Franz von Assisi zum 800. Todestag

Gegenkraft der Gegenwart


Regensburg, 28. August 2026

Zum 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi wird deutlich, wie aktuell sein Leben geblieben ist. Armut, Freiheit, Frieden, die Sorge für die Schöpfung, die Nähe zu den Ausgestoßenen und die Treue zur Kirche gehörten für ihn zusammen. Im Mittelpunkt stand Christus. Gerade deshalb stellt Franziskus auch der Gegenwart eine unbequeme Frage: Woran misst der Mensch sein Leben, seinen Wohlstand und seinen Umgang mit anderen?

Assisi, 3. Oktober 1226. Der Abend senkt sich über die Portiuncula. Franziskus stirbt dort, wo seine Bewegung einst ihren Ausgang genommen hatte: nicht in einem Palast, nicht in der Sicherheit seiner Herkunft, sondern bei jener kleinen Kapelle unterhalb der Stadt. Acht Jahrhunderte später ist der Poverello weltberühmt. Und gerade darin liegt eine Ironie der Geschichte. Der Mann, der Besitz und gesellschaftliche Sicherheiten hinter sich ließ, ist selbst zum Besitz der Erinnerung geworden, handlich gemacht für Kalender, Krippen und eine freundlich gestimmte Naturliebe. Die Härte seines Entschlusses, dieses Abschneiden der alten Sicherheiten, gerät dabei leicht ins Weiche. Das Bistum Regensburg greift den 800. Todestag 2026 ausdrücklich als Franziskus-Gedenkjahr auf und erinnert an die geistliche Mitte dieses Lebens.

Geboren wurde Franziskus 1181 oder 1182 in Assisi. Bei der Taufe erhielt er den Namen Giovanni; sein Vater nannte ihn Francesco. Die Bernardones gehörten zur wohlhabenden Bürgerschaft, der Tuchhandel brachte Geld, Rang, Möglichkeiten. Der Sohn kannte Feste und ritterliche Träume, jene Sehnsucht nach Glanz, die den jungen Mann hinausführte aus dem Laden des Vaters. 1202 zog er im Krieg zwischen Assisi und Perugia ins Feld. Collestrada endete in Niederlage und Gefangenschaft; etwa ein Jahr blieb er in Haft. Krankheit, Rekonvaleszenz, Ernüchterung. Das alte Leben bekam Risse. Was später Bekehrung heißen sollte, kam nicht als sauberer Schnitt vom Himmel, sondern wuchs in einer Biographie, die ihrem bisherigen Mittelpunkt nicht mehr traute.

Der historische Franziskus sperrt sich gegen die Etiketten der Gegenwart. Naturromantiker? Zu wenig. Sozialreformer avant la lettre? Zu modern gedacht. Friedensikone? Auch das greift zu kurz. Armut, Schöpfung, Ausgestoßene, Frieden – diese Linien laufen bei ihm auf Christus zu. Entfernt man diesen Mittelpunkt, bleibt eine angenehme Figur übrig, anschlussfähig an fast alles. Nur eben nicht mehr jener Mann aus Assisi, der das Evangelium mit einer Konsequenz las, die sein eigenes Leben zerlegte und neu ordnete.

Die Jahrhunderte zwischen ihm und uns lassen sich nicht fortreden. Unsere Medizin heilt Krankheiten, die im 13. Jahrhundert Todesurteile waren; Kontinente rücken auf Flugstunden zusammen, Wissen reist in Sekunden um die Erde. Und doch stolpert dieselbe hochgerüstete Zivilisation über alte Abgründe: Krieg, Vertreibung, die Verwandlung fast jeder Sache in Preis und Nutzen. Fortschritt ist wirklich. Nur macht er aus dem Menschen nicht automatisch einen besseren Menschen. Franziskus hätte darüber keine Theorie geschrieben. Er hätte vermutlich gefragt, wo der Einzelne steht, wenn die großen Begriffe verstummen.

Der Bruch mit der Herkunft

San Damiano. Eine baufällige Kirche, ein Kreuz, eine Stimme – so erzählen es die frühen franziskanischen Quellen. Franziskus hört den Auftrag, das verfallene Haus wieder aufzubauen. Bischof Rudolf Voderholzer stellte diese Szene im Regensburger Jubiläumsjahr unter die Überschrift „Alles begann vor dem Kreuz von San Damiano“. Historisch bleibt die Stimme eine überlieferte geistliche Erfahrung. Biographisch aber war sie Sprengstoff. Von hier aus geriet die Ordnung seines bisherigen Lebens ins Rutschen.

