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Zur Neuigkeit
Fernsehgottesdienst aus der Basilika St. Peter in Straubing
Ein „Osterfest mitten im Sommer“
Regensburg/Straubing, 20. August 2026
Ein rundum bewegendes Hochfest erlebte die Pfarreiengemeinschaft St. Elisabeth – St. Peter in Straubing am Samstagvormittag: Am Fest Mariä Himmelfahrt übertrug das BR Fernsehen den feierlichen Gottesdienst live aus der historischen romanischen Basilika St. Peter in Straubing. Vor den Augen eines großen Publikums an den Bildschirmen verband Zelebrant Dekan Johannes Plank die Botschaft des Festtages mit den tiefen historischen Wurzeln des Ortes. Und so wurde gemeinsam geglaubt, gemeinsam gefeiert und gemeinsam gedankt.
Schon der Beginn der Liturgie setzte ein starkes optisches Zeichen, als der liturgische Dienst zusammen mit Ehrenamtlichen der Pfarreiengemeinschaft und des Trachtenvereins „Immergrün“ traditionelle Kräuterbuschen zum Altar trug. Inmitten des bunten Treibens des zeitgleich stattfindenden Straubinger Gäubodenvolksfestes erinnerte Dekan Plank in seiner Begrüßung daran, dass Gott „das Leben in Fülle, Heil und Freude für alle seine Geschöpfe“ will. Die anschließende Segnung der farbenfrohen Heilkräuter unterstrich diese Botschaft als sichtbares Zeichen für Gottes heilende Nähe. An der Seite des Dekans feierten Pfarrvikar Pater Anil und Kaplan Florian Jilek die Messe als Konzelebranten, während Diakon Willibald Irrgang assistierte und Pastoralreferentin Elke Wild den liturgischen Dienst am Altar unterstützte. Glaube verbindet – Kirche lebt durch jeden Einzelnen wurde deutlich gezeigt.
Der Tod als Durchgang zum Leben
In seiner zentralen Predigt schlug Dekan Johannes Plank eine tiefgründige Brücke zur unmittelbaren Umgebung der Basilika. Wer die Kirche betreten wolle, müsse zuerst durch den geschichtsträchtigen alten Friedhof, vorbei an zwei markanten Durchgangskapellen gehen. Früher wurden die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg durch diese Kapellen hindurchgetragen. Damit werde deutlich, dass der Tod ein Prozess und ein Durchgang sei. Der christliche Osterglaube bleibe hier aber nicht stehen, sondern frage: „Gehört das Leben nicht auch zum Tod?“ Mit der Aufnahme Mariens in den Himmel zeige Gott, dass er dem Tod nicht das letzte Wort überlasst. Das Ziel unseres Weges sei nicht das Grab, sondern die Gemeinschaft mit Gott.
Mit Zitaten des Theologen Romano Guardini „Christus hat den Tod nicht abgeschafft, sondern verwandelt“ und des kurz vor seiner Hinrichtung stehenden Dietrich Bonhoeffer „Das ist das Ende – für mich der Beginn des Lebens“ verdeutlichte Plank diese unerschütterliche Hoffnung. Wie bei einer Bergwanderung helfe es zu wissen, dass schon jemand den steilen Weg vorausgegangen ist. Maria sei uns vorausgeeilt und zeige das Ziel, das allen verheißen ist. Einen zutiefst emotionalen Moment erlebten die Gläubigen und die Zuschauer an den Bildschirmen zum Abschluss der Predigt: Dekan Johannes Plank stimmte selbst ein Lied an und sang mit fester, berührender Stimme: „Du wirst den Tod in uns wandeln in Licht, dem Leben gibst du ein neues Gesicht“.
Diese theologische Zuversicht spiegelte sich auch in den feierlichen Fürbitten wider, die von Pastoralreferentin Elke Wild und verschiedenen Lektoren vorgetragen wurden. Zu den Gebeten brachten Gläubige verschiedene symbolische „Zeichen der Hoffnung“ zum Altar – darunter eine Kerze für das Licht der Kirche, ein Ölzweig als Friedensruf für die weltweiten Krisengebiete, Ähren für die Bewahrung der Schöpfung sowie Krankenöl, ein Laib Brot und eine weiße Lilie.
Höchstleistungen vor und hinter der Kamera
Musikalisch bewegte sich die Feier auf außergewöhnlich hohem Niveau: Unter der Gesamtleitung von Paul Windschüttl musizierten das Danuvius-Blechbläserquintett und die Männerschola St. Elisabeth, die unter anderem Teile der stimmungsvollen „Messe für Männerschola“ von Josef Rheinberger vortrug. Der renommierte Organist Albert Schönberger begleitete die Gemeinde feinfühlig an der Orgel.
Hinter den Kulissen bedeutete die Live-Übertragung eine logistische Meisterleistung, deren Vorbereitungen bereits vor sechs Monaten begonnen hatten. Am Aufnahmetag selbst waren unter der Regie von Aufnahmeleiterin Sonja Lehmann 22 Fachkräfte im Einsatz. Darunter an mehreren Kameras, die in der Kirche positioniert waren. Produktionsleiter Alexander Wilde verriet nach der Sendung, dass besonders die Verkabelung des historischen Areals eine enorme Herausforderung darstellte: Rund 1,5 Kilometer Kabel mussten im und um das Gotteshaus verlegt werden, während der riesige Übertragungswagen bei der nahegelegenen Stadtgärtnerei postiert war. Wilde sparte nicht mit Lob für die örtlichen Behörden: Die großartige Unterstützung durch die Stadt Straubing habe wunderbar funktioniert – das klappe in dieser Form selten so gut. Sankt Peter sei eben in jeder Hinsicht etwas ganz Besonderes.
Sichtlich begeistert zeigte sich auch Monsignore Erwin Albrecht, der ARD/BR-Senderbeauftragte der Bayerischen Bischöfe, der für die liturgische Beratung verantwortlich zeichnete. Er sprach von einer perfekten Zusammenarbeit und einem wunderbaren, guten Miteinander zwischen dem Bayerischen Rundfunk und der Kirche. „So viele Beteiligte, so viele Menschen haben hier authentisch mitgemacht“, lobte Albrecht sichtlich bewegt. Die Basilika Sankt Peter sei ein wunderschöner Raum, die Musik schlichtweg „himmlisch und majestätisch“ gewesen. Ein Extralob gab es zudem für die logistische Präzision: Das gesamte, komplexe Programm wurde auf die Sekunde genau eingehalten – ein rundum gelungenes, lebendiges Glaubenszeugnis aus Niederbayern.
Text und Fotos: irmgard Hilmer
(chb)








