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Nigeria: Priesterweihen als Symbol
Erzbischof Cordileone ruft zur Nachfolge Christi auf
Regensburg, 27. August 2026
Es ist eine Priesterweihe, die sehr symbolträchtig ist und gewiss nicht ohne das Zutun des Vatikans zustande kam: Erzbischof Salvatore Cordileone, San Francisco, hat in Nigeria 14 Diakone zu Priestern geweiht und sie dazu aufgerufen, ihren Dienst an der aufopfernden Liebe Christi auszurichten. Der US-Oberhirte sagte in dem weltweit mit am stärksten von Christenverfolgung betroffenen Land, es gelte, den Menschen, die ihrer Seelsorge anvertraut sind, nahe zu bleiben.
In seiner Predigt erklärte Cordileone, dass das Gebot, das Jesus den Aposteln in seiner Abschiedsrede gegeben habe, einen grundlegenden Rahmen für das Verständnis der Identität und der Sendung des Priesters biete. „Seid Freunde und Väter für euer Volk. Das Volk Gottes muss wissen, dass der Priester bei ihm ist, dass er für ihn da ist und dass er nur in seinem besten Interesse handelt“, sagte er am Samstag in Makurdi.
Der Erzbischof erklärte, Priester seien dazu berufen, Christus nachzuahmen, indem sie sich ganz den ihnen Anvertrauten hingeben – auch dann, wenn ihr Dienst schwierige Entscheidungen erfordert oder auf Widerstand stößt. Er ermutigte die neu geweihten Priester, auf Gottes Gnade zu vertrauen und sich dazu bereit zu machen, Werkzeuge zu werden, durch die Gott sein Volk verwandelt.
Cordileone führte aus, echte priesterliche Freundschaft gehe über das Teilen von Interessen oder das Genießen der Gesellschaft eines anderen Menschen hinaus und sei in der aufopfernden Liebe Christi verwurzelt: „Die Freundschaftsliebe ist kein sklavischer Dienst, der widerwillig unter der Last der Unterdrückung geleistet wird. Vielmehr ist sie ein befreiender Dienst, der beiden Freude bereitet.“ Der Erzbischof, der seit 2012 für das Erzbistum San Francisco zuständig ist, stellte einen Zusammenhang zwischen der priesterlichen Vaterschaft und der Beziehung zwischen Christus und der Kirche her. Er beschrieb Christus als den Bräutigam und die Kirche als seine Braut.
Brücken zwischen den Menschen und Christus
Die Berufung des Priesters sei die Aufgabe, Brücken zwischen den Menschen und Christus zu schlagen. Der Priester müsse „eine Brücke und kein Hindernis“ für die Begegnung der Menschen mit Jesus Christus sein. Mit Blick auf die schwierigen Umstände, unter denen die 14 Diakone zu Priestern geweiht wurden – insbesondere im nigerianischen Bundesstaat Benue –, sagte Cordileone: „Ihr werdet in eine Welt geweiht, in der dies auch ein gefährlicher Schritt ist. In der heutigen Welt herrscht ein geistlicher Durst.“
Er sagte, die Welt brauche Priester, die den Menschen Gottes in ihrer Seelsorge so nahe stehen, dass sie sie kennen und sie durch die Freuden und Leiden des Lebens hin zu einem tieferen Leben in Christus führen können. Der priesterliche Dienst berge dabei die Gefahr geistlicher Mittelmäßigkeit, wenn Priester ihr inneres Leben vernachlässigten. Der nigerianische Kontext bringe aber eine zusätzliche, ganz konkrete Gefahr mit sich: „Es besteht die Möglichkeit, dass unser Herr euch dazu aufruft, euer Leben für eure Freunde hinzugeben.“
Cordileone verwies auf das Leiden der Christen in Nigeria und die Möglichkeit, dass Priester dazu berufen sein könnten, in Nachahmung Christi den Märtyrertod zu sterben. Er fasste die Identität und den Auftrag, zu denen die neu geweihten Priester berufen sind, mit den Worten zusammen: „Freund und Vater, Hirte und Bräutigam, Priester und Opfer.“ Dies sei es, „wer und was ihr sein sollt, wenn ihr diesen ehrfurchtgebietenden und beängstigenden Schritt geht“.
Er forderte die neu geweihten Priester auf, die täglichen Opfer des priesterlichen Dienstes anzunehmen und ihr Leben zu einem lebendigen Ausdruck des eucharistischen Opfers werden zu lassen, das sie feiern. Schließlich brachte er seine Hoffnung zum Ausdruck, dass ihr Dienst die Gläubigen in die Gemeinschaft mit Christus führen möge, der Quelle des „vollkommenen Friedens, des Glücks, des Lichts und der Liebe“.
Text: CNA Deutsch
(sig)