Franziskus nahm den Auftrag zunächst handfest. Ware aus dem väterlichen Geschäft, auch das Pferd, wurden verkauft; Geld sollte die Kirche retten. Der Vater sah darin keine Mystik, sondern den Zugriff des Sohnes auf sein Eigentum. Der Konflikt eskalierte. Anfang 1206 kam es vor dem Bischof von Assisi zur öffentlichen Trennung. Franziskus verzichtete auf das Erbe und legte, wie die Quellen berichten, seine Kleider ab. Spätere Bilder tauchten diese Szene gern in frommes Licht. Man kann sie nüchterner lesen: Ein Sohn aus begütertem Haus verliert an einem Tag Besitz, Rang und die Zukunft, die ihm seine Herkunft zugedacht hatte. Kein romantischer Ausstieg. Ein Bruch.

Am 24. Februar 1208 hörte er in der Portiuncula das Evangelium von der Aussendung der Jünger. Ohne Vorrat, ohne abgesicherte Existenz, unterwegs zur Verkündigung. Die Worte blieben nicht Text; sie wurden Lebensform. Gefährten kamen hinzu. 1209 ging die kleine Gemeinschaft nach Rom und erhielt von Papst Innozenz III. die mündliche Zustimmung zu ihrer Regel. Gerade hier zeigt sich ein Zug, der gern übersehen wird. Franziskus wollte Erneuerung, aber keine Gegenkirche. Rom blieb Bezugspunkt. Seine Kritik nahm nicht die Form einer publizistischen Revolte an. Er stellte die eigene Biographie unter Anklage.

Reform beginnt gewöhnlich beim anderen. Bei den Hierarchien, den Institutionen, den Besitzenden, den vermeintlich Schuldigen. Franziskus kannte die Missstände seiner Kirche. Trotzdem machte er das eigene Leben zum ersten Reformort. Das ist unbequem, vielleicht gerade deshalb. Denn dort gibt es keinen Ausschuss, an den man Verantwortung delegieren könnte.

Unter den Aussätzigen

Wer verstehen will, wo diese Umkehr ihre tiefste Wunde hat, muss in das Testament schauen. Franziskus erinnert sich dort an die Aussätzigen. Ihr Anblick sei ihm bitter gewesen; dann habe der Herr ihn unter sie geführt. Aus Bitterkeit wurde, wie er schreibt, „Süßigkeit der Seele und des Leibes“. Nichts daran klingt nach der makellosen Biographie eines geborenen Menschenfreundes. Er nennt den Ekel. Er nennt die Abwehr. Und er nennt die Bewegung über diese Grenze hinweg.

Aussätzige lebten im Mittelalter vielerorts am Rand der Siedlungen, gezeichnet von Krankheit, Furcht vor Ansteckung und sozialer Ausgrenzung. Franziskus ging dorthin, wo er vorher nicht hatte sein wollen. Die frühen Biographen berichten, dass er Kranke pflegte. Hier liegt kein sentimentales Kapitel für eine Heiligenlegende, sondern die Zumutung seiner Bekehrung: Im verwundeten Menschen begegnete ihm Christus. Damit verlor die alte Rechnung von Gesundheit, Leistung und gesellschaftlicher Brauchbarkeit ihre letzte Autorität über den Wert einer Person.

Der moderne Sozialstaat hat andere Institutionen, andere medizinische Möglichkeiten, andere Wörter. Das Übersehen hat er nicht abgeschafft. Ein Obdachloser kann registriert sein, ein Pflegebedürftiger verwaltet, ein Einsamer statistisch erfasst – und als Person dennoch kaum vorkommen. Franziskus zwingt nicht zum Gefühlskitsch. Er zwingt zum Blick. Wer steht vor mir, wenn alle Kategorien abgezogen sind?

Menschenwürde war für ihn kein Orden, den eine Gesellschaft nach Nützlichkeit verleiht. Sie lag tiefer, weil der Mensch Geschöpf Gottes war. Der Aussätzige vor den Toren Assisis wurde so zur Nagelprobe. Nicht die feierliche Rede entscheidet, ob Würde gilt. Entscheidend wird es dort, wo der Mensch unangenehm, krank, fremd oder scheinbar nutzlos geworden ist.

Schöpfung als Gabe

Der Sonnengesang gehört zu den großen Texten des Mittelalters. Sein Hauptteil entstand 1225, als Franziskus schwer an den Augen erkrankt war und kaum noch sehen konnte. Sonne und Mond, Wind und Wasser, Feuer und Erde heißen Bruder oder Schwester. Ein seltsamer Kontrast: Einer, dem das Licht entschwindet, singt vom Licht. Einer, dessen Körper zerfällt, preist die Schöpfung. Naturidylle sieht anders aus. Die Ordnung dieses Liedes ist christlich, nicht naturreligiös. Die Sonne ist kein Gott, die Erde keine Göttin. Das Lob geht durch die Geschöpfe hindurch auf den Schöpfer. Bei der Abschlussandacht der Amberger Bergfestwoche im Juli 2026 erinnerte Bischof Voderholzer genau daran. Franziskanische Schöpfungsspiritualität geht über bloßen Umweltschutz hinaus; die geschaffene Welt ist anvertraut und verweist auf Gott.

