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Gottes gute Schöpfung bewahren und sich dafür einsetzen

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Schöpfungstag des Bistums Regensburg im Kloster Ensdorf
Die Bibel, konkret das Alte Testament, beginnt im Buch Genesis bekanntlich mit der Schöpfungsgeschichte. Dass die Schöpfung, d.h. Natur und Umwelt – und letztendlich auch der Mensch – heute bzw. bereits seit geraumer Zeit bedroht sind, berichten stetig die Medien. Grund genug also, die Schöpfung und den Schöpfungsgedanken in den Mittelpunkt zu stellen. Das Bistum Regensburg macht dies seit 2005 jährlich mit einem speziell diesem Thema gewidmeten Schöpfungstag, der heuer am 3. Oktober im Kloster der Salesianer in Ensdorf stattfand. „... und Gott sah, dass es gut war“ lautete dieses Mal das Thema, womit besonders ein spiritueller Zugang zur Natur gewonnen und die enge Beziehung zwischen Gott, Mensch und Schöpfung für jeden selbst und in der Gemeinschaft spürbar werden sollte.
Und diese Gemeinschaft waren alles in allem gut 100 Personen – vom Kleinkind bis zum Senior, die aus allen Teilen des Bistums nach Ensdorf gekommen waren. Die Teilnehmer konnten sich in sieben bzw. fünf Workshops am Vormittag und Nachmittag in unterschiedlicher Weise mit dem Tagungsthema beschäftigen. Als Kooperationspartner der Arbeitsstelle Schöpfung und Umwelt mit der Bischöflichen Umweltbeauftragten Beate Eichinger an der Spitze brachten sich die Katholische Erwachsenenbildung im Bistum Regensburg und das ZEN – Zentrum für Erneuerbare Energien und Nachhaltigkeit in die Tagung mit ein. Auch das Kloster Ensdorf, das überregional unter anderem durch die Umweltstation oder die Umweltmusikwerkstatt bekannt ist, beteiligte sich natürlich aktiv mit Ausstattung, Ideen und Personal an der Veranstaltung, Pater Direktor Christian Liebenstein gestaltelte zusammen mit Beate Eichinger den spirituellen Einstieg.
Der Schöpfungstag wird immer um den Gedenktag des Heiligen Franziskus (4. Oktober) begangen. Und es wird versucht, jedes Jahr ein anderes Thema und einen damit verbundenen und passenden Ort zu finden, erläutert die Umweltbeauftragte. Das Gleiche gilt für den Schöpfungspreis des Bistums, der nur alle drei Jahre – erstmals 2006 – vergeben wird, heuer also zum dritten Mal. Erfreulich ist für Eichinger, dass bei dieser Veranstaltung die verschiedensten Bereiche des Bistums vertreten sind. „Die Sorge um Umwelt und Schöpfung ist eine Querschnittsaufgabe, die alle Abteilungen betrifft“, klärt sie auf und verweist auf die „Leitlinien des Bistums Regensburg für den verantwortungsvollen Umgang mit der Schöpfung“, eine 36-seitige Broschüre, die gerne bei ihr (umweltbeauftragte@bistum-regensburg.de) angefordert werden kann.
Das komplexe Thema „Schöpfung – Natur – Umwelt“ wurde in den Workshops aus ganz unterschiedlichen Perspektiven und unter verschiedenen Herangehensweisen beleuchtet und bearbeitet. Dabei nutzte man natürlich auch vorhandene Gegebenheiten der Ensdorfer Einrichtungen mit wie zum Beispiel beim Arbeitskreis „Naturwallfahrtsweg“ die Kreuzwegtreppe, Marterl, die Steinzeitwand sowie Waldbilder. Die Bedeutung solcher sakralen bzw. oft der Volksfrömmigkeit zugesprochenen Elemente wurde ebenso diskutiert wie Erfahrungen und Erlebnisse der Teilnehmer aus diesem Bereich. Anknüpfungspunkte gab es bei der „Projektgruppe Grüne Kapelle“, die sich mit der Umsetzung des Themas in der Glaubensvermittlung beschäftigte. Deutlich wurde hier, dass es sinnvoll ist, für solche Anlässe einen Teilaspekt herauszuziehen oder das Thema im Rahmen von Andachten, Wortgottesdiensten, Meditationen bzw. an besonderen Orten (Kräuter-, Streuobstgarten, Zeltlager o.ä.) zu bearbeiten. Die Schöpfungserzählungen im Buch Genesis standen im Workshop „Schöpfung und Evolution“ im Mittelpunkt, in dem es um Nachhaltigkeit ebenso ging wie um die Grenzen des Wachstums oder auch das verbindende Element der drei gottgläubigen Religionen (Christentum, Judentum, Islam), die Schöpfung und Natur zu erhalten. „Gott ist der Schöpfer der Welt und nicht der Zufall“, war die Erkenntnis aus diesem Arbeitskreis.
Kreativ konnten sich die Teilnehmer in der Klangbaustelle betätigen, wo aus Natur- bzw. Recyclingmaterialien Instrumente gebaut werden konnten. So etwa aus Liebstöckel (Maggikraut) oder Sonnenblumenstengel mittels Bearbeitung mit Säge, Feile und Raspel ein Kazoo, das mit kleinen Federn verziert wurde. Musik war auch im Arbeitskreis „Lobt ihn mit Pauken und Tanz“ angesagt. Schöpfungstänze mit biblischen Texten und Meditation wurden hier einstudiert. Die Herkunft der Nahrungsmittel, die damit zusammenhängenden Preise, die Inhaltsstoffe und ähnliche Aspekte besprachen die Teilnehmer des Workshops „Du bist, was du isst“. Und nebenbei entstanden Pizzas, frisch im Ofen gebacken, mit regionalen Zutaten. Eine Führung durch das ZEN sowie eine Tümpelsafari unter dem Motto „Auf den Spuren von Schilf und Wasserläufern“ rundeten das Angebot der Arbeitskreise ab.
Bei der Schlussandacht in der Hauskapelle – wegen unbeständigen Wetters nicht wie vorgesehen in der Grünen Kapelle – brachten einige der Workshops ihre Ergebnisse ein. Das Lied „Laudato si“ begleiteten deutlich vernehmbar die Kazoo-Spieler, zentrale Aspekte aus den Arbeitskreisen trugen deren Leiter vor. Im geistlichen Zentrum der Andacht stand der Sonnengesang des Franz von Assisi. Domkapitular Prälat Peter Hubbauer, der Leiter des Bischöflichen Seelsorgeamtes, sprach allen, die sich bei der Vorbereitung, Organisation und Durchführung dieses Schöpfungstages aktiv eingebracht hatten, seinen Dank aus. Ganz besonders würdigte er das Engagement der Umweltbeauftragten Beate Eichinger für die „höchst kompetente Aufbereitung der Thematik“.
Bildunterschriften (alle Fotos: Markus Bauer)



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