Parade in den USA.

Die Katholische Schulwoche 2026 in den USA

Einblick in die Weltkirche


Regensburg, 4. Februar 2026 

Katholische Schulen in den USA müssen werben, um sich im Wettstreit der Schulen behaupten zu können. Dazu gehört auch eine geistliche Woche, bei der in diesem Jahr der Heilige Carlo Acutis im Fokus stand.

Die „Catholic Schools Week“ ist in den USA eine jährliche Feier der katholischen Bildungseinrichtungen. Diese findet traditionell in der letzten Januarwoche statt. In diesem Jahr war dies der 25. bis 31. Januar. Das Motto für 2026 lautete „Katholische Schulen: Vereint im Glauben und in der Gemeinschaft“. Die Themenvorgabe kam noch vom verstorbenen Papst Franziskus. Im Fokus stand der Heilige Carlo Acutis. "Heiligkeit bedeutet nicht, außergewöhnliche Dinge zu tun, sondern gewöhnliche Dinge mit Liebe und Glauben zu tun", so sagte Papst Franziskus über Carlo Acutis. Die „Catholic Schools Week 2026“ feiert den Ruf zur Heiligkeit inmitten des gewöhnlichen Lebens. Inspiriert von Papst Franziskus' Reflexion über den heiligen Carlo Acutis, der als erster Heiliger des neuen Jahrtausends kanonisiert wurde, hat das diesjährige Thema Schüler, Lehrer, Familien und Gemeinden eingeladen, den Ruf zur Heiligkeit als etwas Universelles und für jeden Zugängliches zu betrachten. Heiligkeit, so hieß es in der Einladung zu der Festwoche, ist nicht für wenige, sondern für alle. Sie ist nicht für religiöse Fachleute oder Mystiker reserviert, sondern sie ist eine Einladung für jeden Schüler, Lehrer, für Väter und Mütter und auch für Großeltern. Kern der Heiligkeit, so der Einladungstext, sei es, jeden Tag in Freundschaft mit Jesus Christus zu leben.

Die Katholische Schulwoche dient dazu, die Einzigartigkeit katholischer Schulen, oder allgemeiner katholischer Bildung, durch Heilige Messen, Tage der offenen Tür in den Einrichtungen und gemeinschaftliche Aktivitäten zu feiern. Das Bildungssystem in den USA unterscheidet sich wesentlich vom deutschen Schulsystem. Schulen in privater Trägerschaft spielen eine viel größere Rolle. Verschiedene Träger von Bildung konkurrieren auch in weltanschaulichen Fragen miteinander. Damit erklärt sich auch der Zweck der Festwoche. Es geht darum, den Wert katholischer Bildung für junge Menschen darzustellen und deren Beitrag zur Kirche und Gemeinschaft einer möglichst großen Öffentlichkeit zu zeigen. 

Zu den Schwerpunkten dieser Tage gehört auch die Konzentration auf die Verbindung von akademischer Exzellenz mit der Glaubensvermittlung, dem Dienst am Nächsten und der Förderung der jeweiligen persönlichen Berufung. Katholische Bildung ist mehr als reine Wissensvermittlung, es geht auch um Herzensbildung. Glaube und Vernunft, das wurde Papst Benedikt XVI. nicht müde zu betonen, gehören untrennbar zusammen. Katholische Schulen existieren, um Menschen auszubilden, die wissen, dass ihr Leben einen Zweck und eine Berufung hat. Bei Kindern gilt das vor allem für deren Eltern. So spiegelte auch das diesjährige Motto, das zeigt, wie sehr das ganz normale Leben zur Heiligkeit berufen ist, die zentrale Überzeugung wider, dass Bildung nicht nur ein Weg zu Wissen und Reife, sondern auch zur Heiligkeit ist. Nicht zuletzt aus diesem Grund hat die „National Catholic Educational Association (NCEA)“ diese Festwoche im Jahr 1974 ins Leben gerufen. Sie hat sich seitdem als fester Bestandteil des Jahres in katholischen Bildungseinrichtungen etabliert. In vielen Regionen wird die Festwoche auch dazu genutzt, die Einrichtungen bekannter zu machen, neue Familien und damit neue Schüler zu gewinnen und letztendlich auch die Identität der Schule zu stärken.

"Jeder von uns ist dazu berufen, heilig zu sein, indem er sein Leben mit Liebe lebt und Zeugnis ablegt in allem, was wir tun." So schrieb es Papst Franziskus in Gaudete et Exsultate. Damit war das Hauptthema „Alltägliche Heiligkeit“ der Tage umschrieben. Es bot eine bedeutungsvolle Gelegenheit, mit Kindern und Jugendlichen darüber zu sprechen, wie Gott jeden von uns zur Heiligkeit in den konkreten Umständen des Alltags beruft. Die Schulen hatten sehr konkrete Aufträge. Sei sollten den Schülern moderne Heilige wie den seligen Carlo Acutis vorstellen. Dieser führte ein gewöhnliches Teenagerleben mit außergewöhnlichem Glauben. Es ging darum, die Bedeutung von Heiligkeit als liebevolle Beziehung zu Jesus Christus, gelebt durch Gebet, Dienst, Mut, Liebe und Freude zu erkunden. Die Rolle der Eucharistie, der Schrift und der christlichen Freundschaft bei der Bildung eines heiligen Lebens sollten ergründet werden.

Papst Leo XIV. bekräftigte es kürzlich so: "Die Heiligen zeigen uns, dass Heiligkeit nicht die Flucht aus der Welt ist, sondern die tiefe Auseinandersetzung mit ihr im Geist Christi." Tagesthemen stellten jeden Tag unter einen besonderen Fokus. Dabei ging es um die Berufung zur Heiligkeit. Heiligkeit durch Freundschaft und Liebe. Die Bedeutung des Familienlebens. Berufen zur Heiligkeit durch Dienst und Mut. Berufen zur Heiligkeit durch Freude und Mission. Die Frage nach der digitalen Kompetenz junger Christen ist heute sehr wichtig. So sollten sich die Schüler auch mit der Geschichte von Carlo Acutis auseinandersetzen, um eine positive Online-Präsenz und den ethischen Einsatz von Technologie zu erforschen. "Das Maß an Heiligkeit ergibt sich aus dem Ansehen, das Christus in uns erreicht, insofern wir durch die Kraft des Heiligen Geistes unser ganzes Leben nach seinem gestalten." Diesen Satz aus Gaudete et Exsultate gaben die Veranstalter den Lehrern und Schülern mit. 

Inzwischen gibt es auch eine weitere Schulwoche im Herbst, die jeweils einen anderen Fokus hat. Das ganze Jahr über betreiben die Organisatoren ein Marketing für die Schulwochen, um in den USA die Aufmerksamkeit immer wieder neu auf das katholische Schulwesen zu lenken. Die Herbstschulwoche hat das Ziel, Schulen zu helfen, mit potenziellen Familien, Spendern, Lehrkräften und Gemeindemitgliedern in Kontakt zu treten. Diese Woche dient dazu zu zeigen, was katholische Schulen zu besseren Schulen macht. Zu wissen, was die eigene Schule einzigartig macht, ist genau das, was Familien entdecken müssen, wenn sie nach der richtigen Schule suchen, so die Organisatoren. Damit liegt der Fokus klar auf den unterschiedlichen konkurrierenden Bildungssystemen im US-Schulwesen. Die Schulwoche Anfang des Jahres hat einen geistlichen Charakter, wie man deutlich erkennen kann. 

Text: Peter Winnemöller 
Foto Shutterstock



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