Ein Wald lässt sich in Festmeter rechnen, ein Fluss in nutzbare Wassermengen, ein Grundstück in Quadratmeter. Das ist die Sprache der Verwaltung und der Ökonomie, manchmal notwendig, manchmal gnadenlos. Sie wird dort gefährlich, wo sie behauptet, schon alles gesagt zu haben. Für Franziskus war die Welt vor aller Verwertung Schöpfung. Gabe. Nicht herrenloses Material. Der Mensch blieb selbst Geschöpf und verlor damit den Größenwahn, letzter Eigentümer der Wirklichkeit zu sein.

Papst Franziskus nahm 2015 mit „Laudato si’“ bewusst ein Wort des Sonnengesangs auf. Ökologie und soziale Frage rücken dort zusammen. Das ist franziskanisch gedacht: Wird Wasser knapp, werden Böden zerstört, treffen extreme Wetterlagen Lebensräume, dann sind die Folgen ungleich verteilt. Wohlstand kauft Schutz, Distanz, Anpassung. Armut kann das oft nicht. Schöpfungsverantwortung bekommt so einen sozialen Schatten, der sich nicht wegreden lässt.

Technik kann viel. Sie kann Energie sparen, Schäden mindern, zerstörte Räume teilweise zurückholen. Nur die Frage nach dem Maß beantwortet sie nicht. Eine Gesellschaft kann effizienter werden und zugleich maßloser leben. Sie kann Nachhaltigkeit sagen und Begrenzung meinen – nur für die anderen. Der Sonnengesang setzt früher an: Diese Welt ist uns nicht aus uns selbst gegeben. Wer das ernst nimmt, gebraucht anders.

Armut und Freiheit

Armut – kaum ein Wort hat Franziskus so berühmt und zugleich so missverständlich gemacht. Elend war für ihn kein Ideal. Hunger wird nicht heilig, weil man ihn erleidet; Obdachlosigkeit ist kein romantischer Zustand. Seine Armut war freiwillig und zielte auf Freiheit. Der Sohn des Tuchhändlers kannte die Macht des Geldes nicht aus Büchern. Er war in ihr aufgewachsen. Sein Verzicht war deshalb keine dekorative Einfachheit, kein ästhetischer Minimalismus. Er nahm dem bisherigen Leben den Boden. Die 1223 von Papst Honorius III. bestätigte Regel der Minderbrüder band diese Lebensform ausdrücklich an das Evangelium und an ein Leben ohne persönliches Eigentum.

Man kann das nicht eins zu eins ins 21. Jahrhundert kopieren. Wenig Besitz macht niemanden gut, Vermögen niemanden schuldig. Aber Dinge entwickeln eine heimliche Gravitation. Geld kann schützen, ermöglichen, helfen; es kann ebenso zum Maßstab werden, nach dem Selbstwert und Urteil über andere sortiert werden. Franziskus war an diesem Punkt kompromisslos. Nicht die Zahl der Dinge im Schrank interessierte ihn zuerst, sondern die Frage, woran das Herz hängt.

Sein Bild dafür war der arme Christus. Bethlehem und Golgotha waren keine dekorativen Stationen des Kirchenjahres. Das Kind in der Krippe besitzt nichts; der Gekreuzigte verliert selbst den Schutz des eigenen Lebens. Von hier aus bekommt die franziskanische Armut ihre Schärfe. Konsumkritik allein wäre zu klein. Es geht um Bindung, um Angst, um Freiheit – und um den Punkt, an dem Besitz beginnt, den Besitzer zu besitzen.

Friede ohne Beliebigkeit

1219, Fünfter Kreuzzug. Vor Damiette stehen sich Heere gegenüber, und Franziskus reist nach Ägypten. Er gelangt zu Sultan al-Malik al-Kamil. Die Begegnung ist historisch bezeugt; der genaue Verlauf des Gesprächs bleibt weit weniger sicher als das, was spätere Legenden daraus gemacht haben. Fest steht der Vorgang selbst: Ein christlicher Ordensmann tritt in das Umfeld des muslimischen Herrschers, während draußen Krieg geführt wird.

Das war kein Religionsdialog nach heutiger Tagungsordnung. Franziskus kam als Christ und wollte seinen Glauben bezeugen. Gerade deshalb ist die Szene interessant. Eigene Überzeugung und Achtung des anderen fielen bei ihm nicht auseinander. Er musste nicht relativieren, was er glaubte; und er musste den Andersgläubigen nicht zum Menschen zweiter Klasse erklären. Die Alternative zwischen Beliebigkeit und Feindschaft ist ärmer als diese Begegnung.

