Balleimeister Thomas Jünger aufgerufen worden und sind vor den Hochmeister getreten, der der Bitte um Aufnahme durch den Balleimeister zustimmte. Nun traten sie wiederum vor den Hochmeister, der vor dem Volksaltar Platz genommen hatte. Sie wurden durch ihn nach ihrer Bereitschaft zur Mitgliedschaft als Familiare gefragt und der Hochmeister sprach ein Gebet über sie. Nun legte jeder einzeln, vor dem Hochmeister kniend, sein Versprechen ab, erhielt das Halskreuz und den Mantel. Die drei Priester und der Diakon erhielten traditionsgemäß ein Schulterumhang in schwarz mit dem Ordenswappen, Mozetta genannt. Bei der Übergabe des Halskreuzes, welches die Damen an einer Schleife in Ordensfarben an der Brust tragen, bete der Hochmeister: „Nimm dieses Kreuz, Zeichen der Liebe Gottes und des Ordens. Wenn du es trägst, bemühe dich den Menschen ein gutes Vorbild in Wort und Werk zu sein, um damit zu erweisen, dass Gott mir Dir und in Dir ist: Dir sei es Kraft und Stärke im Leben, Trost und Zuversicht im Sterben, Ehre und Ruhm in Ewigkeit“. Mit den Ordensfürbitten schloss nun die Zeremonie der Investitur und mit der Gabenbereitung setzte sich das Pontifikalamt fort, das mit dem Pontifikalsegen durch den Hochmeister und das Te Deum seinen feierlichen Abschluss fand. Zuvor hatte Domvikar Peter Kunz, Hochschulpfarrer in Passau, im Namen aller neuaufgenommenen Familiaren die Dankesworte gesprochen. Im Hotel Bischofshof am Dom lud die Ballei Deutschland der Familiaren diese und ihre Angehörigen zu einem anschließenden Empfang.

Familiaren, Unterstützung der Brüder und Schwestern des Deutschen Ordens

Seit dem Jahre 1190 steht das Wirken des Deutschen Ordens unter dem Motto „Helfen und Heilen“. Dem Orden, dessen vollständiger Name „Orden der Brüder vom Deutschen Haus Sankt Mariens in Jerusalem“ lautet, gehören in zahlreichen europäischen Ländern Brüder sowie Schwestern mit ewiger Profess an. Ihre Arbeit wird tatkräftig und im Gebet durch die Familiaren unterstützt, das sind Männer und Frauen, die in einem weltlichen Beruf tätig sind, aber auch Weltpriester in verschiedenen Bereichen der Seelsorge. Niederlassungen der Brüder und Schwestern hat er in Deutschland, Österreich, Südtirol/Italien, Slowenien, der Slowakei und in Tschechien. Unter den rund 1.100 Mitgliedern betreuen 80 Priesterbrüder mehr als 100.000 Gläubige in Pfarreien und Ordens-Niederlassungen. Seelsorgerische und karitative Aufgaben übernehmen die rund 60 Ordensschwestern, die auch in der Bildung und Erziehung aktiv sind. Dazu kommen dann noch etwa 980 Familiaren in Deutschland, Österreich, Tschechien, der Slowakei, Belgien und Italien. Die deutsche Familiaren-Ballei umfasst neun Komtureien und eine Sub-Komturei, drei davon in Bayern. Amtierender Balleimeister ist Thomas Jünger, dem eine mehrköpfige Balleileitung bei seinen Aufgaben zur Seite steht. Unter den Familiaren gibt es noch die Ehrenritter, bekannte Vertreter der Vergangenheit waren Bundeskanzler Dr. Konrad Adenauer oder Europa-Politiker Dr. Otto von Habsburg MdEP. Aktuell hat der Deutsche Orden neun Ehrenritter, darunter die Erz-/Bischöfe von Wien, Hamburg, Mainz und Regensburg, in der Person von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer.

Fotos und Text: © Carl Prämaßing
(jas)



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