News Bild „Eine ganz eigene Dynamik“ – Rückblick auf den Ersten ökumenischen Krippenweg und Vorausblick auf die Fortsetzung

„Eine ganz eigene Dynamik“ – Rückblick auf den Ersten ökumenischen Krippenweg und Vorausblick auf die Fortsetzung

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Anja Geisenhof und Margot Huyskens waren bzw. sind von katholischer und evangelischer Seite maßgeblich an der Gestaltung des Ersten ökumenischen Krippenwegs beteiligt. Sie haben uns ein Doppel-Interview gegeben, in dem es um einen Rückblick, dann aber vor allem um den Vorausblick auf den Ersten bzw. schon folgenden ökumenischen Krippenweg geben. Denn der nächste ökumenische Krippenweg ist bereits in Planung. Hier nun zum Interview:

 

Wie waren die Reaktionen auf den Ersten ökumenischen Krippenweg?

Anja Geisenhof: Wir konnten beobachten, dass sich viele Menschen mit dem Flyer ganz gezielt auf den Weg gemacht haben. Die Rückmeldungen bei den Organisatoren zeigen, dass die neue Möglichkeit der Krippenpräsentation in Regensburg sehr bewusst und intensiv wahrgenommen wurde. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir an so vielen Orten in der Stadt Krippenszenen aufstellen durften und mehr Geschäfte als zunächst erwartet offen und unterstützend mit dabei waren.

Margot Huyskens: Durchweg positiv. Wir konnten zwar bei so einer Ausstellung im öffentlichen Raum nicht exakt messen, wie viele Menschen sich auf den Weg gemacht haben, um sich die Krippen anzuschauen, aber wir haben sehr viele Rückmeldungen erhalten von Leuten, denen die Vielfalt der Krippen gut gefallen hat. Alle Kooperationspartner erhielten Anrufe von interessierten Personen mit Fragen zum Krippenweg. Die große Offenheit der Geschäftsleute und der anderen Aussteller war die Grundvoraussetzung für diesen Erfolg. Einige haben selbst kreativ und tatkräftig mitgearbeitet. So wurde z.B. mit Hilfe des Kirchengemeindeamtes im Alumneum die wunderschöne Idee einer schwebenden Krippe Wirklichkeit. Die Rückmeldungen, dass der Krippenweg auf jeden Fall weitergeführt werden soll, sind sehr bestärkend.

Welche Höhepunkte gab es über die Dauer der mehreren Wochen verteilt?

Margot Huyskens: Der Höhepunkt war für mich die Eröffnung am Samstagabend vor dem ersten Advent vor dem Alten Rathaus, auch wenn diese Corona-bedingt viel kleiner und bescheidener ausfiel als geplant. Es war wichtig, dass die Oberbürgermeisterin und die Bischöfe in der Öffentlichkeit aufgetreten sind. Damit haben wir zusammen ein starkes Signal der ökumenischen Verbundenheit für das Zusammenleben in unserer Stadt gesetzt. Gerade in diesem so schwierigen Jahr 2020 hatte die stärkende und tröstende Botschaft von der Geburt des Heilands eine ganz besondere Bedeutung für das von einem kleinen Virus verwundete Leben. Weitere Höhepunkte waren für mich, dass an einigen der Krippenorte auch Andachten stattgefunden haben. Dies sollte auch in Geschäften, vor Schaufenstern oder im Hotelfoyer stattfinden, also mitten im Alltagsleben. Aufgrund der Auflagen konnte dies leider nur begrenzt stattfinden.

Anja Geisenhof: Aufgrund der coronabedingten Einschränkungen mussten leider mehrere geplante Veranstaltungsangebote entfallen. Unter anderem konnten keine Führungen angeboten werden. Sowohl die Eröffnung am Rathausplatz als auch die ökumenischen Krippenandachten waren sehr stimmungsvoll und führten wunderbar auf Weihnachten hin.

Der Krippenweg hat eine ganz eigene Dynamik entwickelt: in zahlreichen Schaufenstern waren Krippen zu bewundern, die nicht zum geplanten Programm gehörten. Wie haben Sie dies wahrgenommen?

Anja Geisenhof: Diese Eigendynamik ist ein großer Zugewinn gewesen. Dadurch hat sich die Vielfalt an Krippen geweitet und die Menschen umso mehr eingeladen, auf Entdeckungsreise zu gehen.

Margot Huyskens: Mir hat das gut gefallen und ich habe es mit Freude wahrgenommen. Es doch prima, dass Geschäftsleute, die sich unserer Anfrage erst einmal nicht angeschlossen haben, dann doch begeistern ließen und dann ihre eigenen Krippen hervorgeholt und aufgebaut haben. Bestimmt werden sich für die kommende Adventszeit noch mehr Geschäftsleute unserer Idee anschließen und der Krippenweg wird noch mehr Stationen bekommen. Die schöne christliche Tradition, eine Weihnachtskrippe aufzustellen, ist bei vielen Menschen emotional tief verwurzelt. Wenn viele Menschen eine Krippe aufzustellen - egal ob im Schaufenster oder zu Hause -, ist das ein schönes und anrührendes Zeichen für das Zentrum von Weihnachten.

Was hat Ihnen insgesamt am besten gefallen?

Margot Huyskens: Mir hat die Zusammenarbeit im Konzeptionsteam am besten gefallen. Es war ein tolle Erfahrung kollegialer Zusammenarbeit. Jeder Partner hat seine spezifischen Kompetenzen engagiert eingebracht. Die Summe dieser Stärken hat dann zu diesem Erfolg geführt. Auch die Zusammenarbeit mit den Medien war bereichernd. Alle, mit denen ich gesprochen habe, waren begeistert und haben uns nach Kräften unterstützt, das Krippenweg-Projekt gut in die Öffentlichkeit zu bringen. Auch für diese Unterstützung gilt es ausdrücklich Danke zu sagen.

Anja Geisenhof: Die Fülle der verschiedenen Krippendarstellungen. Es gab so viel Unterschiedliches zu sehen. Oft bin ich auf meinem Weg durch die Stadt an den Schaufenstern stehen geblieben und habe mir einen Moment Zeit genommen, die ausgestellten Szenen zu bewundern. Dieses spontane Innehalten war vor allem in dieser besonderen Weihnachtszeit eine Wohltat.

Wie sieht es mit dem nächsten Ökumenischen Krippenweg aus? Wo stehen die Planungen?

Anja Geisenhof: Es wird auf jeden Fall einen Zweiten Ökumenischen Krippenweg geben. Im Mai ist das erste konzeptionelle Treffen dafür angesetzt. Und dann geht's auch schon wieder los mit den Vorbereitungen.

Margot Huyskens: Wir stehen schon mittendrin … Schon im Februar gab es über den Ersten ökumenischen Krippenweg ein gutes, offenes und ertragreiches Reflexionsgespräch. Wir haben zusammengetragen, wo es noch Veränderungsbedarf gibt. Es sind viel Lust und Motivation für den Zweiten Ökumenischen Krippenweg vorhanden. Gerade sind wir dabei, einen Zeitplan zu erstellen … Im Mai geht dann die Umsetzungsarbeit weiter. Zunächst erscheint eine Dokumentation des Ersten Ökumenischen Krippenwegs. Darauf freue ich mich schon.