Der Besuch beim Sultan beendete keinen Kreuzzug und brachte keinen Friedensvertrag. Seine Kraft liegt in etwas Kleinerem, vielleicht Dauerhafterem. Franziskus ließ das Feindbild nicht zur vollständigen Biographie des Gegenübers werden. Hinter dem Lager blieb ein Mensch. Mitten im Krieg. Ohne Theorie, ohne diplomatische Bühne. Das Bistum Regensburg griff diesen Friedensaspekt bei der Bittprozession 2026 mit dem franziskanischen Gruß „Der Herr gebe Dir Frieden!“ auf. Ein Satz, der rasch zur Festkartenformel werden könnte. Bei Franziskus ist er härter. Friede beginnt dort, wo der andere nicht auf das reduziert wird, was ihn von mir trennt.

Unsere Gegenwart kennt andere Schlachtfelder. Politische und kulturelle Debatten werden schnell zu moralischen Sortiermaschinen; der Gegner soll nicht nur irren, er soll als Person verdächtig werden. Franziskus kannte weder soziale Netzwerke noch Talkshows. Der Sultan von Ägypten erinnert trotzdem an eine alte Grenze: Überzeugung verliert nicht an Gewicht, wenn man dem anderen sein Gesicht lässt.

Die vergessene Seite des Heiligen

Franziskus als kirchenkritischer Außenseiter – das Bild ist populär und nur halb wahr. Ja, er sah Missstände. Ja, sein Leben in Armut machte die Spannung zwischen Evangelium und kirchlicher Wirklichkeit sichtbar. Aber seine Bewegung suchte die Zustimmung des Papstes, die endgültige Regel erhielt 1223 die päpstliche Bestätigung. Seine Radikalität kam nicht aus der Distanz. Sie wuchs aus Zugehörigkeit.

Noch deutlicher wird das bei Eucharistie und Priestertum. Im Testament spricht Franziskus mit großer Ehrfurcht vom priesterlichen Dienst. Bischof Voderholzer erinnerte im Jubiläumsjahr mehrfach an diese Seite, die in modernen Franziskus-Bildern gern herausfällt. Bei der Priesterweihe von Klaus Schülein im Regensburger Dom hob er hervor, dass Franziskus trotz des Wissens um menschliche Schwächen eine hohe Achtung vor den Priestern bewahrte, weil ihnen die Feier der Sakramente anvertraut ist. Auch in Amberg stellte der Bischof die eucharistische Frömmigkeit des Heiligen heraus. 

Bei der Abschlussandacht auf dem Amberger Mariahilfberg verband Voderholzer San Damiano mit dem Bild der „lebendigen Steine“. Franziskus reparierte tatsächlich verfallene Kapellen. Aber Mörtel war nicht das Ende dieser Geschichte. Aus dem Wiederaufbau von Mauern wuchs die Frage, wie Kirche aus Menschen gebaut wird, die das Evangelium leben. Eine Bewegung entstand. Kein Bauprogramm. Gerade darin entzieht er sich den einfachen Lagern. Als Protestfigur gegen eine reiche Kirche ist er zu klein beschrieben; als frommer Verteidiger alles Bestehenden ebenso. Seine Treue machte ihn nicht zahm. Sie machte seine Lebensform erst schmerzhaft vergleichbar mit dem, was Kirche sein sollte.

Auch die Kreuzfrömmigkeit gehört dazu. Für die Fastenzeit stellte das Bistum den Regensburger Kreuzweg 2026 mit Gebeten des heiligen Franziskus zusammen. Gebete des Poverello, Psalmworte, das Leiden Christi – hier begegnet ein Franziskus, der sich nicht in allgemeiner Menschenfreundlichkeit erschöpft. Wer seine Liebe zur Schöpfung vom Kreuz, von der Eucharistie und von Christus trennt, baut sich einen Franziskus nach Auswahl. Sein eigener war ungeteilter.

Greccio und das Kind von Bethlehem

Dezember 1223. Wenige Wochen nach der Bestätigung der Ordensregel lässt Franziskus in Greccio eine Weihnachtsfeier vorbereiten, die für die Geschichte der Krippe prägend werden sollte. Thomas von Celano berichtet, der Heilige habe die Not des Kindes von Bethlehem mit eigenen Augen sehen wollen. Heu, Futterkrippe, Ochs und Esel; ein Priester feiert die Eucharistie. Franziskus, Diakon, verkündet das Evangelium und predigt über die Geburt Christi.
Greccio war kein mittelalterliches Weihnachtstheater. Franziskus zog die Menschwerdung aus der Abstraktion. Gott erscheint als Kind, schutzbedürftig, angewiesen auf Wärme und Fürsorge. Die christliche Behauptung bekommt Körper. Und plötzlich steht nicht Macht im Zentrum, sondern Bedürftigkeit. Nicht Distanz, sondern Nähe. Weihnachten verliert seinen Zuckerguss.

