News Bild „Durch uns Menschen leuchtet Jesus in die Welt hinein“ - Regensburger Gläubige feiern mit Bischof und Priestern Darstellung des Herrn

„Durch uns Menschen leuchtet Jesus in die Welt hinein“ - Regensburger Gläubige feiern mit Bischof und Priestern Darstellung des Herrn

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Mehrere Hundert Gläubige feierten am Dienstagabend in der Regensburger Niedermünsterkirche mit Bischof Gerhard Ludwig Müller und zahlreichen Priestern ein Pontifikalamt zum Fest der Darstellung des Herrn. Zu Beginn der Liturgie segnete der Bischof die Kerzen. In seiner Predigt ging der Regensburger Oberhirte auf das Tagesevangelium ein. Maria bringt ihr Kind 40 Tage nach seiner Geburt in den Tempel. Dort trifft sie auf Simeon, der in dem jungen Jesuskind den Messias erkennt:

„So zeigt sich was das Geheimnis Marias bedeutet. Jesus ist das Licht und Heil der Welt. Jesus ist gegenwärtig in allen Christen, die zu ihm stehen. Sich für Christus öffnen und vereinen heißt Christ sein. Durch uns Menschen leuchtet Jesus in die Welt hinein, das Licht das er selber ist. So leuchtet auch das Licht der Kerzen, das uns auf das Licht Jesu hinweist. Jesus Christus ist aus dem Glauben, Gehorsam und der Liebe Marias heraus geboren. Sein Auftrag wird ermöglicht durch die Hingabe Marias, ihr Entschluss für den Sohn Gottes eine wahre Mutter zu sein“. Nach dem Schlusssegen spendete Bischof Gerhard Ludwig Müller mit allen Priestern den Gläubigen den Blasiussegen.

Das Fest der Darstellung des Herrn (In praesentatione Domini) ist ein gesamtkirchliches Fest und liegt auf dem 2. Februar. Das ist der 40. Tag nach der Geburt des Herrn. Der 2. Februar ist außerdem der Tag des Geweihten Lebens. In Jerusalem wurde die Darstellung des Herrn mindestens seit Anfang des 5. Jahrhunderts gefeiert. In Rom wurde es um das Jahr 650 eingeführt. Gegenstand des Festes ist der Inhalt von Lk 2,22-40, wonach Jesus von seinen Eltern in den Tempel gebracht wird, wie es das Gesetz des Alten Bundes verlangt. Ebenso hält sich Maria an die Reinigungsvorschriften, die nach dem jüdischen Gesetz (Lev 12,6) für jede jüdische Mutter gelten. Dabei erweist sich, dass Jesus selbst der Herr des Tempels ist. Der greise Simeon erkennt in dem Kind den Messias, den Heilsbringer für Israel und die Heiden. Aber an sein Loblied schließt sich eine Weissagung an, wie auch schon im Alten Testament dem Messias und Gottesknecht zugleich Leiden und Verherrlichung vorausgesagt waren. Im Osten wurde die Darstellung als Fest der Begegnung des Herrn verstanden, wonach der Messias in seinem Tempel dem Gottesvolk des Alten Bundes, vertreten durch Simeon und Hanna, begegnet. Die Kerzenweihe und Lichterprozession kamen später hinzu. Seit der Liturgiereform von 1960 wird Mariä Lichtmess in der römischen Kirche wieder als Herrnfest gefeiert, als Fest der „Darstellung des Herrn“.

Zu Beginn der Liturgie segnet der Priester die Kerzen. So wie Simeon Christus als das Licht zur Erleuchtung der Heiden geoffenbart wurde, so symbolisieren die Kerzen die Hoffnung, auf dem Weg des Glaubens zu jenem Licht zu kommen, „das nie erlischt“. Während der Lichterprozession kann der Lobgesang des Simeon gesungen werden.
Bis 1912 war das damalige Marienfest in Teilen des Deutschen Reiches noch arbeitsfreier Feiertag. Aufgrund der Verbindung mit dem Weihnachtsfest blieb der Christbaum früher bis Lichtmess in der Stube stehen, was heute kaum noch praktiziert wird. Bis weit ins 20. Jahrhundert hinein suchten gläubige Wöchnerinnen 40 Tage nach der Geburt eines Kindes eine Kirche auf, um sich segnen zu lassen.

Maria Lichtmess war im bäuerlichen Jahr von großer Bedeutung. An diesem Tag bekamen die Knechte und Mägde ihren Jahreslohn ausbezahlt. Außer Geld gab es auch noch das „Zughör“, ein paar Schuhe, Pantoffeln und eventuell ein Sonntags- oder Werktagsgwand. Lichtmess war auch die Zeit, die Stelle zu wechseln („schlenkeln“). Anlässlich des folgenden Gedenktags des heiligen Blasius am 3. Februar wird in der Abendmesse zu Lichtmess häufig der Blasiussegen erteilt, wobei der Heilige um Schutz bei Halsschmerzen, -krankheiten und Husten angerufen wird.