News Bild Gegenseitiges Wohlwollen und Interesse – Bischof Voderholzer sprach vor evangelischen Christen in Schloss Spindlhof

Gegenseitiges Wohlwollen und Interesse – Bischof Voderholzer sprach vor evangelischen Christen in Schloss Spindlhof

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Die Ökumenebeauftragten der Dekanatsbezirke in der evangelisch-lutherischen Landeskirche Bayern haben sich zu ihrem jährlichen Treffen versammelt – 2015 im Bildungshaus Schloss Spindlhof. Sie hatten Bischof Rudolf Voderholzer eingeladen, um mit ihm über Fragen der Ökumene zu sprechen. Locker und gleichzeitig zielstrebig gestaltete Oberkirchenrat Michael Martin aus München das Gespräch. Er ist Leiter der Abteilung Ökumene und Kirchliches Leben im bayerischen Landeskirchenamt. Die gut anderthalb Stunden Gespräche und Anfragen waren von gegenseitigem Wohlwollen und nicht zuletzt vom Interesse getragen, wie der Bischof von Regensburg die Ökumene in den Blick nimmt.

Anwesend waren außerdem der evangelische Regionalbischof Dr. Hans-Martin Weiss, Regensburg, und Msgr. Dr. Johann Tauer, Bischöflicher Beauftragter für Ökumene im Bistum Regensburg. Die Ökumenebeauftragten der Dekanatsbezirke setzten sich während der diesjährigen Tagung mit der Frage auseinander, welche Rolle dem Glauben in der zunehmend säkularen Welt zukommen kann.

 

Ökumene in verschiedene Richtungen verstehen

Die Ökumene in verschiedene Richtungen zu verstehen, das sei wichtig, erklärte Bischof Voderholzer zu Beginn, und berichtete von den Gebeten in ökumenischer Eintracht in Regensburg gerade auch zusammen mit den evangelischen und den orthodoxen Christen in der weihnachtlichen und österlichen Festzeit. In den Pfarreien und Dekanaten des Bistums Regensburg sollte es demnach eine Selbstverständlichkeit sein, „dass wir als Christen miteinander beten“. Bischof Dr. Voderholzer erinnerte außerdem an den Besuch des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterovic, der die Begegnung von Regionalbischof Dr. Weiss eingeschlossen hat – um sich gemeinsam vom Turm der Dreifaltigkeitskirche Regensburg einen Blick über die Stadt sowie auf den Hohen Dom St. Peter zu verschaffen.

 

„Ökumene in sozialethischen und politisch relevanten Fragen“

Vor allem nannte es Bischof Voderholzer seine „Sorge und eindringlichen Wunsch, in der Ökumene in sozialethischen Fragen sowie bei politisch relevanten Fragestellungen mit einer Stimme zu sprechen“. Er gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass das gemeinsame Wort der katholischen und der evangelischen Kirche in der Debatte um die gewerbsmäßige Beihilfe zum Suizid Gehör finden. Außerdem drückte der Regensburger Bischof seine Freude aus, dass er sich bezüglich der Anerkennung gleichgeschlechtlicher Lebenspartnerschaften mit Regionalbischof Dr. Weiss sehr einig weiß in dem Punkt, das Wort der Heiligen Schrift stärker ernstzunehmen.

 

Von der evangelischen Kirche lernen: Hinwendung zur Heiligen Schrift

Außerdem mahnte Dr. Voderholzer, dass „wir es uns nicht nehmen lassen dürfen, von Gott zu reden“ – und das bei aller Notwendigkeit und allem Respekt vor weiteren maßgeblichen Themen der Gestaltung des Lebens und der Gesellschaft. Mit Bezug zum sogenannten Christusjahr 2017 – dem 500. Jahrestag des Thesenanschlags durch Martin Luther – stellte der Regensburger Bischof wohlwollend fest: „Für uns ist jedes Jahr ein Christusjahr.“ Allerdings deutete er Zurückhaltung an, was den festlichen Charakter eines Jahres betrifft, in dem an den Ausgang einer Kirchenspaltung erinnert wird. Viel habe die katholische Kirche von der evangelischen Kirche lernen können in der Vergangenheit, gab Dr. Rudolf Voderholzer zu bedenken. So habe es mit Sicherheit erhebliche Impulse im Sinne einer vertieften Hinwendung zur Heiligen Schrift gegeben.

 

Gemeinsam gegen das nationalsozialistische Regime aufgestanden

Schließlich war es Bischof Rudolf ein besonderes Anliegen, auf die Ökumene der Märtyrer hinzuweisen und ihre Bedeutung hervorzuheben. „Christen verschiedener Konfessionen sind gemeinsam gegen das nationalsozialistische Regime aufgestanden, haben gemeinsam gelitten und wurden auch in etlichen Fällen ermordet.“ Dies sei auch für die Zukunft ein ermutigendes Zeichen, den Glauben zu bezeugen, „wo wir dieses Zeugnis geben können“.