Celano erzählt von einer Vision. Ein Teilnehmer habe ein regloses Kind in der Krippe gesehen, das durch Franziskus wie aus tiefem Schlaf geweckt worden sei. Historisch lässt sich eine Vision nicht verifizieren. Als Zeugnis der frühen franziskanischen Überlieferung hat sie dennoch eine klare Pointe: Celano deutet sie selbst als Erinnerung an Christus, der in den Herzen vieler Menschen vergessen gewesen sei. Das ist der Stachel von Greccio. Weihnachten kann kulturell glänzend weiterleben, auch wenn Bethlehem längst verblasst: Lichter, Geschenke, Familienrituale tragen sich eine Weile selbst. Franziskus stellte das Kind zurück in die Mitte. Nicht als Accessoire. Als Frage. Kommt der Gott, dessen Geburt gefeiert wird, im eigenen Leben überhaupt noch vor?

Was nach 800 Jahren bleibt

Die letzten Stunden verbrachte Franziskus bei der Portiuncula; sein liturgischer Gedenktag ist der 4. Oktober. Im Bistum Regensburg nahm Bischof Voderholzer das Portiunkulafest 2026 in der Franziskanerkirche Kelheim zum Anlass, über Menschenwürde und Orientierung aus dem Glauben zu predigen. Eine kleine Kapelle bei Assisi – und daraus eine Bewegung, die Europa und die Kirche über Jahrhunderte prägen sollte. Geschichte liebt solche disproportionalen Anfänge. Jubiläen haben ihre eigene Gefahr. Sie ehren einen Menschen und polieren ihm dabei die Kanten weg. 

Franziskus eignet sich hervorragend dafür. Naturschutz, Friedensappelle, Weihnachtskrippen, Tiersegnungen – für alles gibt es Anknüpfungspunkte. Nur darf die Mitte nicht im bunten Glas der Einzelbilder verschwinden. Bei Franziskus führte diese Mitte zu Christus. Von dort her verstand er Armut, Aussätzige, Frieden, Schöpfung und Kirche. Deshalb lässt er sich weder einem politischen Lager noch einer kirchlichen Richtung bequem zuschlagen. Er hinterließ kein Programm für Arbeitsgruppen. Er hinterließ eine Biographie, an der das Evangelium sichtbar werden sollte.

Nach acht Jahrhunderten wirkt das erstaunlich unmodern und gerade deshalb modern. Wir besitzen technische Macht, von der das Mittelalter nichts ahnte, aber die alte Frage nach ihrem Gebrauch ist geblieben. Wohlstand schützt vor vielem, nicht vor Gleichgültigkeit. Kommunikation erreicht jeden Winkel der Erde und kann den Ton trotzdem verrohen. Franziskus reicht dafür kein Rezept über den Tisch. Er verschiebt den Maßstab zurück an den unbequemsten Ort: ins eigene Leben.

Gegen Ende war er schwer krank und körperlich erschöpft. Der Sonnengesang entstand nicht aus heiterer Unversehrtheit, sondern im Leiden. Das gibt seinem Lob Gewicht. Er kannte Schmerz und Tod; trotzdem hielt er an der Geschöpflichkeit der Welt fest. Kein Optimismus aus sicherer Entfernung, eher ein Lob gegen den Augenschein. Und so bleibt nach 800 Jahren kein freundlicher Heiliger, den man nach Gebrauch wieder auf das Regal stellt. Es bleibt ein Mann, der von anderen nicht verlangte, was er selbst bequem vermied. Seine Armut war gelebt, die Nähe zu den Kranken kostete Überwindung, sein Friedensgruß stand nicht über einem sicheren Schreibtisch. Franz von Assisi bleibt unbequem, weil sein Leben sich nicht hinter seinen Worten versteckte. Vielleicht ist das sein stärkstes Vermächtnis.

Text: Stefan Groß

(sig)

Weitere Infos

Bischof Dr. Rudolf Voderholzer über den heiligen Franz von Assisi

Ergänzte und präzisierte Übersicht der Predigten, Ansprachen, Beiträge und belegten Franziskus-Bezüge

1. Pontifikalgottesdienst zum Portiunkulafest in der Franziskanerkirche Kelheim

4. August 2026, Portiunkulafest und 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi.

Bischof Voderholzer stellte Franziskus ausdrücklich als Zeugen für Gott vor. Der Sonnengesang zeige, dass Wasser, Feuer, Luft und Erde für Franziskus nicht bei sich selbst stehen, sondern auf den Schöpfer verweisen. Ebenso verband der Bischof die Christusliebe des Heiligen mit dessen Zuwendung zu Armen, Aussätzigen und Bedürftigen sowie mit den Stigmata. Außerdem erläuterte er den Portiunkula-Ablass und erinnerte daran, dass Franziskus 1216 Papst Honorius III. um diesen Ablass für die Pilger gebeten habe.

