News Bild Die Wiederbelebung des Institutum Liturgicum ist geglückt. Damit ist der Reigen der vier Einrichtungen in diözesaner Trägerschaft vollständig

Die Wiederbelebung des Institutum Liturgicum ist geglückt. Damit ist der Reigen der vier Einrichtungen in diözesaner Trägerschaft vollständig

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In Anwesenheit von Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ist am gestrigen Donnerstag das Institutum Liturgicum Ratisbonense wiederbelebt worden. Der Regensburger Bischof beauftragte während des Festaktes in der Hochschule für Katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik Prof. Dr. Harald Buchinger mit der Leitung des Institutum Liturgicum, das noch unter Erzbischof Buchberger 1957 gegründet worden war. In der Einrichtung wird die Geschichte der Liturgie auf der Grundlage mittelalterlicher Handschriften erforscht. Ein Schwerpunkt der Arbeit liegt auf der Erschließung der Fragmentesammlung aus der Bischöflichen Zentralbibliothek Regensburg.

 

Auch der Ort war nicht zufällig

Prof. Buchinger ist Inhaber des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg. Auch der Ort der Feier war überhaupt nicht zufällig, ist doch auch die Kirchenmusikhochschule ein wichtiger Kooperationspartner des Instituts, insofern hier Fragen der Musik in Praxis und Theorie einschlägig sind.

Bischof Voderholzer stellte die nun insgesamt vier wissenschaftlichen Institute in der Trägerschaft des Bistums Regensburg vor: das Institut Papst Benedikt XVI., das Ostkirchliche Institut, das Institutum Marianum Regensburg und das wiederbelebte Institutum Liturgicum. Was Letzteres betrifft, sprach Dr. Voderholzer von einer „hoffnungsvollen Zukunft und Zukunftsgestaltung“. Prof. Dr. Harald Buchinger dankte dem Bistum und hob die Bedeutung der akademischen Grundlagenforschung hervor, die somit „bemerkenswert gefördert“ wird. Wie kaum sonstwo könne in diesem Regensburger Prisma die Vielfalt der Liturgie sich brechen. Prof. Dr. Sigmund Bonk, Direktor des Akademischen Forums Albertus Magnus, drückte seine Freude über die Kooperation mit Prof. Buchinger aus; Prof. Bonk kommt die Aufgabe zu, das Wirken der vier Institute zu koordinieren. Prof. Dr. Klaus Unterburger, Prodekan der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Regensburg, erklärte, die Fakultät sei dankbar, dass Bischof Voderholzer Prof. Buchinger mit der Leitung des Instituts beauftragt hat.

 

Reichhaltige kulturelle Produktion

Den Abend läutete die gemeinsame Feier der Vesper in der Kirche St. Andreas ein. Sie war gleichzeitig der Beginn der umfassenden interdisziplinären Tagung „Zur Vielfalt liturgischer Traditionen in der Vormoderne“, die das Institutum Liturgicum mit zahlreichen Kooperationspartnern bis Samstagabend in der Kirchenmusikhochschule ausrichtet. Zu Beginn der Tagung in geistiger Hinsicht stand der Festvortrag über den „Kirchengesang im mittelalterlichen Regensburg“ im Rahmen des Akademischen Forums Albertus Magnus. Anhand ausgewählter liturgischer Fragmente entwarf dabei der Regensburger Musikologe Prof. Dr. David Hiley einen Gesamtblick auf die damalige Metropole, der vom 9. bis ins 15. Jahrhundert reichte. Nicht nur die Vielfalt der geistlichen Zentren in und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Regensburg blitzte hier wiederholt auf. Sie dürfte Rückschlüsse auf die reichhaltige kulturelle Produktion sowie überhaupt Bedeutung der Stadt in langen Jahrhunderten ermöglichen; sondern nicht zuletzt die sehr weitgehende, auch geographisch weitgehende Vernetzung der Stadt und ihrer geistlichen Institutionen, die deutlich über die Grenzen des heutigen deutsch-sprachigen Raums hinausging.