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Zur Neuigkeit
Griechisch-katholische Ukrainer in Brasilien
Einblick in die Weltkirche
Regensburg, 25. Februar 2026
Was machen die Ukrainer ist Brasilien? Der Großerzbischof der Griechisch-katholischen Kirche der Ukrainer war mit den Mitgliedern der Ständigen Synode zu einem Pastoralbesuch in Lateinamerika und hat die dort lebenden Christen seiner Kirche besucht.
Die katholische Kirche ist weitaus größer und umfassender als die meisten Gläubigen sich vorstellen können. Dass wir in der Kirche Latein sprechen, kommt viel zu selten vor, doch es kommt vor. Bei den großen Papstmessen könnte es auffallen, dass dort oft das Evangelium in Griechisch vorgetragen wird. Ein Diakon, den wir als solchen gar nicht erkennen, singt in einer seltsam anmutenden Melodie das Evangelium. Tatsächlich gibt es katholische Gemeinden, in denen wird die Liturgie so gefeiert, wie die Orthodoxen Christen sie feiern und sie sind dennoch katholisch. Nach dem großen Schisma zwischen der Kirche im Westen und im Osten zu Beginn des zweiten Jahrtausends gab es immer wieder einmal Bewegungen zurück in die Einheit mit er römischen Kirche und damit eine Unterordnung der Bischöfe dieser Kirchen unter den Papst. Eine der größten ist die Griechisch-katholische Kirche der Ukrainer (UGKK).
Mit mehr als 5,5 Millionen Gläubigen weltweit ist sie die größte aller dreiundzwanzig unierten Ostkirchen in der globalen katholischen Gemeinschaft. Geleitet wird sie vom Großerzbischof von Kiew und Halych, Seiner Seligkeit Swjatoslaw Schewtschuk, geleitet. Nach der kanonischen Tradition der katholischen Kirche ist die UGKK eine eigenständige Kirche. Sie besitzt ihren eigenen Ritus, der aus der konstantinopolitanischen Tradition stammt und ihr liturgisches, theologisches, spirituelles und disziplinäres Erbe unter den kulturellen und historischen Umständen ihres Volkes bewahrt. Beheimatet in der Ukraine, gibt es Mitglieder dieser Kirche auf der ganzen Welt. In Deutschland leben zahlreiche griechisch-katholische Ukrainer und sie haben hier sogar einen Bischof hier. Der Apostolische Exarch Bischof Bohdan Dzyurakh ist zuständig für die Ukrainer des byzantinischen Ritus in Deutschland und Skandinavien.
Immer wieder rückte besonders Großerzbischof Swjatoslaw in den Blick der Medien, weil er sich auch in Deutschland öfter zum russischen Krieg gegen die Ukraine geäußert hat. Völlig unbeobachtet von der Weltöffentlichkeit hielt sich der Großerzbischof von Kiew ebenso wie der apostolische Exarch von Deutschland am anderen Ende der Welt auf. Im Februar 2026 hielt sich, wie die Internetseite der UGKK berichtete, Seine Seligkeit Swjatoslaw, Vater und Oberhaupt der Ukrainischen Griechisch-Katholischen Kirche gemeinsam mit den Bischöfen der Ständigen Synode zu einem umfassenden pastoralen Besuch in Brasilien auf. Der Besuch begann am 14. Februar in Curitiba im Bundesstaat Paraná und dauerte bis zum 22. Februar 2026. Als Ziel gibt die Seite an, die kirchliche Einheit zu stärken, die ukrainische Diaspora zu begleiten und zentrale synodale sowie pastorale Themen zu behandeln. Auch die Ukrainer beherrschen die Kirchensprache hervorragend. Für Gläubigen in Brasilien war es natürlich ein besonderes Ereignis, das Oberhaupt ihrer Kirche, der zwar in Einheit mit dem Papst steht, aber dieser Teilkirche eben vorsteht, empfangen zu dürfen.
Ein wesentlicher Bestandteil des Aufenthalts war die 15. (86.) Sitzung der Ständigen Synode der UGKK. Die Nennung der Zahlen sieht auf den ersten Blick sonderbar aus, es ist die 86. Sitzung der Ständigen Synode insgesamt und es ist die 15. Sitzung in der aktuellen Zusammensetzung. Nun fliegen auch ukrainische Bischöfe nicht um die halbe Welt, um an einem schönen Ort zu tagen. Im Zentrum standen Besuche und Begegnungen auf dem Programm. Die Bischöfe feierten täglich die Göttliche Liturgie, sie führten Gespräche mit Priestern, Ordensleuten, Katecheten, Kindern und Vertretern der ukrainischen Gemeinschaft. Ferner stand der Austausch mit zivilen Behörden in Curitiba und im Bundesstaat Paraná auf dem Programm. Für die Region ist es ein großes Ereignis, dass die Synode zu ihnen kommt und bei ihnen tagt. Man erkennt die echte Ostkirche daran, dass die synodale Struktur eine so hohe Bedeutung hat. Und damit der Besuch der Synode in den Regionen wichtig ist.
