Freunde essen gemeinsam an einem Tisch, warmes Licht

Fasten: Motivation und Erfahrungen

„Wieso fastest du eigentlich?“


Bonn, 23. Februar 2026

Fasten? Wieso eigentlich? Welche Motivation hinter dem Fasten steckt, erzählt f1rstlife-Autorin Laura Krueger.

An einem Samstag haben mein Ehemann und ich beschlossen, uns mit ein paar Freunden zum Essen zu treffen. Als es ums Bestellen geht, fällt auf, dass wir die Einzigen sind, die keinen Alkohol trinken und weniger Essen bestellen als sonst. Verwundert schauen uns manche Freunde an und fragen, warum wir nichts Alkoholisches trinken und nur eine Kleinigkeit essen? Nun ja, wir fasten momentan. „Fasten?“, fragt Karin verwundert. „Wie lange fastest du denn und wieso eigentlich?“

Meine Motivation für das Fasten

Als praktizierende Christin versuche ich, jedes Jahr zu fasten. Die österliche Bußzeit dauert in der katholischen Kirche 40 Tage lang. Sie beginnt am Aschermittwoch und endet an Gründonnerstag. Davon ausgenommen sind die Sonntage sowie die Fastentage Karfreitag und Karsamstag – an denen zwar auch gefastet wird, die aber nicht zu den 40 Tagen dazuzählen.

Die Fastenzeit bedeutet für mich, mich wieder auf das Wesentliche zu konzentrieren, auf Gott und auf das, was ich wirklich brauche. Ich möchte bewusst wieder daran denken, dass Jesus für uns gelitten und gestorben ist, dass Jesus auf vieles für uns verzichtet hat. Auch ich möchte als Dank für ihn auf einiges verzichten. Ganz bewusst und freiwillig. Ich möchte mich wieder auf Gott ausrichten und mich intensiv auf Ostern vorbereiten. Das ist meine Motivation.

Fokus auf das Leid in der Welt

Außerdem möchte ich mir bewusstwerden, dass es vielen anderen Menschen auf dieser Welt, die hungern oder Krieg erleiden, krank sind oder die aus anderen Gründen leiden müssen, nicht so gut geht wie mir. Diesen Menschen muss man helfen. Auch wenn ich nichts Großes bewegen kann, möchte ich darüber nachdenken, was ich dennoch tun kann. Auch wenn es nur kleine Werke wie eine Sach- oder Geldspende, ein gutes Wort oder ein Gebet sind. 

Mir geht es vor allem darum, diese Menschen nicht zu vergessen. In der westlichen Welt vergessen wir, die wir im Überfluss leben, viel zu oft, dass auch heute noch Millionen Menschen in ärmeren Ländern tagtäglich hungern und leiden müssen. Wie man in der Fastenzeit leben möchte, kann jeder selbst entscheiden. Man kann auf Alkohol, Süßes, Fleisch oder andere Speisen und Getränke verzichten oder auf das Handy, das Fernsehen etc. 

Der Sinn dahinter ist, auf etwas zu verzichten, was man gerne hat und was einem schwerfällt, zu entbehren. Auch kann man sich vornehmen, geduldiger zu sein und an sich zu arbeiten, mehr auf die Mitmenschen und die Armen zu schauen. Es gibt Tausende Möglichkeiten.

Fasten als persönliche Bereicherung

Für mich ist das Fasten eine große Bereicherung. Ich merke jedes Mal nach der Fastenzeit, dass sich etwas zum Positiven verändert hat. Dass mein Glaube wieder stärker wird und ich mich freier fühle. Ein Beispiel ist der Verzicht auf Schokolade vor einigen Jahren. Etwas, das mir unheimlich schwergefallen ist, denn früher habe ich zu viel davon gegessen. Seit der damaligen Fastenzeit brauche ich aber keine Schokolade mehr und esse nur noch selten welche. Ich wollte wegen Jesus darauf verzichten und bin gleichzeitig von der Sucht befreit worden. So erging es mir mit vielen meiner Fastenvorsätzen. Gott möchte, dass wir von nichts abhängig sind und ganz ihm gehören. Die Fastenzeit hilft mir oft dabei.

Es kann einem selbst ganz guttun, auf etwas zu verzichten. Es bringt einen näher zu Gott bringt, wenn er der Grund dieses Verzichts ist. Auch ist die Fastenzeit eine gute Gelegenheit, auf die anderen zu schauen und darüber nachzudenken, wie man den anderen beistehen kann. Und nicht zu vergessen – nach Jesu Leiden kam für ihn die Auferstehung, auf die wir persönlich nach unserem Leben auch hoffen können.


Text: Laura Krueger/f1rstlife

(kw)



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