2. Abschlussandacht der Amberger Bergfestwoche auf dem Mariahilfberg

5. Juli 2026, Schlussandacht der Bergfestwoche in Amberg.

Bischof Voderholzer stellte zwei Gedanken des heiligen Franz von Assisi in den Mittelpunkt: den Aufbau der Kirche mit den „lebendigen Steinen“ der Gläubigen und die Achtung der Priester, denen Eucharistie und Sakramente anvertraut sind. Er bezeichnete Franziskus als Initiator einer nachhaltigen Erneuerungsbewegung. Die Schöpfungsspiritualität des Heiligen deutete er nicht bloß ökologisch, sondern als Weg, in der Schöpfung Gott und seine Herrlichkeit zu erkennen. Daraus leitete er auch einen Appell zur Pflege der eucharistischen Frömmigkeit ab.

3. Dankmesse mit Priestern des Weihejahrgangs 1976

1. Juli 2026, 50-jähriges Priesterjubiläum in der Sailerkapelle des Regensburger Doms.

Voderholzer nahm die Weihepredigt von Bischof Rudolf Graber aus dem Jahr 1976 auf. Im Zentrum stand Franz von Assisis Hochschätzung des Priestertums. Franziskus habe die Priester nicht wegen persönlicher Vorzüge verehrt, sondern wegen des Dienstes, der ihnen anvertraut ist. Die Würde des Priestertums gründe in Christus, nicht in menschlicher Leistung. Für Franz von Assisi gehörten Priestertum, Eucharistie und Wort Gottes eng zusammen.

4. Priesterweihe von Klaus Schülein im Regensburger Dom

27. Juni 2026, Priesterweihe im Dom St. Peter als Höhepunkt der Wolfgangswoche

Bischof Voderholzer erinnerte daran, dass Franziskus sich aus Demut nicht für würdig hielt, Priester zu sein, und Diakon blieb. Daraus dürfe aber keine Geringschätzung des Priestertums abgeleitet werden. Franziskus habe höchste Achtung vor den Priestern gehabt. Der Bischof verband diese Hochschätzung mit der Christusmystik und eucharistischen Frömmigkeit des Heiligen und verwies zugleich auf dessen Forderung nach ernsthaftem Bemühen um Heiligkeit.

5. Regensburger Bittprozession am Vorabend von Christi Himmelfahrt

13. Mai 2026, Pontifikalmesse im Dom und anschließende Lichterprozession nach St. Emmeram.

Die traditionelle Bittprozession stand 2026 ausdrücklich im Gedenken an den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi und unter dem Leitsatz „Der Herr gebe Dir Frieden!“. Der offizielle Bericht ordnet auch die Feier selbst in dieses Franziskus-Gedenkjahr ein. Der Franziskus-Bezug bildet hier vor allem den geistlichen Rahmen der Friedensbitte; die veröffentlichte Predigtzusammenfassung ist nicht ausschließlich Franziskus gewidmet.

6. Vortrag „Alles begann vor dem Kreuz von San Damiano“

2. April 2026, Vortrag bei der Priesterfortbildung im Haus Werdenfels.

Voderholzer warb dafür, das Gedenkjahr zum 800. Todestag des heiligen Franziskus für Verkündigung und Pastoral fruchtbar zu machen. Er empfahl die Beschäftigung mit Leben, Ikonographie, Schriften und Gebeten des Heiligen, mit franziskanischen Orten im Bistum und mit franziskanischen Gemeinschaften. Inhaltlicher Ausgangspunkt war das Kreuz von San Damiano und der an Franziskus ergangene Auftrag, die Kirche wieder aufzubauen. Das Kreuz deutete der Bischof zugleich christologisch: Christus ist gestorben, die geöffneten Augen verweisen jedoch auf das Leben.

7. Kreuzwegandachten in der Fastenzeit 2026

März 2026, Kreuzwege mit Bischof Rudolf in Gotteszell, Dünzling, Rottendorf und Regensburg.

Die Kreuzwege standen im Zeichen des heiligen Franziskus. Grundlage waren Gebete und Psalmverse aus seinem „Votivoffizium vom Leiden des Herrn“. In Gotteszell wurde ausdrücklich erläutert, dass es im Jubiläumsjahr naheliege, den Kreuzweg eng mit dem Leben und Beten des Heiligen zu verbinden. In Dünzling wurde besonders das Gebet vor dem Kreuz von San Damiano aufgenommen: Franziskus bat dort um Erleuchtung seiner inneren Finsternis und empfing den Auftrag, die Kirche wieder aufzubauen.

