News Bild Die Sache mit den Ostereiern oder: Warum wir an Ostern christliche Bräuche leben

Die Sache mit den Ostereiern oder: Warum wir an Ostern christliche Bräuche leben

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Ob Schokoei oder echtes Ei: Fast niemand kommt in diesen Tagen um Ostereier herum, und sei es nur im Vorbeigehen am Supermarkt-Regal. Ostereier sind allgegenwärtig. Viele Osterbräuche mit christlichem Hintergrund werden auch heute noch gelebt. Oft ohne dass man den Hintergrund kennt. Wir gehen Osterei, Osterlamm und Osterfeuer nach. Und auch dem Osterhasen...

Birgitt Pfaller ist Bildungsreferentin beim Katholischen Deutschen Frauenbund in Regensburg und eine echte "Osterexpertin". Sie erklärt uns im Interview, was hinter den Osterbräuchen steckt, die wir heute kaum noch hinterfragen.

 

Frau Pfaller, wieso verstecken wir an Ostern eigentlich Ostereier?

Zunächst war es so, dass früher in der Fastenzeit kein Fleisch und keine Eier gegessen wurden. Am Ende waren Fleisch und Eier übrig und in den Osterspeisen vertreten. Die wurden dann an Ostern zur Weihe zur Kirche getragen. Ab dem 16. Jahrhundert wurden in den Familien dann auch zu Hause Ostereier gesucht, vor allem von den Kindern, auch wenn man nicht in die Kirche gegangen ist. Da hat sich das ins Weltliche verschoben.

 

Und wie erklärt es sich, dass die Ostereier alle bunt gefärbt sind?

Das war ursprünglich, damit man erkannte, welche Eier die frischesten waren. Die Eier wurden anfangs nur rot eingefärbt, um sie von den anderen zu unterscheiden. Bunte Farben kamen später erst.

 

Wofür steht das Osterei denn symbolisch?

Eier sind seit alters her Symbole für das Leben, sie sind reich an Nährstoffen. Deshalb wurden sie schon in vorchristlicher Zeit als Grabbeigaben mitgegeben. Und wenn man dann noch bedenkt, dass man zuschauen kann, wie aus dem Ei das Küken schlüpft, also neues Leben entsteht, wird das Ei als Zeichen fürs Leben noch einmal deutlich.

Viele Menschen backen an Ostern auch ein Osterlamm. Was hat es denn damit auf sich?

Das hängt zusammen mit dem jüdischen Passahfest. Damals wurde das Volk Israel aus der Knechtschaft in Ägypten befreit und die Menschen haben ein Lamm gegessen, bevor sie aufgebrochen sind. So wie das Lamm steht in der jüdischen Heilsgeschichte als Zeichen für die Befreiung aus der Knechtschaft, steht auf Jesus umgedeutet das Osterlamm für die Befreiung aus der Sünde, aus Tod.

Das Lamm ist oft auf der Osterkerze abgebildet...

... und kommt oft in der Liturgie vor. Das geht ein wenig zurück auf die Aussage von Johannes dem Täufer, der zu Jesus gesagt hat: "Seht, das Lamm Gottes." Das Lamm gilt als friedliebendes, duldendes Tier, als "Opfertier". Und so sagt man, hat Jesus auch den Tod auf sich genommen - wie ein Lamm. Und das Lamm ist dann zum Zeichen des Sieges geworden.

 

Und die Osterkerze an sich - und das Osterfeuer - was bedeuten die in der Liturgie?

Das Osterfeuer hängt wieder zusammen mit dem Auszug aus Ägypten. Da heißt es in der Bibel, dass Gott vor seinem Volk herging in der Nacht wie eine Feuersäule, damit es hell war und sie den Weg finden konnten. Das Osterfeuer steht als Zeichen, dass uns im Osterfest diese neue Freiheit geschenkt wurde. Und die Osterkerze hat in der Liturgie eine ganz wichtige Rolle: sie steht an der Stelle des auferstandenen Christus. Wenn sie in die dunkle Kirche hineingetragen wird, heißt es: Jetzt ist Christus wahrhaft auferstanden.

Was ist denn jetzt eigentlich mit dem Osterhasen? Hat der auch einen christlichen Hintergrund?

Man sieht ihn seit langem als Symbol für Fruchtbarkeit, weil Hasen ja sehr viele Junge bekommen. Wie er als Osterhase zum Osterfest gekommen ist, da gibt es zwei Geschichten: in der einen heißt es, da wollte ein Bäcker ein Osterlamm backen - das ist ihm missraten und sah aus wie ein Hase. Was mir plausibler erscheint, ist, dass die Kinder früher in den Wiesen Eier gesucht haben und da immer wieder Hasen aufgespürt haben. Wenn die Hasen dann weggelaufen sind, hat man gesagt: "Die haben die Eier dort hingelegt!"