Suche
Kategorien
Seiten
Nachrichten
Bilder
Videos
{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Seite{{{_highlightResult.post_title.value}}}
{{#helpers.snippet}}{ "attribute": "content", "highlightedTagName": "mark" }{{/helpers.snippet}}
Zur Neuigkeit
Bischof Dr. Rudolf Voderholzer feiert Pontifikalamt zum Fest der Darstellung des Herrn mit Kerzenweihe und Blasius-Segen
„Dem Leben trauen, weil Gott es mit uns lebt“(P. Alfred Delp SJ)
Regensburg, 3. Februar 2026
Am Montagabend feierte Bischof Dr. Rudolf Voderholzer mit zahlreichen Konzelebranten und vielen Gläubigen in der Niedermünsterkirche ein Pontifikalamt zum Fest der Darstellung des Herrn. Das Fest wird genau 40 Tage nach Weihnachten begangen und erinnert daran, wie Maria und Josef gemäß der jüdischen Tradition für ihren Erstgeborenen im Tempel von Jerusalem das vorgeschriebene Opfer darbrachten. Im Volksmund trägt das Fest den Namen „Mariä Lichtmess“. Damit verbunden ist auch immer die Kerzenweihe und im Vorgriff auf den Gedenktag des Bischofs und Märtyrers Blasius der gleichnamige Segen, der mit zwei gekreuzten Kerzen gespendet wird und vor Halskrankheiten schützen soll. An diesem Abend schlug Bischof Rudolf auch noch eine Brücke nach München in den Liebfrauendom, in dem ein Seligsprechungsprozess für einen Märtyrer unserer Tage feierlich eröffnet wurde.
„Verehrung der Märtyrer, Quelle der Ermutigung“
Am 2. Februar 1945 nämlich legte Pater Alfred Delp SJ (*1907 Mannheim, †1945 Berlin-Plötzensee) in der Hinrichtungsstätte Berlin-Plötzensee sein blutiges Glaubenszeugnis ab. Vor genau 81 Jahren wurde er seines Glaubens wegen von den Nationalsozialisten hingerichtet. Er gehörte der zivilen Widerstandsgruppe „Kreisauer Kreis“ an, die sich mit der Neuordnung Deutschlands nach dem angenommenen Zusammenbruch der Hitler-Diktatur befasste. So brachte Bischof Rudolf in seiner Predigt den Gläubigen den Jesuiten-Pater Alfred Delp näher, dessen Seligsprechungsprozess genau an diesem Abend in München von Erzbischof Dr. Reinhard Kardinal Marx eröffnet wurde. Da „die Verehrung der Märtyrer“, so Bischof Rudolf, „eine der wichtigsten Quellen der Ermutigung zu Glauben, Hoffnung und Liebe“ sei, könne er es nicht verstehen, dass die Eröffnung des Seligsprechungsprozesses für Pater Delp so lange auf sich habe warten lassen.
„Ein tief bewegendes Lebenszeugnis“
Zwar hatten die Nationalsozialisten Pater Delp eine Mitwirkung an der Verschwörung vom 20. Juli nicht nachweisen können, doch allein schon seine Mitgliedschaft im Jesuitenorden und die Zugehörigkeit zum „Kreisauer Kreis“ waren ausreichend, ihm den Prozess zu machen, an dessen Ende seine Hinrichtung stand. Die Gestapo hatte ihm in der Gefangenschaft das Angebot „Freilassung gegen Ordensaustritt“ gemacht, doch Pater Delp blieb seiner Berufung treu und verriet seine Gelübde nicht. An Mariä Himmelfahrt 1944 sollte er eigentlich seine ewigen Gelübde ablegen; ein grausames Verhör mit Schlägen und Folter trat an seine Stelle. Am 8. Dezember 1944 dann bekundete er seine ewige Treue zum Orden in der Haftanstalt Berlin-Tegel. Er tat dies gegenüber seinem Mitbruder Pater Franz von Tattenbach SJ. Einen Tag später bezeugte er: „Nun haben die äußeren Fesseln gar nichts mehr zu bedeuten, da mich der Herrgott der vincula amoris – der Bande der Liebe – gewürdigt hat.“
„Zeit der besonderen existenziellen Tiefe“
Während der Gefangenschaft, die von Bangen und Ungewissheit geprägt war, konnte er sowohl lesen als auch seine Gedanken zu Papier bringen. So entstanden in dieser Zeit auch Betrachtungen zum Vaterunser, die seine tiefe eucharistische Frömmigkeit deutlich machten: „Brot ist wichtig, die Freiheit ist wichtiger, am wichtigsten aber die ungebrochene Treue und die unverratene Anbetung“, so zitierte der Bischof Pater Delp. An Weihnachten 1944, vierzig Tage vor seinem Tod, schrieb er: „Lasst uns dem Leben trauen, weil diese Nacht das Leben bringen musste. Lasst uns dem Leben trauen, weil wir es nicht allein zu leben haben, sondern Gott es mit uns lebt.“
„Auf die Fürsprache des heiligen Bischofs und Märtyrers Blasius …“
Im Anschluss an den Pontifikalsegen legten Bischof Rudolf, Weihbischof Dr. Josef Graf, Dompropst Dr. Franz Frühmorgen, Domkapitular Dr. Josef Kreiml, Stadtpfarrer Roman Gerl und Diakon Johannes Theisinger die weißen liturgischen Gewänder des Festtages ab und tauschten diese gegen die rote Stola, die liturgische Farbe u. a. für Märtyrer. Bischof Blasius von Sebaste, dessen Gedenktag am 3. Februar gefeiert wird und der um das Jahr 316 das Martyrium erlitt, soll der Legende nach einem Mitgefangenen, der an einer Fischgräte zu ersticken drohte, das Leben gerettet haben. So wurde Blasius zum Patron gegen Halsleiden. An seinem Gedenktag wird in Erinnerung daran der Blasius-Segen mit zwei vor den Gläubigen gekreuzten Kerzen gespendet, der auf die Fürsprache des heiligen Blasius vor Halsleiden und allem Übel bewahren soll. Bischof Rudolf und seine Konzelebranten spendeten nun allen anwesenden Gläubigen diesen Segen, auch den zahlreichen Sängern der Regensburger Domspatzen, die unter der Leitung von Domkapellmeister Christian Heiß das Gebet der Gläubigen mit ihrem Gesang verstärkt hatten.
Fest der Darstellung des Herrn – Mariä Lichtmess
Am vierzigsten Tag nach Weihnachten feiert die katholische Kirche das Fest der Darstellung des Herrn (lateinisch: Praesentatio Jesu in Templo). Der Volksmund nennt dieses Herrenfest auch „Mariä Lichtmess“. Bis zur Liturgiereform des Zweiten Vatikanischen Konzils bildete der Lichtmesstag den Abschluss der Weihnachtszeit. Dieser Abschluss wurde später auf das Fest der Taufe des Herrn vorverlegt. Nichtsdestotrotz stehen in vielen Kirchen und Privathäusern bis zu diesem Tag noch Christbaum und Krippe. Im profanen Leben endete an diesem Tag das Dienstbotenjahr, und für die Landwirte begann es. So finden sich auch zum 2. Februar viele Bauernregeln, wie z. B. „Ist’s an Lichtmess hell und rein, wird ein langer Winter sein. Wenn es aber stürmt und schneit, ist der Frühling nicht mehr weit.“ Im Königreich Bayern war Mariä Lichtmess sogar bis zum Jahr 1912 ein gesetzlicher Feiertag.
Text und Fotos: Carl Prämaßing
(SG/chb)