8. Frühjahrsvollversammlung des Diözesanpastoralrats

13. März 2026, Sitzung des Diözesanpastoralrats im Emmeramforum.

Bischof Voderholzer stellte in einem betrachtenden Impuls anlässlich des 800. Todestages des heiligen Franz von Assisi das Kreuz von San Damiano vor. Er erläuterte das Paradox des Bildes: Der Gekreuzigte ist gestorben, erkennbar an der Seitenwunde, und lebt zugleich, sichtbar an den offenen Augen. Nach seiner Deutung ist in dem Bild die ganze Heilsgeschichte enthalten.

9. Priesterfortbildungen im Haus Werdenfels

März 2026, Fortbildungen der Priesterweihejahrgänge 1992 bis 2002 sowie 1987 und 1995.

Voderholzer rief dazu auf, das Franz-von-Assisi-Gedenkjahr in den Pfarrgemeinden aufzugreifen. Er erinnerte daran, dass der Auftrag des heiligen Franziskus zum Neuaufbau der Kirche weiterhin aktuell sei. Bei einer weiteren Fortbildung regte er an, franziskanische Inhalte stärker in Liturgie, Seelsorge und Erwachsenenbildung einzubinden, besonders durch Originalschriften, Wallfahrten und Begegnungen mit franziskanischen Gemeinschaften.

10. Hirtenwort zur österlichen Bußzeit 2026

Fastenzeit 2026, Hirtenwort zur Fastenzeit, verlesen am zweiten Fastensonntag in den Pfarreien des Bistums.

Voderholzer entfaltet Franz von Assisi umfassend: San Damiano, den Auftrag „Geh und baue mir mein Haus wieder auf“, den Weg vom äußeren Kirchenbau zur inneren Erneuerung der Kirche, die Liebe zur Eucharistie, die Wertschätzung der Priester, die Friedensmission zum Sultan, den Sonnengesang, die Wundmale, Greccio und franziskanische Orte im Bistum. Der Leitgedanke ist die Erneuerung der Kirche aus konsequenter Christusnachfolge.

11. Krippenführung für Lehrkräfte der St. Marienschulen

20. Januar 2026, Führung durch die Krippenwelt des Bistums Regensburg.

Der Bischof begann die Führung mit der Weihnachtsfeier des heiligen Franziskus in Greccio 1223 und ordnete von dort aus die Entwicklung der Krippentradition ein. Es handelt sich um einen offiziellen Bericht über eine Führung, nicht um einen separat veröffentlichten Predigt- oder Vortragstext.

12. Festgottesdienst im Mutterhaus der Armen Franziskanerinnen in Mallersdorf

28./29. Dezember 2025; Bericht vom 2. Januar 2026, Gottesdienst zum Fest der Heiligen Familie im Mutterhaus der Mallersdorfer Schwestern.

Voderholzer stellte den heiligen Franziskus von Assisi als Erneuerer des geistlichen Lebens heraus und blickte auf das Franziskusjubiläum 2026 voraus. Im Mittelpunkt standen San Damiano, der Aufbau der Kirche aus lebendigen Steinen und die geistliche Erneuerung aus der Christusnachfolge. Er dankte den Mallersdorfer Schwestern für ihren Dienst in franziskanischer Tradition.

13. Pontifikalvesper zur Eröffnung der Adventszeit

29. November 2025, Feierliche Eröffnung der Adventszeit und des neuen Kirchenjahres im Regensburger Dom.

Voderholzer blickte auf zwei Jubiläen voraus: 750 Jahre gotischer Dom und den 800. Todestag des heiligen Franz von Assisi. Er erinnerte an die frühe franziskanische Präsenz in Regensburg und an die Ordensgemeinschaften im Bistum. Franziskus habe in einer Zeit der Veräußerlichung der Kirche eine tiefgreifende Erneuerung aus der Christusnachfolge angestoßen; sein Lebenszeugnis solle helfen, die Herausforderungen der Gegenwart anzunehmen.

14. Christmette im Regensburger Dom

24. Dezember 2023, im Hohen Dom St. Peter.

Voderholzer bezog sich auf das 800-Jahr-Jubiläum der Weihnachtsfeier des heiligen Franziskus in Greccio. Die Vision vom zunächst leblosen Kind in der Krippe, das durch Franziskus wie aus dem Schlaf geweckt wird, deutete er als Bild für die kirchengeschichtliche Bedeutung des Heiligen: Durch Nachfolge und Christusliebe habe Franziskus das Jesuskind wieder in das Gedächtnis vieler Menschen zurückgebracht.