Die Heilige Synode ist die gesetzgebende Versammlung aller Bischöfe der UGKK. Davon unterschieden wird einerseits die hierarchische Synode, der alle Bischöfe angehören, die ihren Sitz in der Ukraine haben, ferner Metropolitansynoden, denen die Bischöfe der Metropolien angehören. Als Arbeitsinstrument der Kirchenleitung besteht dann noch die Ständige Synode. Diese ist ein zentrales Beratungsgremium dieser mit Rom unierten Ostkirche. Sie besteht aus dem Oberhaupt der Kirche und vier weiteren Bischöfen, die jeweils für fünf Jahre ernannt werden. Die Ständige Synode handelt im Auftrag der vollen Bischofssynode. Sie berät das Kirchenoberhaupt in pastoralen, administrativen und kanonischen Fragen und tagt mehrmals jährlich. Diese Gruppe hielt sich in den vergangenen Tagen zu einem Pastoralbesuch in Brasilien auf.
Besondere Aufmerksamkeit galt den Treffen mit geweihten Personen. In einer Ansprache an Ordensgemeinschaften ermutigte Erzbischof Swjatoslaw dazu, mutig von der Zukunft der Kirche zu träumen und sich zugleich ehrlich den aktuellen Herausforderungen zu stellen. Er würdigte den oft heroischen Dienst von Priestern und Ordensleuten. Er sprach offen über den Rückgang der Berufungen, der auch die UGKK trifft und er betonte die Notwendigkeit gemeinsamer Unterscheidung, Begleitung und strategischer Planung für die kommenden Jahrzehnte.
Bereits am zweiten Tag des Besuches trafen sich die Besucher und Metropolit Wolodymyr Kowbych von Curitiba mit den Oberen der Institute des geweihten Lebens im Haus der Schwestern Dienerinnen der Unbefleckten Maria in Brasilien. Während des Treffens Aspekte der Seelsorge. Hier standen besonders die Herausforderungen vor Ort und die Zukunft der Berufungen in der Kirche im Fokus der Überlegungen. „Habt keine Angst, von der Zukunft der Kirche zu träumen", sagte Großerzbischof Swjatoslaw zu den Mitgliedern der Orden in Brasilien.
Schwester Rosangela de Melo Campanharo, SSMI, Provinzoberin der Schwestern Dienerinnen der Unbefleckten Maria, der Provinz St. Michael dem Erzengel in Brasilien, begrüßte die Bischöfe und betonte, dass das Haus der Kongregation, das die Freude hat, Seine Seligkeit Swjatoslaw willkommen zu heißen, nach Schwester Anatolien benannt ist, einer der ersten sieben Schwestern, die 1911 aus der Ukraine nach Brasilien kamen.
"Das Vorbild der Dienerin Gottes, Schwester Anatolien, deren Seligsprechungsprozess läuft, ist eine Quelle der Inspiration und eine lebendige Erinnerung für unsere Gemeinschaft und die gesamte ukrainische Gemeinde“, sagte Schwester Rosangela de Melo Campanharo, SSMI. Am Tag des Besuches der Delegation, dem 16. Februar, gedenke man im Gebet der 70. Jahrestages des Heimgangs der Schwester. „Möge sie für uns alle hier versammelten Fürbitten eintreten", betete die Oberin.
"Ein geweihter Mensch heute zu sein bedeutet, gegen den Strom zu handeln. In einer Welt, in der Geld alles bestimmt, legt jemand ein Armutsgelübde ab. Wo jeder selbst entscheidet, was wahr ist, legt jemand ein Gehorsamsgelübde ab. In einer Welt moralischer Verderbtheit legt jemand ein Keuschheitsgelübde ab. Es ist eine Herausforderung. Dieses Leben ist jedoch eine wahre Leistung des christlichen Lebens, die für unsere Kirche von großer Bedeutung ist", so bestärkte der Großerzbischof die Vertreter des geweihten Lebens in Brasilien.
Ein weiterer Höhepunkt des Besuches war das Treffen mit Kindern der Samstags- und Katechetenschulen in Prudentópolis. Dort sprach der Primas über Glauben, Berufung, Familie und die Situation in der Ukraine. Er hob die Bedeutung von Katechese, Gebet und Eucharistie für das geistliche Wachstum hervor und vermittelte den Kindern Hoffnung, Zuversicht und eine starke Verbundenheit mit leidenden Kindern in der Ukraine.
Insgesamt diente der Besuch dazu, das kirchliche Leben der ukrainischen Diaspora in Brasilien zu stärken, die Weitergabe des Glaubens über Generationen hinweg zu fördern und die Verantwortung der Kirche für Gegenwart und Zukunft, sowohl in der Diaspora als auch in der Ukraine, zu unterstreichen. Erzbischof Swjatoslaw gelang es dabei, die zentrale Botschaft, dass die Kirche trotz aller Herausforderungen eine große und hoffnungsvolle Zukunft hat allen Gesprächspartnern zu vermitteln. Der Erzbischof gilt nicht nur in seiner Heimat in der Ukraine, sondern weltweit als eine der bedeutendsten Stimmen der Christen in dem von Krieg und Völkermord heimgesuchten Land. Es ist beeindruckend, wie er als Besucher auch in Lateinamerika immer auch ein Apostel ist, der den Glauben der Menschen vor Ort zu stärken vermag.
Text: Peter Winnemöller
Foto: shutterstock