15. Pontifikalamt zum Gedenken an den seligen Berthold von Regensburg

14. Dezember 2023, Gottesdienst in der ehemaligen Minoritenkirche in Regensburg.

Diese Fundstelle ist inhaltlich deutlich franziskanisch. Voderholzer schlug die Brücke von der Minoritenkirche zu Franz von Assisi, erinnerte an die Bestätigung der Ordensregel 1223 und an Greccio. Er deutete die Vision des Jesuskindes in den Armen des Franziskus als Ausdruck dafür, dass Christus durch das Wirken des Heiligen in der Kirche wieder lebendig wurde. Die gelebte Armut verstand er als Ausdruck radikaler Christusnachfolge. Zugleich griff er den Auftrag von San Damiano auf, die Kirche wieder aufzubauen, und bezog ihn auf geistliche Erneuerung und Evangelisierung.

16. Eröffnung einer Krippenausstellung in Landshut, St. Nikola

9. Dezember 2023, Eröffnung einer Krippenausstellung und Segnung einer Kirchenkrippe.

Voderholzer erinnerte an die zeitgleich in Rom gezeigte Weihnachtskrippe, die 2023 an die Feier des heiligen Franziskus in Greccio 1223 erinnerte. Er verband dies mit der Bedeutung der Krippe als anschaulichem Zeichen des christlichen Glaubens. Der Franziskus-Bezug ist kürzer als in der Christmette oder der Berthold-Predigt, aber eindeutig belegt.

17. Pontifikalamt mit den Bayerischen Krippenfreunden in Mindelheim

25. November 2023, Landestagung der Bayerischen Krippenfreunde.

In seiner Gastpredigt sprach Voderholzer über die Bildwelt der Krippe und die Verbindung von Menschwerdung und Erlösung. Die Veranstaltung stand im Umfeld des 800-jährigen Greccio-Jubiläums; die Teilnehmenden erhielten eine Publikation zu „800 Jahre Krippenfeier des hl. Franziskus in Greccio“. Der Franziskus-Bezug ist damit belegt, steht aber weniger stark im Zentrum als bei anderen Fundstellen.

18. Ökumenisches Friedensgebet im Regensburger Dom

24. Februar 2023, Gebet der christlichen Kirchen zum Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine.

Voderholzer richtete den Blick auf das Kreuz von San Damiano. Von diesem Kreuz her habe Christus Franziskus berufen, zum Werkzeug seines Friedens zu werden. Diesen Ruf bezog der Bischof auf die Gegenwart und auf die Verantwortung der Christen für Frieden.

19. Geleitwort zu „Weihnachtslichterlust und Kinderaugenglanz“

2022, Publikation zur Geschichte und Deutung der Krippenfeier des heiligen Franziskus in Greccio 1223.

Die Ausgangsliste fasste den Band als einen gemeinsamen Beitrag zusammen. Nach der offiziellen Publikationsübersicht ist genauer zu unterscheiden: Bischof Voderholzer verfasste gemeinsam mit Michael Karger das Geleitwort des Bandes. Es steht auf den Seiten 5–6. Darin wird das Anliegen beschrieben, sich dem historischen und geistlichen Geschehen von Greccio aus unterschiedlichen Perspektiven zu nähern.

20. „Die Greccio-Krippe in der bischöflichen Sammlung Regensburg“

2022, Eigenständiger Beitrag Voderholzers im Band „Weihnachtslichterlust und Kinderaugenglanz“.

Neben dem Geleitwort enthält der Band einen eigenen Beitrag von Rudolf Voderholzer mit dem Titel „Die Greccio-Krippe in der bischöflichen Sammlung Regensburg. Das letzte Werk von Richard Kohlhäufl“. Die offizielle wissenschaftliche Bibliographie des Bischofs weist diesen Beitrag auf den Seiten 31–40 aus. Damit liegen im Greccio-Band tatsächlich zwei getrennte Voderholzer-Beiträge vor.

21. Priester feiern mit Bischof Voderholzer ihr 40-jähriges Weihejubiläum

14. Juli 2016, Jubiläum des Weihekurses vom 26. Juni 1976.

Bereits zehn Jahre vor dem 50-jährigen Jubiläum griff Voderholzer denselben Franziskus-Gedanken auf. Er erinnerte an die Weihepredigt von Bischof Rudolf Graber, in der Franziskus, der aus Demut Diakon blieb, als besonders authentischer Zeuge für die Ehrfurcht vor dem Priestertum vorgestellt worden war. Diese Ehrfurcht sei vor allem darin begründet, dass der Priester Leib und Blut Christi darbringe.

22. Vortrag zur Enzyklika „Laudato si’“

22. Juni 2015, Vortrag zur Enzyklika von Papst Franziskus.

Voderholzer deutete Franz von Assisi als Gestalt, die die Sensibilität für die Armen mit der geschwisterlichen Beziehung zur ganzen Schöpfung verbindet. Den Sonnengesang bezeichnete er als „gesungene Schöpfungstheologie“ des Poverello von Assisi. Er erläuterte, wie Franziskus Schöpfung, Wasser, Sakramente und Gotteslob zusammendenkt.



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